Intravitreale operative Maßnahme (IVOM)

Definition IVOM

Die medikamentöse Behandlung der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) ist nicht einfach. Im Gegensatz zu anderen Organen gelangen Medikamente, die z.B. als Tabletten eingenommen werden, nur in geringen Spuren ins Augeninnere. Würde man die Dosis so erhöhen, dass im Auge ausreichend Medikament ankommt, wären für den übrigen Körper deutliche Nebenwirkungen zu erwarten. Aus diesem Grunde ist es in vielen Fällen sinnvoll, Medikamente direkt in den Glaskörper (Vitreus) hineinzugeben (intravitreale operative Medikamenteneingabe = IVOM), um so eine gezielte, für den gesamten Körper nebenwirkungsarme Behandlung zu erreichen.

 

Zahlreiche Netzhauterkrankungen lassen sich durch IVOM mittels verschiedener Medikamente behandeln. Dazu gehören die feuchte Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD), das diabetische Makulaödem, das Makulaödem bei Venenverschlüssen der Netzhaut, die choroidalen Neovaskularisation bei hoher Myopie (Kurzsichtigkeit) und bei Pseudoxanthoma elasticum, die aktive Uveitis, die vitreomakuläre Traktion sowie weitere seltene Netzhauterkrankungen. Verfügbare Medikamente sind die Hemmstoffe des Wachstumsfaktors VEGF Lucentis (Ranibizumab), Avastin (Bevacizumab) und Eylea (Aflibercept), die 2 Cortidoid-Präparate Ozurdex (Dexamethason-Implantat) und Iluvien (Fluonocinolon-Acetat) sowie Jetrea (Ocriplasmin). Die Auswahl des geeigneten Medikaments muss individuell erfolgen.

 

Die IVOM gehört seit 1.10.14 zum Leistungsspektrum der Gesetzlichen Krankenkassen. Es existiert eine EBM-Ziffer für die ambulante Abrechnung und für ermächtigte stationäre Einrichtungen.

 

Risiken bei der Behandlung mit intravitrealen Injektionen

 

Wie alle Arzneimittel, können auch IVOM Nebenwirkungen verursachen. Insgesamt zeigen sie jedoch eine sehr gute Verträglichkeit. Zu den schwerwiegendsten Nebenwirkungen gehören Entzündungen des Augeninneren oder Netzhautablösungen. Um solche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, vereinbart der Augenarzt nach der Behandlung weitere Kontrolltermine, die Sie unbedingt wahrnehmen sollten.

 

Ablauf intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM)

Ein VEGF-Hemmer wird direkt ins Auge gespritzt. Das Volumen dieser intravitrealen Injektion (Injektion in den Glaskörper des Auges) beträgt 0,1-0,05ml und ist also sehr klein. Die Implantate des Dexamethasons (0,46 mm Breite 6 mm Länge)oder Fluocinolons (3,5 mm x 0,37 mm) sind sehr klein.

 

Vorbereitung der IVOM

 

Die intravitreale Injektion wird ambulant in unserer Augenklinik von erfahrenen Augenärzten durchgeführt. Während der Vorbesprechung der Behandlung in unseren Sprechstunden werden die Wahl des Medikamentes und mögliche Risiken des Eingriffs besprochen.

 

Eingriffstag

 

Am Eingriffstag erfolgt eine Patientenaufklärung sowie nochmalige Voruntersuchung um die Sicherheit der Behandlung zu erhöhen. Die Wartezeit kann variieren. Für die Behandlung müssen die Pupillen mit Augentropfen erweitert werden, dadurch kann es zu licht- und blendempfindlichen Augen kommen. Sogar normales Tageslicht kann so als störend empfunden werden.

Eine aktive Teilnahme am Straßenverkehr sollte am Eingriffstag vermieden werden.

 

Die Therapie mit IVOM erfolgt nach strengen Hygienevorschriften, um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Nachdem die Pupillen mit erweiternden Augentropfen erweitert wurden, erfolgt der Eingriff.

 

Dort werden das behandlungsbedürftige Auge und die umliegende Haut mit einer gereinigt und das Auge lokal mittels Tropfen betäubt. Während der Operation wird das Gesicht mit einem speziellen Tuch abgedeckt, so dass keine Keime aus der Umgebung in diesen Bereich gelangen können. Es erfolgt das Einsetzen eines Lidsperrers. Nun spritzt der Arzt das vorbereitete Arzneimittel mit einer feinen Nadel durch die Lederhaut in den Augapfel. Dabei bemerkt man eventuell ein leichtes Druckgefühl.

 

Unmittelbar nach der Verabreichung des Medikamentes führt der Augenarzt eine Funktionsprüfung durch, um das Behandlungsergebnis zu kontrollieren und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

 

Nach der Injektion des Medikamentes

 

Ein Kontrolltermin beim ambulanten Augenarzt sollte innerhalb von 48 Stunden erfolgen.

 

Am Behandlungstag sind geringe Schmerzen, blendempfindlichkeit, „fliegende Mücken“ häufige, kontrollierbare Nebenwirkungen

 

Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden oder folgenden Symptomen sollten jedoch umgehend ein Augenarzt oder unsere Klinik aufgesucht werden:

■        Lichtblitze

■        „Rußregen“

■          Farbringe um Lichtquellen oder schwarze Flecken

■        Plötzlicher Verlust des Sehvermögens, „dunkler Vorhang oder Schatten“

 

Überwachung der IVOM Therapie

 

Die aktuellen IVOM beeinflussen die o.g. Erkrankungen und stabilisieren bei den meisten Patienten die Sehleistung, bei einigen wird diese sogar verbessert. Während einer Therapiepause kann sich die Sehschärfe jederzeit wieder verschlechtern. Daher ist es für jeden Patienten wichtig, sich selbst wöchentlich unter Abdeckung eines Auges zu kontrollieren und nach der Behandlung mit IVOM regelmäßig die Augen vom Arzt kontrollieren zu lassen. Diese Kontrollen sind über die kommenden Monate nach der Behandlung notwendig.

 
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  • Zuletzt aktualisiert am 30.05.2016
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