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Abgeschlossenes Kooperationsprojekt zwischen der WHO und der Cochrane Metabolic and Endocrine Disorders Review Group

Abgeschlossenes Kooperationsprojekt zwischen der WHO und der Cochrane Metabolic and Endocrine Disorders Review Group

Düsseldorf

Der im Auftrag der WHO publizierte Cochrane Review „Development of type 2 diabetes in people with intermediate hyperglycaemia” ( https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD012661.pub2/full) analysierte den Zusammenhang zwischen erhöhten, aber nicht diabetischen Blutzuckerwerten (intermediate hyperglycaemia oder inkorrekterweise auch Prädiabetes genannt) und der Inzidenz von Typ 2 Diabetes mellitus. Es war der bis dato zweite publizierte Cochrane Review, der sich mit einer prognostischen Fragestellung auseinandersetzte. Dazu wurden nach einer extensiven und innovativen Suche 103 prospektive Kohortenstudien evaluiert. Die Hauptaussagen waren wie folgt: Insgesamt verschlechtert sich die Prognose von Menschen mit intermediate hyperglycaemia über die Zeit. Im Verlaufe der Zeit stieg die Typ 2 Diabetesinzidenz an, allerdings variierten die Raten je nach Definition der intermediate hyperglycaemia. Eine Regression von intermediate hyperglycaemia in Richtung Normoglykämie verringerte sich zwar im Zeitverlauf, konnte aber selbst nach 11 Jahren Follow-up beobachtet werden. Das Risiko eines neu auftretenden Typ 2 Diabetes mellitus im Vergleich zur Normoglykämie zu Studienbeginn variierte ebenfalls mit der Definition der intermediate hyperglycaemia. Die gepoolten hazard ratios lagen je nach Definition der intermediate hyperglycaemia zwischen 4.32 und 10.10. Es wurden keine substanziellen geographischen Unterschiede der Typ 2 Diabetesinzidenz beobachtet. Die mittels des GRADE-Instruments zusammengefasste Qualität der Evidenz wurde als moderat interpretiert, v.a. aufgrund der impräzisen Punktschätzer mit weiten Konfidenzintervallen.

Unter Berücksichtigung der verfügbaren Evidenz und des fluktuierenden Charakters verschiedener Blutzuckerstadien (von Normoglykämie über intermediate hyperglycaemia über Typ 2 Diabetes und zurück), die jederzeit in beide Richtungen und selbst noch nach Jahren wechseln können, sind Kliniker und Praktiker gut beraten, sich der potenziellen Implikationen jedweder aktiven Intervention bei Menschen mit der ‚Diagnose‘ intermediate hyperglycaemia bewußt zu sein.

 

 

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