Schwerpunkte

  • Behandlungsschwerpunkte

    • Gutartige und bösartige Schilddrüsenerkrankungen
    • Radiojodtherapie bei Tumorerkrankungen insbesondere der Schilddrüse
    • Tumorerkennung sowie Nachweis erneuten Tumorwachstums
    • Beurteilung von Herzkranzgefäßerkrankungen/ Folgezuständen nach Herzinfarkt
  • Forschungsschwerpunkte

    • Kartierung von an Gedächtnisprozessen beteiligten Gehirnarealen
    • Neurotransmission im ZNS

Die Nuklearmedizinische Klinik mit ihren beiden Standorten Düsseldorf und auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich betreibt jeweils eine nuklearmedizinische Ambulanz mit dem gesamten Spektrum von szintigraphischen Untersuchungen, angefangen bei Schilddrüsen- und Skelettdiagnostik bis hin zu Untersuchungen zum Aminosäurestoffwechsel bei Gehirntumoren und Stoffwechseluntersuchungen bei anderen bösartigen Tumorerkrankungen. Dazu stehen neben mehreren konventionellen Gamma-Kameras an beiden Standorten auch je zwei, teilweise mit mehreren Detektorköpfen ausgerüstete SPECT-Kameras zu Verfügung. Darüber hinaus gibt es in Jülich eine auf Schilddrüsenerkrankungen spezialisierte Ambulanz, in der internistische und nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie aus einer Hand umgesetzt werden.

Zum diagnostischen Leistungsspektrum der Klinik gehören weiterhin modernste nuklearmedizinische Untersuchungstechniken wie die Positronen-Emissionstomographie (PET). Dieses Verfahren gibt beispielsweise Aufschluss über den Glukosestoffwechsel bei onkologischen, kardiologischen und neurologisch-psychiatrischen Erkrankungen.

Neben dem breit gefächerten diagnostischen Angebot ist die nuklearmedizinische Klinik eine der größten nuklearmedizinischen Therapiestationen in ganz Deutschland, wobei im Zentrum gutartige wie bösartige Erkrankungen der Schilddrüsen stehen.

Versorgung der Patienten

Die Nuklearmedizin verwendet radioaktive Stoffe in kleinsten, gesundheitlich unbedenklichen Mengen zur Untersuchung und Behandlung von Krankheiten. Mit diesen Spürdosen, den so genannten Tracern, werden bestimmte Stoffwechsel- oder Organfunktionen im Körper erkennbar gemacht. Die Verteilung des radioaktiven Tracers kann mit einem speziellen Detektor für radioaktive Strahlung, der so genannten Gamma-Kamera, sichtbar gemacht werden. Auf diese Weise können Unregelmäßigkeiten im Stoffwechsel festgestellt werden, die auf Krankheiten hindeuten.

Nuklearmediziner können heute eine Vielzahl von Stoffwechselstörungen nachweisen und Krankheiten bereits im Frühstadium erkennen, obwohl die Organe äußerlich betrachtet keine Veränderungen aufweisen. Krebszellen haben zum Beispiel einen erhöhten Traubenzuckerverbrauch. Der Nuklearmediziner kann daher Krebs aufspüren, indem er Traubenzucker mit einem radioaktiven Stoff „markiert“ und anschließend den Zuckerverbrauch im Körper verfolgt. Nuklearmedizinische Untersuchungen können aber auch erfolgreich zur Diagnose von Erkrankungen des Gehirns wie Alzheimer, Epilepsie oder Depression eingesetzt werden. So ist es nuklearmedizinischen Verfahren zu verdanken, dass heute mehr über ihre Ursachen bekannt ist: In Forschungen konnte das Düsseldorfer Universitätsklinikum nachweisen, dass auch psychiatrische Erkrankungen oft auf organische Störungen und biochemische Veränderungen im Gehirn zurückgehen.

Therapeutisch wird in der Nuklearmedizin häufig die Radiojodtherapie zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten eingesetzt. Bei Schilddrüsenkrebs können die Krebszellen mit diesem Verfahren gezielt angegriffen werden. Das gegebene radioaktive Jod reichert sich fast ausschließlich in den entarteten Zellen an und zerstört sie dann durch seine Strahlung.

Forschung und Lehre

Forschungsschwerpunkt sind grundlagenwissenschaftliche Fragestellungen zu Stoffwechselprozessen im Gehirn und deren Veränderungen bei neurologischen und psychiatrischen Krankheiten. Dabei konzentriert sich diese Grundlagenforschung auf die Funktion von Enzymen, Botenstoffen und anderen Stoffwechselvorgängen. Weiter werden Messungen der regionalen Durchblutung des Gehirns, des regionalen Energiestoffwechsels und der Signalübertragung zwischen Nervenzellen des Gehirns vorgenommen. Besonders intensiv befasst sich die Klinik für Nuklearmedizin dabei mit der Synapsenveränderung bei Depressionen und der Erforschung von Gehirnarealen, die an der Gedächtnisbildung beteiligt sind.

Ziel dieser Forschung ist es, ein besseres Verständnis für Funktionsstörungen so unterschiedlicher Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie, Epilepsie und Alzheimer’scher Krankheit zu entwickeln. Die Erkenntnisse tragen dazu bei, neue Therapien für psychisch Kranke und Patienten mit Demenzen zu entwickeln.

In der klinisch orientierten Forschung werden u.a. die Effekte einer patienteneigenen Stammzelltransplantation in den Herzmuskel nach einem Herzinfarkt mit radioaktiven Stoffen untersucht. Weiter gibt es eine Reihe onkologisch orientierter Projekte, die unter Einsatz der PET und teilweise neu etablierter Tracer so unterschiedliche bösartige Erkrankungen wie Gehirntumoren, Schilddrüsen- und Prostatakarzinome sowie in Multicenter-Studien kindliche Tumoren erforschen.

Ein weiterer Aspekt der Forschungsaktivitäten der Nuklearmedizinischen Klinik ist die Weiterentwicklung der SPECT und PET und deren Nutzbarmachung für die Anwendung an Kleintieren.

Vita Universitätsprofessor Dr. med. Hans-Wilhelm Müller 

  Studium der Medizin an der Université catholic de Louvain (Belgien) und an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
1980: Deutsches medizinisches Staatsexamen, Approbation
1981: Amerikanisches klinisches Medizinexamen
1982: Amerikanisches vorklinisches Medizinexamen
1986: Facharztanerkennung für Nuklearmedizin
1986: Promotion
1989: Habilitation
1978-1993: zahlreiche Auslandsaufenthalte in Großbritannien und in den USA; dort an der Johns Hopkins Medical School in Baltimore als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1989-1993)
1993: Berufung zum C4-Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Klinik f. Nuklearmedizin
2000: Auszeichnung mit dem Europäischen Lehrstuhl am Collège de France Paris
  Professor Hans-Wilhelm Müller verfügt über ein umfangreiches Publikationsverzeichnis, das sich schwerpunktmäßig mit der In-vivo-Darstellung (PET,SPECT, MRT) molekularer Funktionen bei klinischen und wissenschaftlichen Fragestellungen (Tumoren, Herz, ZNS) sowie mit der Diagnose und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen befasst.
Seit 1993 leitet er die Klinik für Nuklearmedizin.