Rückenmarkstimulation bei chronischen Schmerzen (Spinal Cord Stimulation, SCS)

Schmerztherapie

Dr. P. Slotty

Dienstag - Donnerstag 09.00-16.00 Uhr
Geb. 11.54 (Neurochirurgische Klinik)
Terminabsprachen unter Tel. 0211-81-08778

Therapieinformation

Neuropathische Schmerzsyndrome:Bei Verletzungen von peripheren oder zentralen Nervengewebe bzw. nach operativen Eingriffen kommt es in bei einem Teil der Patienten zur Ausbildung eines neuropathischen Schmerzsyndroms. Die Schmerzen werden häufig als brennend oder reißend erlebt und sind oft mit sensiblen Mißemfindungen vergesellschaftet. Diese werden als evozierte Schmerzen oder als Hyperpathien bzw. Allodynien bezeichnet. Der Patient nimmt leichte Schmerzreize als unerträglich war, teilweise können normale Berührungen oder Temperaturunterschiede als Brennschmerz wahrgenommem werden.Die Behandlung erfolgt in jedem Falle zuerst medikamentös!Als Grundpfeiler der Therapie dienen:

  • Trizyklische Antidepressiva

  • Antiepileptika

  • Retardierte Opioide

Die Behandlung sollte durch einen erfahrenen Schmerztherapeuten geführt werden, da die Dosierungen sowie der Einsatz der unterschiedlichen Medikamentengruppen von Patient zu Patient sehr variieren kann. Bei der Behandlung von chronischen Schmerzsyndromen ist eine psychosomatische Mitbetreuung oft unerlässlich. Durch lange und oft frustrane Krankheitsverläufe leiden viele Patienten an Depressionen oder somatoformen Schmerzstörungen die in jedem Falle mitbehandelt werden müssen. Wenn alle konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sind, so stehen neurochirurgische Verfahren als Ultima Ratio zur Verfügung

Ablative Verfahren

Unter ablativen operativen Verfahren versteht man Eingriffe bei denen Nervengewebe, oder Faserbündel durchtrennt werden. Leider kommt es nach einer kurzen Zeitspanne der Besserung, zu einer dauerhaften Verschlechterung der Schmerzen, sodaß diese Verfahren nur noch in sehr wenigen Ausnahmefällen bei bösartigen Erkrankungen im Finalstadium mit sehr kurzer Überlebenswahrscheinlichkeit zum Einsatz kommen.Im allgemeinen gelten ablative Maßnahmen heute als obsolet.

Neuromodulative Maßnahmen

Zu den Verfahren der Neuromodulation rechnet man neben der Rückenmarksstimulation (SCS=Spinal Cord Stimulation) die Periphere Nervenstimulation (PNS), die tiefe elektrische Hirnstimulation (DBS=Deep-Brain-Stimulation) sowie die Therapie mit implantierbaren Infusionspumpen. Alle Eingriffe werden mit Ausnahme der DBS ambulant durchgeführt. Bei der Rückemmarksstimulation werden über eine perkutane Punktionstechnik epidural Elektroden platziert, die über einen implantierten Impulsgeber schwache elektrische Ströme an das Rückenmark abgeben.Dabei werden inhibitorische Systeme im Bereich des Hinterhorns stimuliert und das ürsprüngliche Schmerzareal durch eine Kribbel-Parästhesie überlagert. In der hiesigen Klinik bestehen sehr gute postoperative Erfahrungen bei der Behandlung eines Postdiskotomie/Postlaminektomie Syndroms.

mplantierbare Infusionspumpen stehen in der Regel als Gasdruckpumpensysteme oder elektronisch regelbare Pumpensysteme zur Verfügung. Das Medikamentenreservoir wird meist mit eienem intrathekalen Katheter verbunden. Zur Pumpenfüllung diene entweder Morphin oder Baclofen (insbes. zur Spastikbehandlung)

Die Eingriffe werden unter Lokalanästhesie durchgführt. Der Klinikaufenthalt beträgt 8 std..

Perkutane InfiltrationstherapienBei nicht operationspflichtigen Bandscheibenvorfällen bzw. Nervenwurzelkompressionsyndromen können Infiltrationstherapien im Bereich der Nervenwurzeln unter computertomographischer Kontrolle durchgeführt werden.(PRT)

Bei Schmerzen im Bereich der Gelenkfacetten mit bewegungsabhängigen Ischialgien ohne Austrahlung bietet die Kryotherapie durch eine passagere Vereisung der kleinen Gelenknerven eine Alternative zu einer ausgedehnten Versteifungsoperation der Wirbelsäule von der häufig ältere Patienten mit hohen Allgemeinrisiken profitieren.Die Eingriffe konnen unter Lokalanästhesie durchgeführt werden. Der Klinikaufenthalt beträgt 1 Tag.

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