Schwerpunkte

  • Behandlungsschwerpunkte

    • Antikoagulation inkl. Patientenschulung („CoaguCheck“)
    • Arterielle Thrombosen und Embolien
    • Hämophilie A und B, erworbene Hemmkörper-Hämophilie
    • Hämotherapie
    • Immunthrombozytopenien
    • Tiefe Venenthrombosen, Schwangerschafts- und Wochenbett-Thrombosen
    • von-Willebrand-Syndrom

  • Forschungsschwerpunkte

    • Antithrombotische Therapie
    • Arterielle Thrombogenese
    • Hämovigilanz
    • Molekulare Epidemiologie thromboembolischer Erkrankungen
    • Molekulargenetik von Hämostasedefekten
    • Thrombophilie und Thromboseprävention

„Hämostase“ bedeutet Blutstillung, „Transfusion“ die Übertragung von Blut. Seinem Namen entsprechend gehören zu den Hauptaufgaben des Instituts für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin die Untersuchung und Behandlung von Patienten mit Blutungsleiden („Bluter“) und von Patienten mit Blutgerinnseln (Thrombosen). Außerdem ist das Institut für die Gewinnung, Herstellung und Bereithaltung von Blutkonserven verantwortlich. Patienten, die Transfusionen benötigen, sind Unfallopfer mit hohem Blutverlust, Patienten bei ausgedehnten Operationen, Bluter, Tumorkranke, Kinder und Erwachsene mit Leukämien oder Lymphknotenkrebs, Frühgeborene und manchmal sogar Feten.

Um die Patienten des Klinikums mit Blut und Blutprodukten zu versorgen, verfügt das Institut über eine Blutspende- und Transfusionszentrale, die höchstmögliche Sicherheitsstandards für Spendefreiwillige und Patienten gewährleistet. Hierbei setzen die Mitarbeiter modernste gentechnologische Verfahren zur Infektionsdiagnostik und zur Verträglichkeitstestung zwischen Spender und Empfänger ein. Zusätzlich werden im Institut umfangreiche Qualitätskontrolluntersuchungen der hergestellten Blutprodukte durchgeführt. Trotz blutsparender neuer Behandlungsverfahren sind es gerade Fortschritte der modernen Medizin wie die Hochdosis-Chemotherapie von Krebserkrankungen, die einen zunehmenden Bedarf an Blut und speziellen Blutprodukten beding

Versorgung der Patienten

Als zentrale Einrichtung des Universitätsklinikums Düsseldorf nimmt das Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin interdisziplinäre Aufgaben der Krankenversorgung wahr. Hierzu zählt die Herstellung von Blutkonserven, also von Erythrozytenkonzentraten, Thrombozytenkonzentraten und gerinnungsaktiven Frischplasmen. Pro Jahr werden zur Behandlung transfusionspflichtiger Patienten bis zu 60.000 Blutkomponentenkonserven bereitgehalten. Zugleich wird im Institut eine umfassende Laboranalytik zur Vorbereitung, Steuerung und Beratung bei der Hämotherapie durchgeführt. Dies betrifft vor allem immunhämatologische Problempatienten, bei denen Eiweißstoffe (Auto- oder Alloantikörper) gegen eigene oder übertragene Blutbestandteile bzw. Blutgruppenmerkmale auftreten.

Hoher diagnostischer und präparativer Aufwand ist erforderlich zur hämotherapeutischen Versorgung von Patientinnen mit einer Risikoschwangerschaft, wenn etwa eine Unverträglichkeit zwischen Mutter und Fetus eintritt. Bei immunologisch bedingter Verminderung der Thrombozyten (fetale Immunthrombozytopenie) oder Anämie (Erythroblastose) werden für die notwendigen Blutübertragungen des ungeborenen Kindes (intrauterine Transfusionen) immungenetisch ausgetestete Spezialpräparate hergestellt.

Diagnostik und Therapie von Patienten mit Blutungsleiden oder Thrombosen sind ein weiterer klinischer Aufgabenschwerpunkt des Instituts. Patienten mit Blutungs- und Thrombose-Neigung werden in der Hämostaseologischen Ambulanz des Instituts untersucht und behandelt. Zur klinischen und laboranalytischen Diagnostik plasmatischer und thrombozytärer Hämostasedefekte verfügt das Institut über ein differenziertes Methodenrepertoire einschließlich molekularer, molekulargenetischer und durchflusszytometrischer Verfahren.

Das Institut gehört im Rahmen eines europäischen Verbunds seit Jahren zu den Referenzzentren für die hämostaseologische Diagnostik. Darüber hinaus wurde die Einrichtung für ein nationales „Thrombose-Netzwerk“ als Kompetenzzentrum ausgewählt.

Bei kritisch kranken Blutern mit erworbener Hemmkörper-Hämophilie (Antikörper gegen Gerinnungsfaktor VIII) setzt das Institut erfolgreich ein neuartiges Verfahren zur Elimination des Hemmkörpers (Immunadsorption) ein und hat Spezialsprechstunden für Bluter und thrombosegefährdete Patienten eingerichtet. Patienten, bei denen die Gerinnung des Blutes verzögert werden soll (Antikoagulationsbehandlung), erhalten am Institut Schulungen zur Selbstbestimmung der Gerinnungshemmung („CoaguCheck“).

Forschung und Lehre

In der Forschung befasst sich das Institut mit innovativen Blutspende-Verfahren (Multikomponentenapherese) und mit der Risikominimierung bei der Hämotherapie. Weiterer Schwerpunkt ist die Früherkennung von Gerinnungsstörungen als Ursache tiefer Venenthrombosen und arterieller Durchblutungsstörungen, die einen Schlaganfall oder Herzinfarkt auslösen können. Mit den eingesetzten molekulargenetischen und molekularepidemiologischen Verfahren ist das Institut in der Lage, die Thrombosegefährdung bei Patienten zu erkennen und dem individuellen Thromboserisiko durch entsprechende Maßnahmen wirksam vorzubeugen. Dies betrifft das Problem „Pille und Thrombose“ ebenso wie die Thrombosegefährdung während Schwangerschaft und Wochenbett.

Experimentell untersucht das Institut die molekularen Mechanismen, die zur Blutungsneigung und zur Thromboseentstehung führen. Diese Projekte werden im Sonderforschungsbereich 612 und in Einzelvorhaben durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Forschungskommission der Medizinischen Fakultät gefördert. Aus den Ergebnissen der Untersuchungen, die das Institut auch in Kooperation mit dem Biologisch-Medizinischen Forschungszentrum sowie nationalen und internationalen Arbeitsgruppendurchführt, lassen sich gezielte therapeutische Strategien einschließlich gentherapeutischer Ansätze ableiten.

Das Lehrangebot umfasst Vorlesungen und Praktika zur blutgruppenserologischen und gerinnungsphysiologischen Diagnostik, Hämotherapie und Thromboseprävention. Gemäß der erteilten Weiterbildungsbefugnis der Ärztekammer Nordrhein werden am Institut Fachärzte für Transfusionsmedizin, Transfusionsverantwortliche und Transfusionsbeauftragte ausgebildet. Neuerdings wird ein Intensivkurs „Klinische Hämostaseologie“ angeboten.

Vita Universitätsprofessor Dr. med. Rüdiger E. Scharf

1969-1975: Medizinstudium in Saarbrücken, Homburg, Cambridge (UK) und München, Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes
1976: Promotion zum Doktor der Medizin an der Universität des Saarlandes
1977-1978: „Postdoctoral Fellow“ am Theodor-Kocher-Institut Bern
1978-1984: Wissenschaftlicher Assistent (C1), Medizinische Universitätsklinik Düsseldorf
1984: Facharztanerkennung als Internist, Habilitation und Venia legendi für Innere Medizin
1984-1988: Klinischer Oberarzt, Medizinische Universitätsklinik Düsseldorf
1986-1990: Professor (C2) auf Zeit, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
1988-1990: Visiting Professor, The Scripps Research Institute, Department of Molecular and Experimental Medicine and Department of Vascular Biology, La Jolla, CA, USA
1989: Erteilung der Zusatzbezeichnung „Hämatologie und Internistische Onkologie“
1990-1994: Professor (C3) auf Lebenszeit, Universität Bonn, Ltd. Oberarzt, Institut für Exp. Hämatologie und Transfusionsmedizin, Facharzt für Transfusionsmedizin
1994: Berufung zum C4-Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Auszeichnungen: Eduard-Martin-Preis (1978), Albert-Knoll-Preis (1980), Alexander-Schmidt-Preis (1984), Fellowship Award, International Society of Nephrology (1984), Young Investigator Award, University of California(1984), Habilitationspreis der Universität Düsseldorf (1985), Heisenberg-Stipendium der DFG (1988-1991), Rudolf-Jürgens-Medaille (1997), Fellow der American Heart Association (2001).
Das Publikationsverzeichnis von Prof. Scharf umfasst bisher 250 Original- und Übersichtsarbeiten, 3 Bücher und über 340 gedruckte Vorträge. Er ist Mitherausgeber internationaler Fachzeitschriften und Mitglied eines Expertengremiums für Transfusionsmedizin beim Europarat in Straßburg.
Seit 1994 ist Professor Rüdiger E. Scharf Direktor des Instituts für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin.

Institutsleitung


Bild von:  Univ.-Prof. Dr. med. Rüdiger E. Scharf, F.A.H.A
Univ.-Prof. Dr. med. Rüdiger E. Scharf, F.A.H.A
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Ort
40225 Düsseldorf
Tel.: 
+49 (0) 2 11- 8 11 73 44
Tel.2: 
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  • Zuletzt aktualisiert am 26.09.2012
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