Durchblutungsstörungen des Gehirns

Die Diagnostik und Versorgung von Durchblutungsstörungen wird über ein interdisziplinäres Kompetenzteam (Neurochirurgie, Neurologie (Stroke Unit), Neuroradiologie, Gefäßchirurgie, ) gewährleistet.

Bei Verengungen (Stenosen) der hirnversorgenden Arterien (Arteria carotis, Arteria vertebralis, Arteria basilaris etc.) findet eine interdisziplinäre Beratung und Behandlung statt. Viele der nicht medikamentös zu behandelnden Verengungen können heute ohne Operation über einen Katheter aufgedehnt werten (Stent). Sollte nur eine Operation möglich sein wird eine sogenannte Thrombendarterektomie unter perioperativem Monitoringdurchgeführt.

Behandlung einer Carotisstenose (Pfeil)  mittels Stent  Bei Totalverschlüssen findet die extra-intracranielle Bypasschirurgie (EC-IC Bypass) Anwendung. Unser Zentrum bietet das gesamte Spektrum dieser revaskularisierenden Operationen an. Bei großen stattgehabten Schlaganfällen ist eine spezialisierte Intensivbehandlung inklusive chirurgische Dekompression häufig nicht zu umgehen. 

Vaskuläres Kompressionssyndrom

Die Trigeminusneuralgie ist als blitzartig einschießender, extrem heftiger Schmerz im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Trigeminusäste definiert. Die Attacken halten typischerweise Sekunden, selten auch länger an und treten sowohl spontan als auch durch Reize wie Berührung im N. trigeminus Versorgungsgebiet, Kauen, Sprechen, Schlucken oder Zähneputzen getriggert auf.Man unterscheidet zwischen der idiopathischen und der symptomatischen Trigeminusneuralgie. Bei der idiopathischen Trigeminusneuralgie (Kompression durch ein Gefäß unmittelbar nach Austritt aus dem Hirnstamm) ist die operative Behandlung indiziert, wenn entweder die medikamentöse Therapie erfolglos ist oder wenn deren Nebenwirkungen die Lebensqualität merklich beeinträchtigen.Grundsätzlich kommen heute drei verschiedene invasive Behandlungen in Betracht:1. Die mikrovaskuläre Dekompression des Nervus trigeminus im Kleinhirnbrückenwinkel (Operation nach Janetta)2. Die radiochirurgische Behandlung mittels sog. Gamma-Knife oder Linearbeschleuniger3. Perkutane Verfahren (Temperaturgesteuerte Koagulation, Glyzerinrhizolyse, Ballonkompression)
Beim Hemispasmus facialis handelt es sich um unwillkürlich einschießende, meist einseitige Kontraktionen der mimischen Muskulatur durch eine Kompression des N. facialis unmittelbar nach Austritt aus dem Hirnstamm in der Regel durch ein Gefäß.Eine vorübergehende Besserung kann durch Injektion von Botulinustoxin in die Gesichtsmuskulatur erreicht werden.Für eine dauernde Heilung muss eine mikrovaskuläre Dekompression des Nervus facialis als invasives Verfahren durchgeführt werden.Bei der Glossopharyngeusneuralgie handelt es sich um eine Neuralgie mit Schmerzprojektion im Bereich der Zunge, des Rachens und selten des äußeren Gehörganges.Grundsätzlich kann eine mikrovaskuläre Dekompression des Nervus glossopharyngeus als invasives Verfahren durchgeführt werden.

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