Von: Jörn Grabert
73 Nierentransplantationen im Jahr 2025
21 Spendernieren kamen von Lebendspendern aus dem engsten Umfeld der Patientinnen und Patienten – Dieser Bereich soll weiter ausgebaut werden.
Düsseldorf (ukd). 73 Patientinnen und Patienten haben im vergangenen Jahr an der Uniklinik Düsseldorf eine Spenderniere erhalten. In 21 Fällen handelte es sich dabei um Organe aus Lebendnierenspenden – insbesondere von engen Verwandten oder Ehepartnern. Nierentransplantationen werden an der Uniklinik Düsseldorf unter Einbeziehung eines großen fach- und berufsgruppenübergreifenden Teams ermöglicht. Von zentraler Bedeutung ist die gute Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Nephrologie und der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskularchirurgie.
„Wir konnten die Zahl der Lebendspenden deutlich steigern und wollen die Möglichkeiten in diesem Bereich auch weiter ausbauen“, sagt Dr. Susanne Mende, Oberärztin in der Klinik für Nephrologie an der Uniklinik Düsseldorf. Helfen könnte hier die Politik: Im Oktober vergangenen Jahres hat sich die Bundesregierung für eine Änderung des Transplantationsgesetzes ausgesprochen. Demnach sollen künftig Überkreuzspenden möglich werden. Beispiel: Eine Frau möchte ihrem nierenerkrankten Ehemann eine Niere spenden – allerdings passen die Blutgruppen oder bestimmte Gewebemerkmale nicht zusammen. In Zukunft soll eine wechselseitige Spende mit einem Paar möglich werden, das mit der gleichen Situation konfrontiert ist. Auch anonyme Lebendnierenspenden sollen unter bestimmten Bedingungen erlaubt werden. „Diese Regelungen werden uns helfen, sobald sie in Kraft getreten sind“, sagt Dr. Neslihan Ertas, Oberärztin in der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie. Am 30. Januar wurde der Entwurf für die Gesetzesänderung in erster Lesung im Bundestag beraten.
Widerspruchsregelung würde Verbesserung nach sich ziehen
Noch wichtiger wäre laut Dr. Ertas die Einführung der Widerspruchsregelung, wie sie auch in den allermeisten Nachbarländern Deutschlands gilt. Dann würde immer von einer Zustimmung zur Organspende ausgegangen werden – sofern kein Widerspruch dokumentiert ist. Vergleicht man die Zahl der Organspenden europaweit, liegt Deutschland regelmäßig weit hinten. Im vergangenen Jahr konnten hierzulande 11,8 Organspenderinnen und Organspender pro Million Einwohner verzeichnet werden. In Spanien, regelmäßig Spitzenreiter in dieser Statistik, sind es regelmäßig deutlich über 40 Spenderinnen und Spender pro Million Einwohner.
Wartezeit auf Spenderniere: acht bis neun Jahre
Deutschlandweit warten weit über 6.000 Menschen auf eine Niere. Die Warteliste der Uniklinik Düsseldorf umfasst circa 230 Patientinnen und Patienten, die aktiv auf eine Spenderniere warten. Laut Dr. Susanne Mende müssen Menschen mit schwersten Nierenerkrankungen, die auf eine regelmäßige Dialyse angewiesen sind und über das Eurotransplant Kidney Allocation System (ETKAS) geführt werden, durchschnittlich acht bis neun Jahre auf ein Spenderorgan warten. „Der existierende Organmangel ist extrem an der Wartezeit sichtbar“, sagt die Nephrologin.
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