Der Grundstein Neurochirurgie in Düsseldorf wurde 1947 gelegt. Heute behandelt die Neurochirurgische Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf operativ jährlich etwa 3000 Patienten. Ambulant werden mehr als 15000 Patienten pro Jahr untersucht und betreut. Zusätzlich werden die Krankengeschichten und Bilddaten von mehreren Tausend Patienten aus dem In- und Ausland zum großen Teil telemedizinisch hinsichtlich möglicher Behandlungen beurteilt und eine wachsende Anzahl von Anfragen nach Zweitmeinungen wird ebenfalls meist online beantwortet.

Entsprechend dem vielseitigen Spektrum neurochirurgischer Erkrankungen werden die verschiedenen Erkrankungen des Nervensystems an unserem Zentrum durch spezialisierte Kompetenzteams betreut. Nach modernsten technologisch assistierten operativen Verfahren behandeln wir Erkrankungen aus den Gebieten der Gefäßneurochirurgie, Tumorneurochirurgie, Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, funktionellen Neurochirurgie (Bewegungsstörungen wie Parkinson), der Kinderneurochirurgie und der peripheren Nervenchirurgie sowie auch chronische Schmerzzustände.

Zur Gewährleistung einer bestmöglichen Therapie für Erkrankungen der Grenzgebiete besteht die notwendige enge Kooperation mit anderen Kliniken und Instituten wie der Neuroradiologie, der Neurologie, der Strahlenklinik und dem Gamma-Knife Zentrum Krefeld, der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgischen Klinik, der Hals-Nasen-Ohren-Klinik und der Kinderklinik.

Trotz der unzweifelhaft großen Fortschritte sind weltweit die Behandlungserfolge bei bösartigen Hirntumoren, nach Blutungen aus Hirnaneurysmen, nach unfallbedingten Hirnverletzungen etc. noch nicht befriedigend. An unserem Zentrum werden deshalb große Anstrengungen unternommen, neue Behandlungsformen zu entwickeln. Eine größere Anzahl von experimentellen und klinischen Forschergruppen arbeitet in ihren Spezialbereichen kontinuierlich an Weiterentwicklung und Verbesserung.

In der Neuroonkologie wenden die Ärzte der Klinik verschiedene Verfahren zur Identifizierung von neurologischen Funktionen während der Operation von Hirntumoren an. Hierzu zählen beispielsweise die interaktive Sprachdiagnostik während Operationen in der Nähe der Sprachzentren und elektronische Methoden der intraoperativen Funktionsüberwachung (Monitoring).

Zur besseren Sichtbarmachung von Tumoren wird in der das Verfahren der fluoreszenzgestützten Resektion eingesetzt. Dies erlaubt bei zahlreichen Hirntumoren eine bessere Abgrenzbarkeit von Tumor und normalem Gehirn, wodurch sich Operationen effizienter und schonender gestalten lassen. Andere Behandlungsansätze nutzen das gezielte Einbringen von bestimmten Medikamenten in das Umgebungsgewebe des operierten Tumors, um einzelne verbleibende Tumorzellen zu zerstören.

Über die operativen Eingriffe hinaus bietet die Klinik in Kooperation mit der Strahlenklinik der Universität ihren Patienten auch eine fokale Strahlentherapie oder ein strahlenchirurgisches Verfahren zur Behandlung von Hirntumoren an.

Auf neurovaskulärem Gebiet ausgebildete Neurochirurgen behandeln verschiedene Erkrankungen der Hirn- und Rückenmarksgefäße. Dabei setzen sie nicht nur chirurgische Therapieverfahren ein. Vielmehr besteht eine enge Kooperation mit den Kollegen der Neuroradiologie, welche Kathetertechniken bei der Behandlung einbringen, sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie. Das Novalis-Gerät erlaubt wie das Gamma-Knife oder Cyber-Knife eine hochpräzise Bestrahlung kleinen Tumoren und Gefäßmissbildungen im Kopf. Die Möglichkeit des kombinierten Einsatzes von Operation, Kathetertechnik und Punktbestrahlung erlaubt es, für alle Patienten individuell optimierte Therapiepläne zu entwickeln.

Die pädiatrische Neurochirurgie umfasst das gesamte Spektrum neurochirurgischer Operationen für Kinder. Dabei kommen unter anderem endoskopische Eingriffe am Hirnkammersystem zum Einsatz, die nur minimale Öffnungen des Schädels erfordern. Die Endoskopie wird auch bei Schädelbasiseingriffen eingesetzt, z.B. bei der Operation von Tumoren der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die über die Nase operiert werden.

In der Wirbelsäulenchirurgie können durch die etablierten modernen Verfahren im Extremfall ganze Wirbelsäulenabschnitte bei Schäden entfernt und mit Materialien wie Titan neu aufgebaut werden. Das Leistungsangebot beinhaltet zudem Verfahren zur Aufrichtung von zerstörten Wirbelkörpern durch Einspritztechniken (Vertebroplastie), durch die sich offene Operationen in manchen Fällen vermeiden lassen.

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