Klinik für Kinderkardiologie und Pneumologie
Die Klinik für Kinderkardiologie und Pneumologie ist Teil des Zentrums für Kinderheilkunde. Hier werden Kinder aller Altersgruppen mit angeborenen Herzfehlern, erworbenen Herzkrankheiten, Herzrhythmusstörungen, Atemwegserkrankungen und allergischen Erkrankungen betreut. Besonders spezialisiert hat sich die Klinik auf die Behandlung von Patienten vor und nach Herzoperationen, auf die Behebung von Herzfehlern durch Herzkatheterverfahren, auf die Behandlung von Rhythmusstörungen, auf die Betreuung fetaler (vorgeburtlicher) Herzprobleme, sowie auf die Betreuung von Kindern mit Asthma bronchiale und Mukoviszidose. Dabei spielt die intensivmedizinische Betreuung von schwer erkrankten Kindern eine große Rolle; hierzu stehen auf der Intensivstation spezielle Betten bereit, die eine besondere Überwachung sämtlicher Herz-Kreislauffunktionen ermöglichen.
Die kardiologische Ambulanz der Klinik versorgt jedes Jahr über 4.000 Kinder mit Herzproblemen. Dort werden unter anderem auch Langzeit-EKG- und Langzeit-Blutdruckaufzeichnungen über 24 Stunden sowie Schrittmacherüberprüfungen und Belastungsuntersuchungen vorgenommen. Eine objektive Einschätzung der Belastungsfähigkeit herzkranker Kinder ermöglicht insbesondere die Spiroergometrie. Dabei werden unter Belastung sämtliche Herz-Kreislaufparameter des Patienten sowie das Atemvolumen erfasst. In der großen pneumologisch-allergologischen Ambulanz werden bei den Kindern im Rahmen der Diagnostik und Therapieüberwachung Lungenfunktionsprüfungen sowohl in Ruhe als auch nach sogenannter Provokation, z.B. durch Laufbandbelastung, und Allergietests durchgeführt.
Schwerpunkte
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Behandlungsschwerpunkte
- Belastungsuntersuchungen, Sportmedizin
- Elektrophysiologische Untersuchungen bei Kindern mit Herzrhythmus-Störungen
- Interventionelle Behandlung von Herzfehlern (Korrektur ohne Operation über den Herzkatheter)
- Invasive Diagnostik von Herzerkrankungen (Herzkatheter)
- Langzeitbetreuung bei angeborenen Herzfehlern (vor und nach Korrektur)
- Nicht-invasive Diagnostik von angeborenen Herzfehlern (Ultraschall)
- Pränatale kardiologische Untersuchungen und Therapie
- Asthma bronchiale; allergologische Erkrankungen b. Kindern (z.B. Insektengiftallergie)
- Mukoviszidose; Chronisch-rezidivierende Symptome von Seiten der Atemwege
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Forschungsschwerpunkte
- Charakterisierung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen bei Kindern
- Grundlagenforschung: Immunologische Mechanismen bei Hypoxie u. Herzinsuffizienz
- Klinische Forschung: Körperl. Leistungsfähigkeit n. Korrektur angeborener Herzfehler; Nicht invasive Bildgebung, insbesondere dreidimensionale Rekonstruktion; (Echokardiographie, radiologische Verfahren); Pränatale (fetale) Kardiologie; Zelluläre Mechanismen bei Entstehung der Endokarditis (Herzinnenhautentzündung); Wertigkeit von Exhalatuntersuchungen in der Diagnostik und Langzeitbetreuung pneumologischer Erkrankungen; Klinische Therapieoptimierungsstudien bei Asthma bronchiale und Mukoviszidose
Versorgung der Patienten
Rund ein Prozent aller Kinder kommt mit einem Herzfehler zur Welt. Bei vielen dieser Kinder ist eine Operation – oder alternativ heutzutage in bestimmten Fällen auch eine Katheterintervention – unumgänglich. Häufige Fehlbildungen sind zum Beispiel Defekte der Vorhofscheidewand und der Kammerscheidewand oder eine nach der Geburt weiter bestehende fehlerhafte Verbindung von Hauptschlagader und Lungenschlagader. Die Klinik für Kinderkardiologie und Pneumologie ist mit modernsten Geräten zur Diagnostik und Behandlung sämtlicher Herz- und Atemwegserkrankungen ausgestattet. Viele Herzerkrankungen können heutzutage durch schonende Verfahren wie zum Beispiel Ultraschalluntersuchungen „von außen“ festgestellt werden. Bei manchen Krankheitsbildern ist zur Diagnosestellung aber auch ein Eingriff wie z.B. eine Herzkatheteruntersuchung notwendig. Hierfür steht in der Klinik ein Herzkatheterlabor zur Verfügung, das mit einer volldigitalen Zwei-Ebenen-Angiokardiographie-Anlage ausgestattet ist. Durch die moderne Medizintechnik können Herzkatheteruntersuchungen und interventionelle Eingriffe (Behandlung über den Herzkatheter) wie z.B. Klappenerweiterungen oder Verschlüsse von Defekten mit minimaler Strahlenbelastung durchgeführt werden. Dabei werden synchron Bilddaten und physiologische Messwerte aufgezeichnet und verarbeitet. Für die detaillierte anatomische Darstellung auch komplizierter Herzfehler verfügt die Ambulanz über zwei moderne Echokardiographie-Geräte, deren Schallköpfe speziell für Kleinkinder und Säuglinge geeignet sind. Dreidimensionale Ultraschalldarstellungen und Ultraschalluntersuchungen von der Speiseröhre aus gehören ebenfalls zum Leistungsspektrum für die Diagnosestellung in der kardiologischen Ambulanz.
Bei Verdacht auf Fehlbildungen der Atemwege erfolgen verschiedene bildgebende Untersuchungen zur Diagnosestellung. Zusätzlich werden Tracheobronchoskopien (Spiegelung der Atemwege) mit flexiblen Geräten vorgenommen. Asthma bronchiale und andere allergische Erkrankungen gehören zu den häufigsten chronischen Gesundheitsstörungen von Kindern in westlichen Industrienationen. Die Klinik für Kinderkardiologie und Pneumologie ist sowohl auf die Akutbehandlung als auch auf die Langzeitbetreuung dieser Kinder spezialisiert. Lungenfunktionsprüfungen, Allergietests, Provokationstests, Hyposensibilisierungen und Asthmaschulungen gehören daher selbstverständlich zum Angebot der Klinik. Außerdem erfolgt hier die Betreuung von Kindern mit Mukoviszidose, einer chronischen Erkrankung, die vor allem Lungenprobleme hervorruft, und zwar in einem interdisziplinären Team. Bei Teilnahme an dem deutschlandweiten Qualitätssicherungsprojekt besteht eine Zertifizierung als Spezialambulanz durch den Selbsthilfeverein „Mukoviszidose e.V.“.
Die kinderkardiologische und -pneumologische Station ist auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern eingerichtet. Für Säuglinge und Kleinkinder steht zum Beispiel die Unterbringung in Mutter-Kind-Einheiten zur Verfügung. Speziell geschulte Kinderkrankenschwestern kümmern sich intensiv um die kranken Kinder. Im Spielzimmer der Klinik werden die Kinder zusätzlich von einer erfahrenen Pädagogin betreut. Ein zentrales Monitorsystem mit 22 Plätzen ermöglicht dabei eine intensive Überwachung der Herz- und Atemtätigkeit der Kinder. Bei Patienten mit zusätzlichen Herzrhythmusproblemen ist eine Aufzeichnung des EKG über 24 Stunden möglich.
Forschung und Lehre
Zu den klinischen Forschungsschwerpunkten der Klinik für Kinderkardiologie zählen die pränatale Kardiologie sowie die nicht-invasive Bildgebung, insbesondere mittels dreidimensionaler Rekonstruktion. Darüber hinaus beschäftigt sich die Klinik mit Untersuchungen zur körperlichen Leistungsfähigkeit nach der Korrektur von angeborenen Herzfehlern. In der Grundlagenforschung werden zelluläre Mechanismen bei der Entstehung der Endokarditis (Herzinnenhaut-Entzündung) sowie die Identifizierung von Zell-Botenstoffen in Herzmuskelzellen bei Herzerkrankungen untersucht. Die Klinik arbeitet in verschiedenen Bereichen mit anderen Kliniken des Universitätsklinikums zusammen. Besonders eng wird dabei im Bereich pränataler kardiologischer Untersuchungen und Therapien mit der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie bei der Betreuung Jugendlicher und Erwachsener mit angeborenen Herzfehlern mit der Klinik für Kardiologie kooperiert. Die Klinik für Kinderkardiologie und Pneumologie ist in zahlreiche klinische Studien zur Verbesserung von Diagnostik und Therapie von Lungenerkrankungen und allergischen Erkrankungen bei Kindern involviert, z.B. zur Entwicklung nebenwirkungsärmererMedikamente oder zum Stellenwert von Mediator-Messungen in der Ausatemluft. Darüber hinaus arbeitet die Klinik mit nationalen und internationalen Partnern im Rahmen der klinischen Forschung zusammen. Zurzeit bestehen laufende Kooperationen mit der University of California, San Francisco zum Thema pränatale Kreislaufphysiologie sowie mit der Fetal Cardiology Working Group der europäischen kinderkardiologischen Gesellschaft (AEPC) im Bereich der pränatalen Kardiologie. Nationalbesteht eine enge Zusammenarbeit mit der Universität Gießen bei der Behandlung der pulmonalen Hypertension (Hochdruck in der Lungenschlagader). Außerdem beteiligtsich die Kinderkardiologie am „Kompetenznetz Angeborene Herzfehler“.
Vita Universitätsprofessor Dr. med. Klaus G. Schmidt
| Medizinstudium an den Universitäten Göttingen, Innsbruck, Kiel und Heidelberg | |
| 1971: | Staatsexamen und Promotion zum Doktor der Medizin, Universität Heidelberg |
| 1972: | Examen des Educational Council for Foreign Medical Graduates der USA |
| 1972-1975: | Forschungsprojekt am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg |
| 1975: | Approbation als Arzt (Land Baden-Württemberg), anschließend Weiterbildung im Fach Kinderheilkunde an der Universitäts-Kinderklinik Heidelberg |
| 1982: | Anerkennung als Arzt für Kinder- und Jugendmedizin und für den Schwerpunkt Kinderkardiologie; Auslandsaufenthalte in London, UK (1983 Great Ormond Street Hospital) und San Francisco, USA (1986-89 Div. of Pediatric Cardiology, University of California); dabei Stipendiat der American Heart Association (1987-88) |
| 1990: | Habilitation, Universität Heidelberg |
| 1991: | Auszeichnung mit dem Adalbert-Czerny-Preis der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin |
| 1996: | Ernennung zum außerplanmäßigen Professor, Universität Heidelberg |
| Professor Klaus G. Schmidt verfügt über ein umfangreiches Publikationsverzeichnis und ist Mitglied in zahlreichen Fachgesellschaften sowie Mitglied des Vorstandes der Europäischen Gesellschaft für Kinderkardiologie. | |
| 2000 erhielt er die Berufung zum C4-Professor und wurde Direktor der Klinik für Kinderkardiologie und Pneumologie. |


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