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Institut für molekulare Medizin
Direktor:
N.N.
Universitätstr.  1
40225  Düsseldorf
Tel.:  0211 81 15973
totzke@uni-duesseldorf.de

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www.uniklinik-duesseldorf.de/molekulare-medizin


Die Molekulare Medizin ist eine neue, zukunftsorientierte Disziplin, die den rasanten Erkenntnisfortschritt in den modernen Lebenswissenschaften nutzt, um aktuelle Inhalte der Medizin mit Methoden der Naturwissenschaften zu verknüpfen. Aufgabengebiet der Molekularen Medizin ist es, krankhafte Veränderungen des Gesamtorganismus auf Zellebene zu erklären und therapeutisch zu beeinflussen. Besonders interessant sind hierbei Veränderungen von Zellstrukturen, von Eiweiß- und anderen chemischen Verbindungen sowie der genetischen Information.

Die Molekulare Medizin setzt zur Aufklärung von Krankheitsursachen und zur Entwicklung neuer Therapieverfahren Methoden der DNA-Analytik und des Protein-Nachweises sowie zellbiologische Verfahren ein. Hierbei werden Methoden und Erkenntnisse von Grundlagenfächern wie Molekularbiologie, Zellbiologie, Physiologie sowie Entwicklungsbiologie berücksichtigt und auf klinische Fragestellungen der Humanmedizin angewandt. Unter dem Einfluss dieser verschiedenen Fächer hat sich die Molekulare Medizin als eigene Arbeits- und Forschungsrichtung an der Schnittstelle von Medizin, Biochemie und Genetik zunehmend verselbstständigt. Mit den neuen diagnostischen und therapeutischen Ansätzen ist das noch junge Fach in den klinischen Alltag vorgedrungen und wird auch zukünftig an Bedeutung gewinnen.

Nach der erfolgreichen Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat die Kombination von Molekulargenetik und funktioneller Analyse der Genprodukte zu einem besseren Einblick in die Krankheitsursachen und zu wirksameren Therapiemöglichkeiten geführt. Die explosionsartige Zunahme der biologischen und medizinischen Kenntnisse geht mit einer rasanten Entwicklung von molekularbiologischen Untersuchungsmethoden und Behandlungsprinzipien einher. Für die optimale Nutzung und Weiterentwicklung dieser Erkenntnisse ist ein tief greifendes Verständnis der zugrunde liegenden naturwissenschaftlichen Prinzipien und der relevanten medizinischen Fragestellungen erforderlich.

Zur Verbesserung der medizinischen Forschung hat die Medizinische Fakultät Düsseldorf daher beschlossen, ein neues interdisziplinäres Zentrum für Molekulare Medizin zu errichten.


Forschung und Lehre

Das Institut für Molekulare Medizin soll eine zentrale Brückenfunktion zwischen biomedizinischer Grundlagenforschung und angewandter klinischer Forschung übernehmen. Insbesondere sollen die Struktur, Funktion und Wechselwirkung von krankheitsrelevanten Genen und Proteinen erforscht werden. Hierzu gehört die Entwicklung von Vektoren, also von Vehikeln für den Gentransfer im Rahmen von Gentherapie und Krankheitsmodellen. Weitere Forschungsinhalte sind die Etablierung der Bioinformatik und die Untersuchung der Gesamtheit aller in der Zelle vorhandenen Proteine (Proteomanalyse). Darüber hinaus zählt auch die Analyse therapeutisch interessanter Zielmoleküle, deren Hemmung oder Aktivierung Krankheitsverläufe beeinflussen könnten, zu den Forschungsinhalten.

Das Institut für Molekulare Medizin hat es sich zum Ziel gesetzt, die innovative und zukunftsorientierte Forschung auf molekularbiologisch-klinischen Arbeitsfeldern in Düsseldorf weiter auszubauen. Bislang besteht das Institut aus zwei Abteilungen, deren zentrale Forschungsthematik die Mechanismen der zellulären Signaltransduktion, also der Informations- und Signalübermittlung sind. Hierbei soll entschlüsselt werden, wie in der Zelle verschiedene Prozesse wie Zellteilung, Zelltod, Differenzierung sowie immunologische und antivirale Abwehrmechanismen gesteuert werden.

Ein Forschungsschwerpunkt des Instituts sind Studien zur Apoptose, einer physiologischen Form des Zelltods, durch die der Organismus ungewollte Zellen vernichtet. Im Immunsystem dient die Apoptose der Eliminierung virusinfizierter und transformierter Zellen oder der Selektion autoreaktiver Immunzellen. Bei verschiedenen Erkrankungen wird eine Störung dieses apoptotischen Gleichgewichts vermutet. Eine verminderte Apoptose-Rate findet sich beispielsweise bei der Tumorentwicklung, während bei neurodegenerativen und einigen viralen Erkrankungen wie AIDS und Hepatitis erhöhte Apoptose beobachtet wird. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, apoptotische Prozesse und die hieran beteiligten Gene zu entschlüsseln, um neue therapeutische Strategien gegenüber Erkrankungen zu finden, denen eine erhöhte oder verminderte Apoptose-Rate zugrunde liegt.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt befasst sich mit Proteinkinasen, insbesondere so genannten MAP-Kinasen. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von in einem Netzwerk miteinander interagierenden Signalmediatoren, die durch Phosphorylierung anderer Proteine Signale in der Zelle weiterleiten. Besonders untersucht werden im Institut die Funktionen von MAP-Kinasen bei der Zellteilung, der Immunantwort und der Entzündungsregulation. In mehreren Projekten wird erforscht, welche Funktionen MAP-Kinasen bei der Differenzierung von Haut-, Muskel- oder Blutgefäßzellen besitzen.

Eine Fehlsteuerung derartiger Vorgänge spielt eine wichtige Rolle bei unterschiedlichsten Erkrankungen. Einzelne MAP-Kinasen sind daher auch interessante Angriffspunkte für eine therapeutische Beeinflussung. So wurde kürzlich entdeckt, dass die spezifische Hemmung von MAP-Kinase-Kaskaden-Zellen vor einer Infektion mit Influenza-Viren schützen kann.


Vita Universitätsprofessor Dr. med. Klaus Schulze-Osthoff

  Studium der Biologie und Medizin an der Universität Münster
1986-1990: Wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Experimentelle Dermatologie, Universität Münster
1988: Promotion zum Dr. rer. nat an der Universität Münster
1990-1992: Auslandsaufenthalt am Laboratory of Molecular Biology, Gent, Belgien
1990-1995: Stipendium für Infektiologie des Bundesministeriums für Forschung und Technologie
1992-1995: „Senior Scientist“ am Deutschen Krebsforschungszentrum, Heidelberg
1994: Habilitation für Experimentelle Immunologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
1995-1997: Hochschuldozent am Institut für Biochemie und Molekularbiologie der Medizinischen Fakultät,
Universität Freiburg
1997-1998: Universitätsprofessor (C3), Abteilung für Innere Medizin I der Universität Tübingen
1999-2001: Universitätsprofessor (C3), Abteilung für Immunologie und Zellbiologie, Medizinische Fakultät, Universität Münster
2000: Ruf auf die C4-Professur für Molekulare Medizin der Universität Düsseldorf
  Seit Oktober 2001 ist Professor Klaus Schulze-Osthoff Direktor des Instituts für Molekulare Medizin.
  Darüber hinaus ist er Mitglied im Editorial Board verschiedener biochemischer und pharmakologischer Fachzeitschriften.


Forschungsschwerpunkt
Apoptose in Herz-, Leber- und Darmerkrankungen
Bakterielle und virale Abwehrmechanismen
Chemoresistenzmechanismen bei Tumoren
Entzündungsregulation
Gen-Expressionsprofile
Proteinkinasen und Transkriptionsfaktoren
Signalmechanismen in Apoptose und Zelldifferenzierung