spacer
home
Neurochirurgische Klinik
spacer
Direktor:
Univ.-Prof. Dr. med. Hans-Jakob Steiger
Moorenstr.  5
40225  Düsseldorf
Tel.:  +49 (0) 2 11- 8 11 79 11
Fax: +49 (0) 2 11- 8 11 95 56

Diese Seite können Sie auch direkt abrufen:
www.uniklinik-duesseldorf.de/neurochirurgie

Die neurochirurgische Klinik deckt die Gebiete Gefäßchirurgie, Kinderneurochirurgie, Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, Neuroonkologie, Neurotraumatologie und Neurointensivmedizin sowie periphere Nervenchirurgie und Schmerztherapie ab. Klinische und operative Schwerpunkte der Klinik liegen im Bereich der Hirntumortherapie (Neuroonkologie), der neurovaskulären Neurochirurgie, der Kinderneurochirurgie, der Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie und der Wirbelsäulenchirurgie.

Bei Operationen bietet die neurochirurgische Klinik moderne Planungs- und Resektionsverfahren wie die Neuronavigation, die fluoreszenzgestützte Resektion, die Endoskopie, den intraoperativen Ultraschall, den Operationslaser und das intraoperative Neuromonitoring. Diese Methoden nutzen neueste Entwicklungen der Bildgebung und der Computertechnik, um Zugänge so klein und schonend wie möglich zu halten und Operationen so effizient wie möglich durchzuführen. Dies gilt auch für chirurgische Eingriffe bei Gefäßerkrankungen des Gehirns. Hier haben Kathetertechniken Einzug gehalten („endovaskuläre Therapie“), die spezialisierte Neuroradiologen in gemeinsamer Entscheidung mit Neurochirurgen einsetzen.

Die Klinik wurde vor über einem halben Jahrhundert gegründet und zählt zu den ältesten neurochirurgischen Kliniken der Welt. Ihr erster Direktor, Prof. Hans Kuhlendahl, legte 1947 in Düsseldorf die Grundsteine für eine moderne Neurochirurgie. Heute ist die Klinik ein leistungsfähiges Zentrum auf dem neuesten Stand von Forschung und Technik.


Versorgung der Patienten

In der Neuroonkologie wenden die Ärzte der Klinik verschiedene Verfahren zur Identifizierung von Funktionen während der Operation von Hirntumoren an. Hierzu zählen beispielsweise die Operation von Tumoren im Sprachzentrum bei örtlicher Betäubung und andere Methoden der intraoperativen Funktionsüberwachung (Monitoring).

Zur besseren Sichtbarmachung von Tumoren wird in der Neurochirurgischen Klinik das Verfahren der fluoreszenzgestützten Resektion eingesetzt. Dieses Verfahren erlaubt bei zahlreichen Hirntumoren eine bessere Abgrenzbarkeit von Tumor und normalem Gehirn, wodurch sich Operationen effizienter und schonender gestalten lassen. Andere Behandlungsansätze nutzen das gezielte Einbringen von bestimmten Medikamenten in das Umgebungsgewebe des operierten Tumors, um einzelne verbleibende Tumorzellen zu zerstören. Über die operativen Eingriffe hinaus bietet die Klinik in Kooperation mit der Strahlenklinik der Universität ihren Patienten auch eine fokale Strahlentherapie oder ein strahlenchirurgisches Verfahren zur Behandlung von Hirntumoren an.

Auf neurovaskulärem Gebiet ausgebildete Neurochirurgen behandeln verschiedene Erkrankungen der Hirn- und Rückenmarksgefäße. Dabei setzen sie nicht nur chirurgische Therapieverfahren ein. Vielmehr besteht eine enge Kooperation mit Neuroradiologen der Radiologischen Klinik, die Kathetertechniken bei der Behandlung einbringen sowie eine enge Zusammenarbeit mit dem Gamma-Knife-Zentrum in Krefeld. Das Gamma-Knife ermöglicht eine hochpräzise Bestrahlung, z.B. von Gefäßmissbildungen. Die Möglichkeit des kombinierten Einsatzes von Operation, Kathetertechnik und Punktbestrahlung erlaubt es, für den Patienten individuell abgestimmte Therapiepläne zu entwickeln.

Die pädiatrische Neurochirurgie umfasst das gesamte Leistungsspektrum von neurochirurgischen Operationen für Kinder. Dabei kommen unter anderem endoskopische Eingriffe am Hirnkammersystem zum Einsatz, die nur minimale Öffnungen des Schädels erfordern. Die Endoskopie kommt auch bei Schädelbasiseingriffen zum Einsatz, unter anderem bei der Operation von Tumoren der Gehirnanhangsdrüse, die über die Nase operiert werden.

In der Wirbelsäulenchirurgie können durch die etablierten modernen Verfahren im Extremfall ganze Wirbelsäulenabschnitte bei Schäden entfernt und mit Materialien wie Titan neu aufgebaut werden. Das Leistungsangebot beinhaltet zudem Verfahren zur Aufrichtung von zerstörten Wirbelkörpern durch Einspritztechniken (Vertebroplastie), durch die sich offene Operationen in manchen Fällen vermeiden lassen.



Forschung und Lehre

In der Neuroonkologie haben die Mitarbeiter der Klinik neuartige Verfahren wie beispielsweise die individualisierte Polychemotherapie entwickelt. Hierbei untersuchen Neurochirurgen nach der Operation Tumorzellen im Labor auf ihre Empfindlichkeit gegenüber zahlreichen Chemotherapeutika. So kann für viele Patienten eine optimale Chemotherapie zusammengestellt werden.

Aktuell forschen die Klinikmitarbeiter an immuntherapeutischen Verfahren, die in Studien bereits erprobt werden, sowie an Verfahren, bei denen gezielt Medikamente über Katheter in das Gehirn eingebracht werden. Dadurch können sie einen Resttumor oder einzelne Tumorzellen, die sich durch eine Operation nicht entfernen lassen, gezielt zerstören.

Auch die Technik der fluoreszenzgestützten Resektion, welche die Operation zahlreicher Hirntumore wesentlich erleichtert, wird an der Klinik weiterentwickelt. Hiervon abgeleitet erproben die Wissenschaftler gegenwärtig das Verfahren der ALA-Phototherapie (Lichttherapie) von kleinen, schlecht zugänglichen Tumoren. Die Substanz 5-ALA wird ausschließlich im Tumorgewebe angereichert und macht das Tumorgewebe gegenüber Licht empfindlich, sodass Tumorzellen durch Laserlicht gezielt zerstört werden können.



Vita Universitätsprofessor Dr. med. Hans-Jakob Steiger

1972-78: Medizinstudium an den Universitäten Zürich und Genf, zusätzlich 2 Semester Informatik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich
1978: Staatsexamen in Zürich und Visa Qualifying Examination für die USA in Paris
1979: Promotion in Zürich, Thema: „Internuclear neurons in the abducens nucleus“
1979-84: Klinische Ausbildung zum Neurochirurgen in der Schweiz, USA und Kanada
1983: Auszeichnung mit dem Janggen-Pöhn-Stipendium, St. Gallen
1985: Facharztdiplom für Neurochirurgie, Schweiz
1985-93: Oberarzt, ab 1990 stellv. Direktor an der Neurochirurgischen Universitätsklinik Bern
1992: Habilitation an der Universität Bern zum Thema: Pathophysiologie zerebraler Aneurysmen
1992: Forschungsstipendium Schweizerischer Nationalfonds
1994: Berufung als Professor (C3) an die Ludwig-Maximilians-Universität München, verbunden mit der Leitung des Bereiches Neurovaskuläre Chirurgie
2002: Berufung auf die C4-Professur für Neurochirurgie der Heinrich-Heine-Universität
Düsseldorf, Amtsantritt zum 1.1.2003
  Professor Hans-Jakob Steiger ist Mitglied in einer Anzahl von Fachgesellschaften und wissenschaftlichen Reviewing Boards. Seit 2002 ist er Direktor der Neurochirurgischen Klinik.

Behandlungsschwerpunkte
Gefäßneurochirurgie
Kinderneurochirurgie
Schädelbasis- und Hypophysenchirurgie
Tumorneurochirurgie
Wirbelsäulenchirurgie

Forschungsschwerpunkte
Fluoreszenzgestützte Resektion und Phototherapie mit 5-ALA
Immuntherapie maligner Gliome durch Vakzinierung dendritischer Zellen
Untersuchung der Chemoresistenzgene in malignen Gliomen mit der PCR