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Das Institut für Geschichte der Medizin
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Univ.-Prof. Dr.med. Dr.phil. Alfons Labisch, M.A.(Soz.)
Director and Head, Rector emeritus Heinrich-Heine-Univ. Düsseldorf
Gebäude-Nr.: 23.12
Ebene: O4
Zimmer-Nr.: 45
40225  Düsseldorf
Tel.:  +49 (0)211-81-13940
Fax: +49 (0)211-81-13949
InstGeschMed@uni-duesseldorf.de

  Kontakt und Geschäftsführung:

Prof. Dr. Jörg Vögele, M.A.
Gebäude-Nr.: 23.12
Ebene: O4
Zimmer-Nr.: 43
Universitätsstr.  1
40225  Düsseldorf
Tel.:  +49 (0)211-81-13940
Fax: +49 (0)211-81-13949
InstGeschMed@uni-duesseldorf.de


www.uniklinik-duesseldorf.de/medizingeschichte

Aufgabe des Instituts für Geschichte der Medizin ist es gemäß Approbationsordnung, die historischen, kulturellen, ethischen und sozialen Grundlagen in der Geschichte des ärztlichen Denkens, Wissens und Handelns zu erforschen und zu lehren. Sinn von Forschung und Lehre ist es, den Studierenden die für die Ausübung des ärztlichen Berufes unverzichtbaren Fähigkeiten und Einsichten über die Grundlagen ihres Handelns zu vermitteln. Darüber hinaus sollen die historisch-wissenschaftlich erarbeiteten Entwicklungslinien und Entwicklungsmomente für aktuelle Fragen und Probleme der Medizin nutzbar gemacht werden.

Die Forschungsaktivitäten des Instituts sind ebenso vielfältig wie sein Aufgabengebiet. Sie reichen von lokalhistorischen Untersuchungen bis zu vergleichenden internationalen Studien. Akzentuiert werden Forschung und Lehre durch die Kooperation mit der Philosophischen Fakultät. Die akademische Lehre an der Medizinischen und an der Philosophischen Fakultät sowie die Drittmittelprojekte des Instituts vereinen Fragestellungen und Methoden verschiedener Fakultäten und werden daher häufig interdisziplinär durchgeführt. Dissertationen und Masterarbeiten werden in den Bereichen Humanmedizin, Zahnmedizin,  Pharmazie, Gesundheitswissenschaften und Geschichte betreut.

Das Institut ist als Veranstalter internationaler Konferenzen und Herausgeber von Fachpublikationen, mit Vorstandsfunktionen in einschlägigen Fachgesellschaften sowie durch seine ausländischen Gastwissenschaftler in die internationale Forschung eingebunden. Außerhalb des europäischen Forschungsraumes bestehen intensive Beziehungen zu Japan und China.

Forschung
Im Mittelpunkt der historischen Forschungen steht die Frage nach der wechselseitigen Abhängigkeit von Gesellschaft und Medizin. Diese Abhängigkeit wird durch die Deutungen und Wirkungen der jeweils gültigen Begriffe von Gesundheit und Krankheit vermittelt. Die aktuelle Situation ist durch den Konzeptwandel der Medizin von der naturwissenschaftlichen iatrotechnischen Medizin hin zur lebens­wissenschaftlichen molekularen Medizin gekennzeichnet. Dieser säkulare Wandel ist für die medizinhistorische Forschung von einzigartigem Interesse.

Die konkreten Forschungsprojekte des Instituts in diesem Bereich richten sich auf die Theorien von Gesundheit und Krankheit inklusive der historischen Konzeptionen von naturwissenschaftlich orientierter Medizin und Hygiene im Vergleich zur Naturheilkunde sowie Studien zur Geschichte der Körperwahrnehmungen und -repräsentationen, auf die Geschichte der Öffentlichen Gesundheit und Gesundheits­politik („Public Health“), auf das Krankenhaus- und das Gesund­heitswesen inklusive der Psychiatrie, speziell auch am lokalen Beispiel Düsseldorf; auf die Kolonial- und Tropenmedizin, in Sonderheit auf die Malaria. Darüber hinaus beschäftigt sich das Institut mit historischen Aspekten von Altern und Alter von der biomedizinischen Alternsforschung bis zur sozialen Bewertung des Alterns. Einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt stellt die Frage nach der Bedeutung der Medizin in Modernisierungsprozessen dar. Hier schließen die internationalen Arbeiten zum Thema "Medicine as Medium of Multiple Modernities" mit Japan und China an.

Das öffentliche Wahrnehmungsinstrument für Krankheit und Gesundheit ist die historische Demographie und Epidemiologie. Sie stellt einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt besonders auch im internationalen Vergleich dar, darunter vor allem die Mortalität bestimmter Risikogruppen wie Säuglinge, Mütter oder ältere Menschen, die gesundheitlichen Gefährdungen von Urbanisierung und Globalisierung sowie die Entwicklung der Bevölkerungs­wissenschaften, hier in Sonderheit der Bevölkerungsstatistik und der Gesundheitsberichterstattung.

Auch die Forschungen zu ethischen Problemen konzentrieren sich auf die Abhängigkeit von Theorie und Ethik in der modernen Medizin sowohl in der fachinternen wie in der gesellschaftlichen Diskussion, und zwar an herausragenden Umbruchpunkten medizinischer Konzepte oder historischer Epochen. Dies gilt für das klassische Beispiel der Medizin im Nationalsozialismus, aber auch für die Rahmenbedingungen, Handlungsräume und Werthaltungen jeglichen Konzeptwandels in der Medizin, etwa in der Hygiene und Bakteriologie oder für das Verhältnis zwischen Medizin und anderen Lebenswissenschaften sowie für eine Geschichte der Ethik in der Medizin.

Die Katalogisierung und wissenschaftliche Auswertung der Graphiksammlung der Heinrich-Heine-Universität mit über 4.000 Originalgraphiken und Zeichnungen zum Thema „Mensch und Tod“, die weltweit größte und bedeutendste ihrer Art, wird von einer Kunsthistorikerin im Institut geleistet. Durch Veröffentlichungen, Vorträge und zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland wird die Sammlung einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Diesem Zweck dient auch eine neu implementierte Datenbank, die zugleich Basis für eine selektive Präsentation der Sammlung im Internet ist.

Lehre
Im Zentrum der Lehre steht die Vermittlung der geistigen, historischen und ethischen Grundlagen des ärztlichen Denkens, Wissens und Handelns sowie der Wandel der Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit.

Die Vorlesung „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“ sowie der Kursus „Medizinische Terminologie“ als Pflichtlehre werden durch Wahlpflichtseminare und regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen zur Ethik in der Medizin (Gisela-Eisenreich-Ringvorlesung) sowie aktuellen Forschungen der Medizingeschichte (öffentliche Vortragsreihe) ergänzt. Ein umfangreicher Fachapparat mit derzeit über 20.000 Bänden und Fachzeitschriften steht Bibliotheksbenutzern im Institut und über Fernleihe zur Verfügung.

Die Lehrveranstaltungen des Instituts sind auch für die Studierenden der Philosophischen Fakultät und im Studium Universale zugänglich. Die Medizingeschichte bietet daher die Chance, sich mit Körper­wahrnehmung und den dazugehörenden Ereignissen, Deutungen und Werten, beispielsweise Gesundheit und Krankheit, Geburt und Tod sowie den Geschlechterrollen als Grundtatsachen menschlicher Existenz auseinander zu setzen.

Langjährige Kooperationen im Bereich der medizinhistorischen, historischen und ethischen Forschung bestehen auf nationaler und internationaler Ebene, beispielsweise zu Universitäten in Liverpool, Oxford, Prag, Tokio und Beijing.



Vita Univ.-Prof. Dr.med. Dr.phil. Alfons Labisch, M.A. (Soz.)

Studium der Geschichts- und Sozialwissenschaften, Philosophie, Latein und Humanmedizin an der RWTH Aachen und der Universität zu Köln

1979-1991

Prof. für Gesundheitspolitik und Medizinsoziologie, Univ. GHS Kassel FB 4

seit 1991

Lehrstuhl für Geschichte der Medizin, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

seit 1993

Zweitmitglied der Philosophischen Fakultät

1997-1998

President of the Society for Social History of Medicine, London

1997-2000

Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaften und Technik

1998-2002

Prodekan der Medizinischen Fakultät

2002-2003

Dekan der Medizinischen Fakultät

2003-2008

Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

2005-2008

Mitglied im Kuratorium der Universität Leipzig

seit 2004

Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina

seit 2005

Mitglied im Aufsichtsrat des Forschungszentrums Jülich

seit 2006

Senator der Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz WGL

seit 2007

Overseas-Member of the First Council of the Confucius Institute Headquarters

Vita Professor Dr. Jörg Vögele, M. A.

Studium an der Universität Konstanz und der University of Bristol

1987

Promotion zum Dr. phil. an der Universität Konstanz

1987-1989

Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Konstanz

1990-1991

European Research Fellow, University of Liverpool

1991-2003

Wissenschaftlicher Mitarbeiter/ Assistent an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

1999

Habilitation

1993-1994

Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, University of Liverpool

1994-2000

Fellow of the University of Liverpool

1998-2006

Leiter des Arbeitskreises für Historische Demographie, Deutsche Gesellschaft für Demographie

2001

Gastprofessur an der Karls-Universität Prag

seit 2003

Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin


Forschungsschwerpunkte
Wechselseitige Abhängigkeit von Gesellschaft und Medizin (u.a. Konzeptwandel der Medizin; Konzeptionen von naturwissenschaftlicher Medizin im Vergleich zur Naturheilkunde; historische Aspekte von Altern und Alter; Bedeutung der Medizin in Modernisierungsprozessen (Japan, China))
Geschichte der Öffentlichen Gesundheit („Public Health“), Krankenhaus- und Gesundheitswesen samt Psychiatrie generell und am lokalen Beispiel Düsseldorf; Kolonial- und Tropenmedizin, in Sonderheit Malaria
Historische Demographie und Epidemiologie im internationalen Vergleich; Geschichte der Bevölke¬rungswissenschaften und der Gesundheitsberichterstattung
Ethik der Medizin mit Blick auf die wechselseitige Ab¬hängigkeit von Gesellschaft und Medizin in heraus¬ragenden Umbruchperioden (u.a. Medizin im National¬sozialismus), Geschichte der Ethik in der Medizin
"Mensch und Tod" in der bildenden Kunst (Katalogisierung und wissenschaftliche Auswertung der Graphiksammlung der Heinrich-Heine-Universität)