Institut für Rechtsmedizin

Forschungsschwerpunkte

  • (Häusliche) Gewalt im Spiegel der verschiedenen Kategorien von Geschlecht
  • Das Altern von Eiweißen als biologische Uhr
  • DNA-Typisierung von Einzelzellen
  • Lebensaltersschätzung anhand von Bilddokumenten
  • Qualitätssicherung bei der Photoidentifikation
  • Weltweite DNA-PCR-Datenbank
  • Wirkung von Rauschmitteln

Die Rechtsmedizin beschäftigt sich mit medizinischen Fragestellungen, die aus rechtlicher Perspektive von Bedeutung sind. Ihr wohl bekanntestes Aufgabengebiet ist die Aufdeckung und Untersuchung nicht natürlicher Todesursachen, insbesondere der Fälle von Tötungen durch fremde Hand. Dazu werden im Institut moderne medizinische und naturwissenschaftliche Verfahren eingesetzt.

Weniger bekannt, aber dennoch von größter Wichtigkeit ist das Aufgabenfeld der klinischen Rechtsmedizin. Hierhin gehört vor allem die Untersuchung lebender Gewaltopfer mit „gerichtsfester“ Dokumentation und Interpretation der Verletzungen unter Berücksichtigung der einschlägigen rechtlichen Fragestellungen sowie der Asservierung von Spuren. Die Betroffenen werden nach der Untersuchung gegebenenfalls an andere Einrichtungen des Hilfsnetzwerkes für Gewaltopfer vermittelt; das Institut begreift sich als Teil dieses Netzwerkes. Hinzu kommen weitere Aufgabenfelder aus dem gesamten Gebiet der Rechtsmedizin.

Die Bewältigung des breit gefächerten Spektrums an Aufgabenstellungen wird durch Wissenschaftler verschiedener Disziplinen wie Medizin, Chemie, Pharmazie und Biologie in den eng zusammenarbeitenden Bereichen forensische Morphologie/Pathologie, forensische Toxikologie mit angegliederter Blutalkoholuntersuchungsstelle, forensische Molekulargenetik und der Untersuchungsstelle für Gewaltopfer gewährleistet.

Im Bereich der Forensischen Pathologie umfasst das Dienstleistungsangebot des Instituts unter anderem Leichenschauen, Obduktionen, feingewebliche Untersuchungen und Gutachten zur Frage der Todesursache.

Die Forensische Toxikologie und Blutalkoholuntersuchungsstelle weisen Fremdsubstanzen wie Alkohol, Drogen und Medikamente nach und bewerten ihre Wirkung unter verschiedenen, insbesondere verkehrsmedizinischen Fragestellungen. Darüber hinaus ist die Forensische Toxikologie für die Diagnostik von Vergiftungen zuständig. Aufgabengebiet der Forensischen Molekulargenetik sind Abstammungs- und Spurenuntersuchungen.

In der Untersuchungsstelle für Gewaltopfer werden Verletzungen nach Einwirkung von Gewalt dokumentiert sowie gegebenenfalls Spuren asserviert; auf dieser Basis können Gutachten zu Art und Entstehung der Verletzungen erstellt werden. Darüber hinaus werden Gutachten zu weiteren rechtsmedizinischen Fragestellungen erstellt, insbesondere auch zur Identitätsfeststellung auf Lichtbildern sowie zur Lebensaltersschätzung.

Das Leistungsspektrum des Instituts steht nicht nur Polizei, Justiz und Kliniken, sondern nach Absprache auch anderen Auftraggebern zur Verfügung. Opfer von Gewalt müssen beispielsweise nicht zuerst Polizei und Behörden einschalten, sondern können sich auch direkt an das Institut wenden. Im letzteren Fall werden Polizei oder Behörden nur auf Wunsch der Betroffenen benachrichtigt. Den Patienten des Klinikums steht das Institut unter anderem über Konsiliardienste, beispielsweise bei der Untersuchung von Gewaltopfern sowie bei der Diagnostik von Vergiftungen, zur Verfügung.

Forschung und Lehre

Ein Forschungsschwerpunkt des Instituts ist das Thema „(Häusliche) Gewalt im Spiegel der verschiedenen Kategorien von Geschlecht“. Über die unmittelbare Arbeit mit Gewaltopfern und einen interdisziplinären Untersuchungsansatz soll in diesem Bereich das Bedingungsgefüge zwischen (häuslicher) Gewalt und Geschlecht untersucht werden. Dadurch dürfte es möglich sein, neue Präventionsstrategien zu entwickeln.

„Das Altern von Eiweißen als biologische Uhr“ ist ein weiterer Forschungsschwerpunkt des Instituts. Hier werden Veränderungen bestimmter Aminosäuren untersucht, die mit zunehmendem Alter eines Eiweißes auftreten und vermutlich eine wichtige Rolle beim Alterungsprozess des Gesamtorganismus und bei der Entstehung typischer Alterserkrankungen spielen.

Weitere Forschungsfelder betreffen die Entwicklung von Verfahren zur Lebensaltersschätzung anhand von Bilddokumenten, die Qualitätssicherung bei der Photoidentifikation, die Wirkung von Rauschmitteln, die DNA-Typisierung von Einzelzellen sowie eine weltweite DNA-PCR-Datenbank.

Das Institut bietet Lehrveranstaltungen für Studierende der Medizin sowie der Rechts- und Naturwissenschaften an. Außerdem werden regelmäßig Weiterbildungsveranstaltungen, insbesondere für Ärzte, Juristen und die Polizei, durchgeführt. Dabei wird größter Wert auf eine möglichst praktische Vermittlung von relevanten Lehrinhalten in kleinen Gruppen gelegt.

Vita Universitätsprofessorin Dr. med. Stefanie Ritz-Timme

  Studium der Medizin an der Justus-Liebig-Universität Giessen
1988: Erteilung der Approbation
1990: Promotion zum Doktor der Medizin, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
1996: Anerkennung als Ärztin für Rechtsmedizin
1998: Erteilung der Venia legendi für das Fach Rechtsmedizin und Ernennung zur Privatdozentin
2001: Auszeichnung mit dem Konrad-Händel-Preis
2003: Ruf auf eine C4-Professur für Rechtsmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  Seit 2004 ist Professorin Stefanie Ritz-Timme Direktorin des Institutes für Rechtsmedizin im Universitätsklinikum Düsseldorf.
  Darüber hinaus ist sie Mitglied des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin sowie zweite Vorsitzende der Sektion I (Experimentelle Gerontologie) der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie.
  Außerdem ist sie Mitglied der wissenschaftlichen Beiräte verschiedener rechtsmedizinischer Fachzeitschriften.

Institutsleitung


Bild von:  Prof. Dr. med.  Stefanie Ritz-Timme
Prof. Dr. med. Stefanie Ritz-Timme
Institutsdirektorin
Berufsbezeichnung
Ärztin für Rechtsmedizin
Straße
Moorenstr. 5
Ort
40225 Düsseldorf
Tel.: 
+49(0)211 81 19385
Fax: 
+49(0)211 81 19366

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