Bandscheibenprothese

Bandscheibenprothese bei Erkrankugnen der Halswirbelsäule

Erkrankungen der Bandscheiben der Halswirbelsäule entstehen schleichend durch degenerative Veränderungen („Verschleiß“) oder plötzlich durch Verletzungen. Sie führen lokal zu Nackenschmerzen mit möglicher Ausstrahlung in den Hinterkopf und die Schultern. Bei Bandscheibenvorfällen kommt es durch einen Riß im harten, äußeren Faserknorpel-Ring zum Austritt des weichen Knorpelgewebes aus der Mitte der Bandscheibe.

Dieses nach hinten in den Wirbelkanal verlagerte Knorpelgewebe führt bei mittigem Austritt durch den Faserring zu einer Kompression des in der Mitte des Wirbelkanals liegenden Rückenmarkes (Myelopathie) mit der möglichen Folge von Gangstörungen, Gefühlsstörungen und Reflexsteigerung der Beine und Verlust der Blasenkontrolle

Bild 1: Darstellung eines massiven Bandscheibenvorfalls der mittleren Halswirbelsäule im saggitalen Kernspintomogramm (MRT): Die blauen Pfeile zeigen auf das als dunklen Strang erkennbare Rückenmark, welches von hellem "Nervenwasser" (Liquor) umflossen ist. Der rote Pfeil zeigt auf den großen Bandscheibenvorfall zwischen dem vierten und fünften Halswirbelkörper (HWK), welcher nach hinten in die Mitte des Wirbelkanals ausgetreten ist und dort auf das Rückenmark drückt.

Bei seitlichem Austritt des Knorpelgewebes aus der Bandscheibe kommt es zu einer Kompression der seitlich im Wirbelkanal austretenden Nervenwurzeln (Radikulopathie) mit entsprechendem Schmerzen, Gefühlsstörungen, Muskelschwäche und Reflexverlust an den Armen.

Bild 2: Darstellung eines Bandscheibenvorfalls der unteren Halswirbelsäule im saggitalen (linkes Bild) und axialen (rechtes Bild) Kernspintomogramm (MRT): Die blauen Pfeile zeigen auf das als dunklen Strang erkennbare Rückenmark, welches von heller Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) umflossen ist. Der rote Pfeil zeigt auf den Bandscheibenvorfall zwischen dem fünften und sechsten Halswirbelkörper (HWK), welcher nach hinten-seitlich zum Wirbelkanal ausgetreten ist und dort seitlich auf die austretende Nervenwurzel drückt.

Lässt sich die Beschwerdesymptomatik konservativ nicht beherrschen oder liegen schwere Störungen wie eine Lähmung oder der Verlust der Blasenkontrolle vor, ist eine Operation der betroffenen Halsbandscheibe unumgänglich.

Falls die Bandscheibe selbst noch größtenteils intakt ist und ein frischer, seitlich ausgetretener Vorfall vorliegt, kann eine mikrochirurgische Entfernung des ausgetretenen Knorpelgewebes (Sequester) unter Erhalt der Bandscheibe über einen Zugang von Mitte des Wirbelkanals ausgetreten ist und dort auf das Rückenmark drückt.

Bei seitlichem Austritt des Knorpelgewebes aus der Bandscheibe kommt es zu einer Kompression der seitlich im Wirbelkanal austretenden Nervenwurzeln (Radikulopathie) mit entsprechendem Schmerzen, Gefühlsstörungen, Muskelschwäche und Reflexverlust an den Armen.

Bild 3: Darstellung eines Bandscheibenvorfalls der unteren Halswirbelsäule im saggitalenKernspintomogramm (linkes Bild): Der rote Pfeil zeigt auf den Bandscheibenvorfall zwischen dem fünften und sechsten Halswirbelkörper (HWK), welcher nach hinten-seitlich zum Wirbelkanal ausgetreten ist. Das normale, seitliche Röntgenbild der Halswirbelsäule zeigt den Zustand vor (mittiges Bild) und nach (rechtes Bild) Einbringen einer Kunstbandscheibe in das Bewegungssegment Halswirbelkörper fünf-sechs (roter Pfeil).

Bild 4: Darstellung einer Bandscheibenprothese im Computertomogramm (CT) in axialer (linkes Bild), saggitaler (mittiges Bild) und coronaler (rechtes Bild) Schnittführung. Die Prothese hat einen Kern aus Kunststoff mit einem unteren, konvexen und einem oberen konkaven Anteil, welche die Beweglichkeit ermöglichen. Sie wird mittig in das betroffene Bandscheibenfach platziert und ist durch winzige Spitzen an der Metallbasis in den angrenzenden Wirbelkörpern fest verankert, so dass keine Verschiebung der Kunstbandscheibe möglich ist.

Die Indikation für das Einsetzen einer Bandscheibenprothese im Bereich der Halswirbelsäule hängt von der Art und Lokalisation der Schädigung der Halswirbelsäule ab und muss individuell mit dem Patienten besprochen werden. Eine günstige Vorraussetzung ist das Vorliegen eines relativ frischen Bandscheibenvorfalles in einem einzigen Bewegungssegment bei ansonsten gesunder Halswirbelsäule.

Anmeldungen bzw. Informationen über die Wirbelsäulensprechstunde

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