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Als Dankeschön für Stammzellspende: Mit dem Fahrrad von Paris nach Düsseldorf

Von: Jörn Grabert

Als Dankeschön für Stammzellspende: Mit dem Fahrrad von Paris nach Düsseldorf

Mathias Malzieu, französischer Romanautor und Rockmusiker, trifft „seine“ Stammzellspenderinnen am UKD.

Mit einem E-Bike hatte sich der französische Romanautor und Rockmusiker Mathias Malzieu auf den Weg von Paris nach Düsseldorf gemacht. Sein Ziel: Die Josè-Carreras-Stammzellbank am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Dort traf er am Freitag (24. Mai 2019) „seine“ Stammzellspenderinnen - Sabine Többen und Tochter Christina sowie Aynur Cucum (Tochter der zweiten Spenderin). Malzieu war vor Jahren an einer Aplastischen Anämie erkrankt und konnte mit Hilfe von zwei Nabelschnurblutspenden aus Düsseldorf geheilt werden. Bei der lebensbedrohlichen Aplastischen Anämie produziert das Knochenmark viel zu wenige Blutzellen und Blutplättchen. Es kommt zu einer schweren Blutarmut.  

„Dass Herr Malzieu die Gelegenheit hat, seine Spenderinnen zu treffen, ist in Deutschland zwei Jahre nach der Transplantation möglich “, sagt Prof. Dr. Gesine Kögler, Leiterin der José-Carreras-Stammzellbank. „So freuen wir uns sehr, Herrn Malzieu seinen großen Wunsch erfüllen und ihn mit seinen Spenderinnen in Kontakt bringen zu können. Beide Spenderinnen hatten vor einigen Jahren ihr Nabelschnurblut für die Stammzellbank zur Verfügung gestellt – eine davon ist sogar Mitarbeiterin unseres Instituts. .“  

Dass die Stammzellspenden aus Düsseldorf kamen, ist kein Zufall. Das UKD gilt als eines der führenden Zentren für Blutstammzelltransplantationen für Kinder und Erwachsene. Mit der José-Carreras-Stammzellbank, der Kliniken für Hämatologie (Direktor: Prof. Dr. Rainer Haas) und für Kinderhämatologie (Klinikleitung: Prof. Dr. Arndt Borkhardt) sowie dem Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutik (ITZ) verfügt das Universitätsklinikum  über eine umfassende Infrastruktur, wenn es um die Bereitstellung von Spenden oder Blutstammzelltransplantationen geht. Im Jahr 2018 wurden rund 200 Erwachsene und Kinder im UKD transplantiert.  

Für Mathias Malzieu waren die Stammzellspenden aus Düsseldorf lebensrettend. In seinem Buch „Ich liebe das Leben viel zu sehr“, das mit einigem Erfolg in französischer, englischer und deutscher Sprache erschienen ist, hat er die Zeit seiner Erkrankung und die Stammzelltherapie literarisch aufgearbeitet. Auch die aktuelle Aktion wird er künstlerisch verwerten. „Ich habe angefangen, über die Erfahrungen zu schreiben“, teilt er im Vorfeld mit.  

E-Bike wird zu Gunsten der Stammzellbank versteigert

Mathias Malzieu hat eigens für seine Spenderinnen und deren Familien einen Song produziert und auf Vinyl pressen lassen. Die Schallplatten überreicht er am 24. Mai. Zudem stellt er sein Fahrrad zur Verfügung, das zum Ende des laufenden Monats an den Meistbietenden versteigert wird. Der Erlös kommt der José-Carreras-Stammzellbank zugute. Gebote können abgegeben werden per Mail an facebook@med.uni-duesseldorf.de oder über Facebook www.facebook.com/UniklinikDUS. Die Aktion geht bis zum 30. Mai 2019. Teilnahmebedingungen: Die Bieter müssen ihren Namen und eine E-Mailadresse nennen. Zudem muss der Höchstbietende gewährleisten können, dass das E-Bike im UKD abgeholt wird.  

José Carreras Stammzellbank  

Die blutbildenden Stammzellen des Nabelschnurblutes sind eine wichtige Spenderquelle für Patienten mit bösartigen oder genetisch bedingten Erkrankungen. Die Gewinnung und Spende blutbildender Stammzellen aus dem Nabelschnurblut wurde 1992 erstmals in Deutschland in der Jose Carreras Stammzellbank (www.stammzellbank.de) etabliert. Die Stammzellen werden seitdem weltweit zur Verfügung gestellt. Die Stammzellbank arbeitet seit 1992 eng mit der Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf, anderen Kliniken in Düsseldorf  und weiteren 40 Kliniken im Raum NRW und Niedersachen zusammen. Durch die Düsseldorfer Stammzellbank konnten bisher 1367 Nabelschnurblutpräparate für Patienten zur Verfügung gestellt werden (84 Prozent für Patienten mit Leukämien, 16 Prozent für Patienten mit Immundefekten, genetischen und Stoffwechselerkrankungen).  Gelagert werden in Düsseldorf über 27.000 kältekonservierte Nabelschnurblutpräparate.

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