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Erhalt des Kinderwunsches trotz Chemotherapie: Kryokonservierung von Eierstockgewebe
Freuten sich über die Spende der Christiane und Claudia Hempel Stiftung: (v.l.) Prof. Dr. Dr. Frank Schneider (Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKD), Stiftungsgründer Friedrich-Wilhelm Hempel, Dr. Jana Liebenthron (Leiterin UniCareD), Dr. Dunja-Maria Baston-Büst (Stellv. Leiterin UniCareD) und Prof. Dr. Jan-Steffen Krüssel (Koordinator universitäres interdisziplinäres Kinderwunschzentrum Düsseldorf/UniKiD). (Foto: Universitätsklinikum Düsseldorf/UKD)

Düsseldorf

Von: Susanne Blödgen

Erhalt des Kinderwunsches trotz Chemotherapie: Kryokonservierung von Eierstockgewebe

Von der Krebserkrankung im Leben nicht ausbremsen lassen: Die sogenannte Kryokonservierung in der ‚UniCareD‘-Gewebebank der Frauenklinik des Universitätsklinikums Düsseldorfs (UKD) ermöglicht es Patientinnen trotz Strahlen- oder Chemotherapie auf natürlichem Weg schwanger zu werden.

Hintergrund: Die lebensrettenden Therapien können bei Frauen zu Einschränkungen bis hin zum vollständigen Verlust der Fruchtbarkeit führen. Um diese zu erhalten, entnimmt die UKD-Frauenklinik den Patientinnen beim sogenannten ‚Medical Freezing‘ vor Beginn der Chemotherapie einen kleinen Teil des Eierstockgewebes, das für die Bildung von Eizellen notwendig ist, und konserviert das Gewebe in einem speziellen Gefrierprozess. Nach Beendigung der Therapie wird es wieder transplantiert – für viele Betroffene ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Lebensqualität für die Zeit nach der Erkrankung.

Zur Unterstützung ihrer Arbeit konnte sich das UniCareD-Team in den vergangenen Wochen über zwei großzügige Spenden der Elterninitiative Kinderkrebsklinik e.V. und der Christiane und Claudia Hempel Stiftung für regenerative Medizin freuen. Stiftungsgründer Friedrich-Wilhelm Hempel besuchte nun die UKD-Klinikeinrichtung und ließ sich erklären, was konkret mit den 50.000 Euro Spendengeldern seiner Stiftung finanziert wurde und wie das Zentrum arbeitet. Prof. Dr. Dr.  Frank Schneider, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKD, nahm ihn in Empfang und führte ihn zusammen mit dem Team des UniCareD durch die Räumlichkeiten.

„Wir sind Ihnen und der Stiftung sehr dankbar für Ihre Spende. Sie ermöglichen damit eine bessere Patientenversorgung. Und in diesem Fall helfen Sie sogar dabei mit, dass Familien entstehen, die es wahrscheinlich ohne die neuen medizinisch-technischen Möglichkeiten nicht geben könnte“, fasst Prof. Schneider zusammen.

Ein besonderes Mikroskop für Gewebe-Untersuchungen und ein Gefrier-Tank für Eierstockgewebe sind Beispiele für Geräte, in die die Spendengelder investiert wurden. Mit dieser und weiterer Technik wird unter anderem die Kryokonservierung von Eierstockgewebe vorgenommen. Das im UniCareD entnommene Gewebe wird den Frauen nach der Behandlung zurück transplantiert. Dadurch können die Patientinnen wieder auf natürlichem Wege schwanger werden. Ganz besonders relevant ist diese Methode für Patientinnen im Kindesalter, die auf diesem Wege die Möglichkeit erhalten, trotz einer schwerwiegenden Erkrankung und Therapie später auf natürlichem Wege eine Familie gründen zu können.

Entsprechend zufrieden war auch Friedrich-Wilhelm Hempel bei seinem Rundgang durch die Klinik: „Hier können wir sehen, was mit den gespendeten Geldern Sinnvolles gemacht wird. Ich halte es mit dem Prinzip, wer nimmt, muss auch geben. Und daher spenden wir mit der Stiftung gerne für Projekte, die den Menschen tatsächlich etwas geben. Auch aus der persönlichen Erfahrung unserer Familie sind die Stammzellenforschung und andere innovative Techniken, wie diese hier, sehr gute Spendenzwecke“.

Alle Information zum Thema "Kryokonservierung" gibt es auf der Homepage von UniCareD

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