Neurologisches Liquorlabor

LeiterUniv.-Prof. Dr. O. Aktas
PD Dr. P. Albrecht
Univ.-Prof. Dr. N. Goebels
MitarbeiterDr. Ch. Hartmann
Dr. J. Ingwersen
K. Logmin
T. Schichel

Die Analyse des Liquors ist ein essentieller Bestandteil der neurologischen Diagnostik. Neben dem Nachweis oder Ausschluss eines entzündlichen Erreger- oder autoimmunologisch bedingten Prozesses liefert die Liquoruntersuchung wichtige Hinweise auf neoplastische Erkrankungen der Meningen und des ZNS, auf die CT-negative Subarachnoidalblutung sowie auf neurodegenerative Erkrankungen (dementielle Syndrome).

Liquor-Untersuchungsprogramm:

Die Liquordiagnostik besteht aus einem dreiteiligen Stufenprogramm: Notfalldiagnostik (Beschaffenheit, Zellzahl, Gesamtprotein, Laktat), Basisdiagnostik (Differentialzellbild, Albumin, Immunglobuline (IgG, IgA, IgM) und Spezialdiagnostik (oligoklonale Banden, erregerspezifische Antikörper, Markerproteine für ZNS-spezifische Destruktion und Aktivität).
Um eine Aussage über eine mögliche autochtone Produktion von Immunglobulinen oder erregerspezifischen Antikörpern treffen zu können, ist die parallele Untersuchung von Liquor und Blut erforderlich, da die größten Proteinfraktionen im Liquor aus dem Blut stammen. Die gebildeten Liquor-Blut-Quotienten werden schließlich in Abhängigkeit von der individuellen Blut-Liquor-Schrankenfunktion evaluiert.
Die Auswertung einer intrathekalen Synthese von Immunglobulinen erfolgt mit Hilfe der Quotientendiagramme, bei denen Liquor-Serum-Quotienten für IgG, IgA und IgM jeweils gegen den Liquor-Blut-Quotienten für Albumin (Parameter für Schrankenfunktion) aufgetragen werden. Die graphische Evaluation dieser Parameter erlaubt die Erfassung krankheitstypischer Befundkonstellationen, die eine hohe diagnostische Spezifität erreichen. Zur Beurteilung von hirneigenen Proteinen oder spezifischen Autoantikörpern, die Hinweise auf degenerative Erkrankungen des Gehirns bzw. autoimmune Enzephalitiden liefern können, werden ggf. Liquorproben in externe Speziallabors versandt.

Evaluation des Liquor-Gesamtbefundes: 

Insbesondere die Entwicklung eines integrierten Liquorbefundes mit der Möglichkeit, krankheitstypische Befundmuster darzustellen, hat durch seine Bedeutung in der Neurologie eine weite Verbreitung gefunden. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass nur dort, wo eine integrierte Liquordiagnostik betrieben wird, den Erwartungen sowohl der Klinik als auch der Labormedizin Genüge getan wird. Entscheidend ist dabei die Kenntnis moderner Schrankenkonzepte, das Beherrschen empfindlichster Techniken der Zytologie und der Proteindiagnostik (isoelektrische Fokussierung).

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