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Wie raucht Deutschland? Neue Studie an der Uniklinik Düsseldorf ermöglicht Einblicke in das Rauchverhalten Deutschlands
(Foto: Universitätsklinikum Düsseldorf)

Von: SUSANNE BLÖDGEN

Wie raucht Deutschland? Neue Studie an der Uniklinik Düsseldorf ermöglicht Einblicke in das Rauchverhalten Deutschlands

29.05.2017 – Wie ist das Rauchverhalten in Deutschland und in wie weit spielen das Alter, das Geschlecht oder die Lebenssituation eine Rolle, ob und wie viel man raucht? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die groß angelegte, neue „Deutsche Befragung zum Rauchverhalten“ (DEBRA) des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Insgesamt soll das Rauchverhalten bei rund 36.000 Menschen erhoben werden: Über drei Jahre hinweg werden alle zwei Monate jeweils 2.000 Erwachsene befragt. Diese kontinuierlichen Befragungen bieten einen direkten Einblick auf den Effekt von möglichen politischen Einflüssen oder Aufklärungskampagnen.

Ziel der Studie ist es, aktuelle und detaillierte Informationen zu Merkmalen des Rauchverhaltens und insbesondere der Rauchentwöhnung in Deutschland zu erheben und sie für Wissenschaft, Politik und den klinischen Alltag verfügbar zu machen.Eine Raucherpause bei der Arbeit, auf einer Party Shisha rauchen oder eine E-Zigarette im Park, laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gehört für 16 Millionen Deutsche der Tabakkonsum zum Alltag. Deutschland ist international damit eines der Top-10-Raucher-Länder. Tabakrauchen ist in Europa jedoch der größte vermeidbare Risikofaktor für die Gesundheit. Die Deutsche Krebsgesellschaft geht davon aus, dass jedes Jahr etwa 120.000 Menschen in Deutschland an den direkten gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums sterben – am häufigsten durch Atemwegs-, Herzkreislauf- oder Krebserkrankungen.

Aufgrund der Tatsache, dass etwa ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland raucht, gehen die Organisatoren der DEBRA-Studie davon aus, dass von den 36.000 Befragten etwa 10.000 Menschen täglich oder gelegentlich Tabak rauchen (rund 500-600 pro Fragerunde). Die rauchenden Befragten werden dann nach sechs Monaten vom DEBRA-Team erneut befragt: Primär geht es im zweiten Interview darum, ob Versuche unternommen wurden, um mit dem Rauchen aufzuhören, und wie erfolgreich diese Versuche waren. Auch interessiert die Studiengruppe, was die Auslöser für einen möglichen Versuch waren und ob ärztliche Unterstützung oder Hilfsmittel – wie Nikotinpflaster oder Medikamente – in Anspruch genommen wurden. Langfristig können die Ergebnisse zu einem besseren Verständnis von erfolgreichen Prozessen der Rauchentwöhnung beitragen und in der klinischen Praxis helfen, individuellere Rauchentwöhnungstherapien zu entwickeln.

Die DEBRA-Studie entsteht in Kooperation mit dem University College und dem King’s College in London, der University of York sowie dem Universitätsklinikum Göttingen. Gefördert wird sie vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW. Am 30. Juni 2017 findet zudem ein erstes, internationales Symposium zur DEBRA-Studie im Haus der Universität in der Düsseldorfer Innenstadt statt. Hier werden die ersten Ergebnisse der Studie mit Fachpublikum aus Forschung und Politik diskutiert. Die Durchführung des Symposiums wird von der Deutschen Lungenstiftung e.V. sowie der B. Braun-Stiftung unterstützt. 

Das Studienprotokoll wurde Anfang Mai vom Online-Fachmagazin BMC Public Health veröffentlicht.

Weitere Informationen zum Symposium finden sich auf der Homepage der Studie.

Publikation: Kastaun S, Brown J, Brose LS, et al. Study protocol of the German Study on Tobacco Use (DEBRA): a national household survey of smoking behaviour and cessation. BMC Public Health 2017; 17:378., DOI: 10.1186/s12889-017-4328-2 (https://bmcpublichealth.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12889-017-4328-2)

Kontakt: Prof. Dr. Daniel Kotz, MPH, Tel. 0211/81-1 63 27, E-Mail: Daniel.Kotz(at)med.uni-duesseldorf.de, Dr. Sabrina Kastaun, Dipl.-Psych., Tel. 0211/81- 1 95 27, E-Mail: Sabrina.Kastaun(at)med.uni-duesseldorf.de, Universitätsklinikum Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin, Werdener Straße 4, 40227 Düsseldorf

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