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Klinik für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie
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Direktor:
Univ.-Prof. Dr. Dr. Norbert R. Kübler
Moorenstr.  5
40225  Düsseldorf
Tel.:  0211-81-18181
Fax: 0211-81-18877
kuebler@med.uni-duesseldorf.de

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www.uniklinik-duesseldorf.de/mkg

Das Aufgabengebiet der Klinik für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie umfasst das gesamte Operationsspektrum des Faches Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie. Dieses Behandlungsspektrum ist breit gefächert und umfasst

  • die zahnärztliche Chirurgie (Weisheitszähne, chirurgischer Zahnerhalt, Zysten)
  • die zahnärztliche Implantologie (Knochenaufbau, Implantatbehandlung, Weichteilchirurgie)
  • die Behandlung von Entzündungen im Kiefer- und Gesichtsbereich (Abszesse, Osteomyelitiden)
  • die Behandlung von Kieferfehlstellungen im Rahmen der Dysgnathiechirurgie (Kieferverlagerungen, Knochendistraktion)
  • die Behandlung traumatisch bedingter Gesichts-Kieferverletzungen (Frakturen des Gesichtsschädels, Weichteilverletzungen im Kopf-Hals-Bereich)
  • die Behandlung von Haut- und Schleimhautveränderungen im Kopf-Hals-Bereich
  • die Behandlung von gut- und bösartigen Tumoren im Bereich der Mundhöhle, der Kieferhöhlen oder der äußeren Gesichtshaut
  • die plastische Wiederherstellungschirurgie von Kiefer- oder Gesichtsdefekten aufgrund von Tumoren oder Verletzungen
  • die Behandlung von Fehlbildungen (Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, Craniosynostosen)
  • die Behandlung von Krankheiten der Kieferhöhlen sowie der Speicheldrüsen
  • die Behandlung von Gesichtsschmerzen sowie von Nervenschädigungen und -erkrankungen im Kiefer-Gesichtsbereich
  • die Behandlung von Erkrankungen des Kiefergelenks
  • die Behandlung der Schlafapnoe (Kieferverlagerungen, Schienenbehandlung)
  • die ästhetisch-kosmetische Chirurgie im Gesichtsbereich (Profilkorrektur, Lidstraffung, Faltenbehandlung, Facelift)

Die operativen Behandlungen werden in Lokalanästhesie oder Analgosedierung (Dämmerschlaf), meist jedoch in Intubationsnarkose (Vollnarkose) durchgeführt.

Da sich das ausgedehnte Spektrum der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie mit denen anderer benachbarter Fachdisziplinen zum Teil überschneidet oder die Mitbehandlung durch Fachärzte anderer Gebiete zum Wohle der Patienten notwendig macht, arbeitet die Klinik eng mit niedergelassenen Zahnärzten, MKG-Chirurgen, Oralchirurgen, Kieferorthopäden, Hautärzten, HNO-Ärzten, Augenärzten, Kinderärzten, Unfallchirurgen und Neurologen zusammen. Innerhalb des Universitätsklinikums besteht für die Versorgung von Patienten mit komplexen Problemstellungen eine enge Kooperation mit der Augenklinik, Hals-Nasen-Ohren-Klinik, Neurochirurgischen Klinik, Hautklinik, Kinderklinik, Klinik für Unfall- und Handchirurgie, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie, Nuklearmedizinischen Klinik, zum Universitätstumorzentrum sowie zu den Polikliniken des Zentrums für Zahn-Mund-Kieferheilkunde. Dadurch steht die gesamte Kompetenz des Universitätsklinikums für spezielle Fragestellungen zur Verfügung. Beispielhaft für die interdisziplinäre Patientenbetreuung seien die wöchentlich stattfindenden Sitzungen des Tumorboards oder die Sprechstunde für Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten genannt.

Die Klinik zählt bezüglich der Bettenanzahl und der Anzahl an operativen Eingriffen zu den größten Abteilungen ihres Faches in Deutschland. Als Klinik eines Krankenhauses der Maximalversorgung stehen bei Bedarf intensivmedizinisch betreute Betten zur Verfügung.

Versorgung der Patienten

Aufgrund des breiten operativen Spektrums wird in der Klinik für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie eine Vielzahl unterschiedlicher Krankheitsbilder diagnostiziert und therapiert. Häufig sind im Rahmen der Behandlung operative Eingriffe notwendig. Hierfür stehen der Klinik modernste Techniken und Gerätschaften zur Verfügung.

Für die Versorgung von Patienten mit Frakturen im Kiefer- und Schädelskelett ist die Klinik besonders eingerichtet. Nicht selten handelt es sich dabei um schwerst verletzte, polytraumatisierte Patienten, welche bei Bedarf in enger Kooperation mit der Klinik für Unfall- und Handchirurgie, der Neurochirurgischen Klinik und der Hals-Nasen-Ohren-Klinik zusammen behandelt werden. Intensivmedizinische Betten stehen hierfür zur Verfügung.
Bei der Behandlung von Tumorpatienten besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Augenklinik, der Hals-Nasen-Ohren-Klinik, der Hautklinik, der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie sowie dem  Universitätstumorzentrum. Einen Schwerpunkt im Rahmen der Tumortherapie stellen mikrochirurgische Operationsverfahren dar, bei denen Weichgewebe und/oder Knochengewebe von anderen Regionen des Körpers in den Kopf-Hals-Bereich verpflanzt werden. Dabei werden die versorgenden Blutgefässe der Transplantate an geeignete Arterien und Venen im Halsbereich angeschlossen, um dadurch komplexe Rekonstruktionen zu ermöglichen. Hierdurch wird ein sowohl funktionell als auch ästhetisch zufriedenstellender Ersatz von Gewebe ermöglicht, welches im Rahmen von Tumorradikaloperationen entfernt werden muss.

Mikrochirurgische Verfahren kommen darüber hinaus auch bei der Rekonstruktion von Nerven oder beispielsweise in der Spaltchirurgie sowie der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie zum Einsatz. Durch die Verwendung individueller, im CAD/CAM-Verfahren hergestellter Kalottenimplantate aus Titan können großflächige Schädeldefekte infolge von Unfällen oder nach Tumoroperationen gedeckt werden.

Das operative Verfahren der Distraktionsosteogenese ermöglicht die Knochenverlängerung beziehungsweise den Knochenaufbau ohne die Verwendung von körpereigenen Knochentransplantaten. Dabei können Skelettabschnitte sowohl im Ober- als auch im Unterkiefer beeinflusst bzw. verändert werden. Auch eine Erhöhung des Knochenangebots im Kieferbereich als Voraussetzung für eine Behandlung mit Zahnimplantaten ist möglich. In dem modern ausgerüsteten OP-Trakt der Klinik stehen des Weiteren verschiedene CO2-, Nd:Yag-, und IPL-Laser zur Behandlung von Haut- und Schleimhautveränderungen (einschließlich maligner Tumoren) sowie zur Therapie von Hämangiomen, Teleangiektasien, Krampfadern und altersbedingten Hautpigmentierungen zur Verfügung.

Aufgrund ihrer langen Tradition besitzt die Klinik besondere Erfahrung auf dem Gebiet der Chirurgie von Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten und bei der operativen Korrektur von Kieferfehlstellungen (Über- oder Unterentwicklung des Ober- und/oder Unterkiefers, offener Biss etc.). Bei der operativen Korrektur von Kieferfehlstellungen (Dysgnathiechirurgie) kommen neuartige Operations- und Planungsverfahren zum Einsatz, um die Operationsergebnisse besser zu standardisieren und vorhersehbarer zu machen. Bei komplexen Fällen werden darüber hinaus computergestützte Planungs- und Simulationsverfahren angewandt. Hierfür und für die Behandlung von Spaltpatienten besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Poliklinik für Kieferorthopädie und mit niedergelassenen Kieferorthopäden im weiten Umkreis.
In Kooperation mit der Neurochirurgischen Klinik werden Kinder mit vorzeitiger Verknöcherung der Schädelnähte (Craniosynostosen) relativ frühzeitig (häufig zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat) operativ behandelt, um eine ästhetisch auffallende Schädeldeformierung und eine Druckerhöhung im Schädel zu verhindern.

Das Universitätsklinikum Düsseldorf verfügt als eine von wenigen Kliniken in Deutschland über eine Überdruckkammer, in der Patienten reinen Sauerstoff zur besseren Durchblutung unter erhöhtem Druck einatmen. Dieses als „hyperbare Sauerstofftherapie“ bezeichnete Verfahren wird mit großem Erfolg insbesondere bei der Behandlung von Osteomyelitiden (Knochenmarkentzündungen) des Kiefers eingesetzt, die zu den am schwierigsten therapierbaren Erkrankungen im Kiefer- und Gesichtsbereich zählen.
Zu den Spezialgebieten der Kieferchirurgen zählen darüber hinaus alle Eingriffe im Bereich der zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie. Vom implantatgetragenen Einzelzahnersatz bis zur vollständigen implantologischen Rehabilitation beider Kiefer – auch bei extremen Situationen – wird die gesamte Palette moderner implantologischer Leistungen angeboten. Bei komplexen Fällen kommen neuartige computerassistierte Navigationsverfahren zur Implantatplanung und Implantatsetzung zum Einsatz.
Bedingt durch ihren Standort in einer der führenden Mode- und Kosmetikmetropolen spielt auch die ästhetische (kosmetische) Gesichtschirurgie eine große Rolle im chirurgischen Repertoire der Klinik. Dabei reicht die Palette der angebotenen Leistungen von der Injektion von Hautfillern (z.B. Lippenausformung durch Hyaluronsäure) oder Botulinumtoxin, über kosmetische Lid-, Kinn- und Nasenkorrekturen bis zum Stirn- und Facelift.

Forschung und Lehre

Der Hauptforschungsschwerpunkt an der Klinik für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie ist die Knochenneubildung durch osteoinduktive Knochenmatrixproteine. Diese Proteine, die auch als BMPs (bone morphogenetic proteins) bezeichnet werden, führen über zellmembrangebundene Rezeptoren zu einer Differenzierung von pluripotenten, mesenchymalen Stammzellen in knochenbildende Vorläuferzellen. Mit diesem Verfahren wird es zukünftig möglich sein, beim Patienten eine Knochenneubildung nur durch die Implantation dieser Proteine in Knochendefekte einzuleiten, ohne auf körpereigene Knochentransplantate zurückgreifen zu müssen.
Im Rahmen der Stammzellforschung wird dabei gegenwärtig untersucht, inwieweit diese noch undifferenzierten Zellen mit Hilfe der BMPs bereits in der Gewebekultur zur künstlichen Erzeugung von Knochengewebe befähigt sind. Dabei arbeitet die Klinik eng mit dem Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika sowie mit anderen Instituten der Universität zusammen.
Einen weiteren Forschungsschwerpunkt stellt die zahnärztliche Implantologie dar. Neben der Entwicklung neuer Oberflächenbeschichtungen für die schnellere knöcherne Integration von Keramikimplantaten forscht die Klinik insbesondere auf den Gebieten der Sofortimplantation nach Zahnextraktion, der Knochenneubildung durch geeignete Ersatzmaterialien sowie der Verbesserung der (ästhetischen) Weichgewebesituation.
Weitere aktuelle Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Onkologie beschäftigen sich in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich mit der verbesserten Tumordiagnostik durch das PET (Positronen-Emissions-Tomographie) mittels neuartiger Tracer. In Kooperation mit der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie werden peripher im Kreislauf zirkulierende Tumorzellen bei Patienten mit Plattenepithelkarzinomen in der Mundhöhle isoliert und charakterisiert. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt beschäftigt sich mit der sonographischen Früherkennung von nodalen Mikrometastasen bei malignen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich.

Die Klinik beteiligt sich intensiv an der Ausbildung sowohl von Zahnmedizinstudenten als auch von Medizinstudenten. Neben Vorlesungen, Seminaren und Praktika werden auch OP-Kurse angeboten. Im Forschungslabor der Klinik sind neben angestellten Wissenschaftlern und Gastwissenschaftlern aus dem Ausland auch zahlreiche Doktoranden und Diplomanden tätig. Zur ärztlichen und zahnärztlichen Fortbildung führt die Klinik jedes Jahr ein Fortbildungssymposium sowie vierteljährlich eine curriculare Fortbildungsveranstaltung auf dem Gebiet der zahnärztlichen Implantologie (Düsseldorfer Qualitätszirkel Implantologie) für niedergelassene Zahnärzte durch.




Vita Universitätsprofessor Dr. med. Dr. med. dent. Norbert R. Kübler

  Studium der Medizin und der Zahnmedizin an der Universität Mainz
1986: Approbation als Arzt und Promotion zum Doktor der Medizin
1988: Approbation als Zahnarzt und Promotion zum Doktor der Zahnmedizin
1988-1989: Auslandsaufenthalt an der University of California at Los Angeles
1994: Facharztanerkennung für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie
1995: Habilitation an der Universität Würzburg
1996: Lehr- und Forschungsaufenthalt auf Einladung der Japanischen Regierung an den Universitäten Kyoto, Shiga, Osaka und Nagoya
1997: Anerkennung der Zusatzbezeichnung „Plastische Operationen“
1997: Auszeichnung mit dem Ferdinand-Sauerbruch-Preis
2001: Berufung auf die C3-Professur für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Universität Würzburg
2002: Berufung auf die C4-Professur für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie an der Westdeutschen Kieferklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
 

Professor Norbert Kübler verfügt über ein umfangreiches Publikationsverzeichnis. Er wurde für seine wissenschaftlichen Arbeiten mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet und ist aktives Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Fachgesellschaften.
Seit 2002 ist Professor Norbert Kübler Direktor der Klinik für Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie.

Behandlungsschwerpunkte
zahnärztliche Implantologie
Dentoalveoläre Chirurgie (zahnärztliche Chirurgie)
Dysgnathiechirurgie (kieferorthopädische Chirurgie)
Operative Behandlung von Kiefer- und Schädelfrakturen
Tumorchirurgie im Kopf-Hals-Bereich
Fehlbildungschirurgie
plastisch-rekonstruktive Chirurgie im Kopf-Hals-Bereich
kosmetisch-ästhetische Chirurgie im Kopf-Hals-Bereich

Forschungsschwerpunkte
Stammzellforschung
Tissue Engineering von Knochengewebe (Gewebekultur)
Osteoinduktion
Bone Morphogenetic Proteins
Entwicklung neuartiger Knochenersatzmaterialien
Werkstoffe und Verfahren der Implantatbeschichtung
Sofortimplantation und –belastung in der Implantologie
Isolierung und Charakterisierung peripher zirkulierender Tumorzellen
Diagnostik und Therapie von Halslymphknotenmetastasierungen
Untersuchung neuartiger Tracer für PET
Kontrastmittel für Ultraschalldiagnostik