Schilddrüse

Epitop-spezifische zytotoxische T-Zellen unterdrücken die Tumorausbreitung beim papillären Schilddrüsenkarzinom

Ehlers M et al., J Clin Endrinol Metab 2017

In einer 2017 publizierten Studie konnten wir erstmals zeigen, dass Epitop-spezifische T-Zellen die Ausbreitung von Tumorzellen bei Patienten mit papillärem Schilddrüsenkarzinom unterdrücken. Es wurden insgesamt 150 Patientin mit papillärem Schilddrüsenkarzinom untersucht. Es erfolgte eine HLA-Typisierung sowie eine Messung von Tumor-spezifischen T-Zellen mittels Tetrameranalyse. Es konnte gezeigt werden, das PTC-Patienten mit dem HLAHaplotypen DQB1*03 ein signifikant geringeres Risiko für eine periphere Metastasierung haben. Bei diesen Patienten war zugleich eine Epitop-spezifische zytotoxische Immunität gegen die Moleküle Thyreoglobulin und Thyreoperoxidase nachweisbar. Diese Zellen waren auch in den betroffenen Lymphknoten nachzuweisen. Die Arbeit stellt eine Basis für eine zukünftige Immuntherapie bei Radiojod-refraktären PTC-Patienten dar.


Autoimmunität und Malignität der Schilddrüse: Gibt es einen immunologischen Zusammenhang?

Ehlers et. al., Trends Endocrinol Metab. 2014

Die Hashimoto Thyroiditis (HT) ist die häufigste Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Demgegenüber steht das papilläre Schilddrüsenkarzinom (PTC); dieses ist u.a. gekennzeichnet durch eine lymphozytäre Infiltration. In einem Übersichtsartikel tragen wir die aktuellen Erkenntnisse bezüglich der Immunreaktion bei der HT zusammen und diskutieren den potenziellen immunologischen Zusammenhang zwischen der Autoimmunthyreoiditis und dem papillären Schilddrüsenkarzinom.

Die Abbildung verdeutlicht eine potentielle Kreuz-Reaktion zwischen anti-Tumor-Immunität und Autoimmunität. Diskutiert wird u.a. die Induktion einer Autoimmunität im Rahmen eine Antitumorimmunität.


Jod beeinflusst die Immunreaktion in der Autoimmunthyroiditis

Ehlers et. al., Thyroid 2014

Eine Studie befasste sich mit der Frage, ob eine erhöhte Jodzufuhr den immunologischen Prozess einer Autoimmunthyroiditis (AIT) in genetisch prädisponierten Individuen beeinflusst. Unsere Arbeitsgruppe konnte zeigen, dass eine erhöhte Jodzufuhr zwar leichte immunologische Veränderungen hervorruft (Veränderung der Frequenz einiger Immunzellen sowie der Zytokin-Produktion, siehe Abbildung), aber vermutlich nicht den Krankheitsverlauf im genetisch prädisponierten Individuum verändert.


Identifizierung von Immunregulatorischen Natürlichen Killer-Zeller

Ehlers et. al., Endocrinology. 2012 

In dieser Arbeit konnten wir erstmals immunregulatorische NK-Zellen identifizieren. Diese Zellen sind in der Lage, aktivierte zytotoxische CD8+ T-Zellen abzutöten. Diese Resultate sind entscheidend für das Verständnis von Autoimmunerkrankungen aber auch der Antitumorimmunität. Zugleich wird ein Link zwischen dem angeborenen und erworbenen Immunsystem hergestellt.

Abbildung A zeigt, dass aktivierte CD8+ T-Zellen von immunregulatorischen (c-kit+) NK-Zellen abgetötet werden können (PD-1L-abhängig). In Abbildung B ist eine immunhistologische Färbung von Langerhans' Inseln zu sehen, die mit PD-1L exprimierenden CD8+ T-Zellen infiltriert werden.


Thyreoperoxidase- und Thyreoglobulin-spezifische CD8+ T-Zellen in der Hashimoto-Thyroiditis

Ehlers et. al., J Clin Endocrinol Metal. 2012

In dieser Arbeit konnte erstmals gezeigt werden, dass im peripheren Blut und in der Schilddrüse von Patienten mit einer Hashimoto-Thyroiditis CD8+ Lymphozyten nachweisbar sind, die die Thyreoperoxidase (TPO) und das Thyreoglobulin (Tg) als Antigene erkennen. Schon zum Zeitpunkt der Erstdiagnose der Erkrankung werden beide Antigene vom Immunsystem erkannt. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Anzahl der TPO- und Tg-spezifischen CD8+ T-Zellen während des Krankheitsverlaufs zunimmt.


Humorale Schilddrüsenautoimmunität

In unserer Arbeitsgruppe werden verschiedene Studien zur Pathogenese, Diagnostik und Therapie von autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen durchgeführt. Wesentliche Arbeiten beschäftigten sich mit Stellenwert der TSH-Rezeptor-Autoantikörper (TRAK) -Bestimmung für die Diagnostik und Prognoseabschätzung des Morbus Basedows. Hierzu wurden eine Vielzahl an Studien durchgeführt. In einer aktuellen Studie (2019) wurde der Stellenwert eines Immunassays für die Detektion von möglichen stimulierenden TRAK untersucht.

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