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Forschungsverbünde präsentierten neue Studienergebnisse zu Demenzerkrankungen

Forschungsverbünde präsentierten neue Studienergebnisse zu Demenzerkrankungen

Düsseldorf/Siegburg

„Kompetenznetz Degenerative Demenzen“ (KNDD)

Das Gipfeltreffen der G8-Staaten am Mittwoch, den 11. Dezember 2013, in London machte deutlich: Demenzerkrankungen stellen sowohl für jeden einzelnen als auch für unsere Gesellschaft ein rapide wachsendes Risiko dar. Großbritanniens Ministerpräsident David Cameron: „Demenz stiehlt Leben, bricht Herzen und zerstört Familien.“ Dieses Risiko zu reduzieren ist das Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten „Kompetenznetzes Degenerative Demenzen“ (KNDD), das aus acht Forschungsverbünden aus ganz Deutschland besteht. Zwei davon werden von Forschern des Universitätsklinikums Düsseldorf geleitet. Im Rahmen eines Statuskolloquiums am 9. und 10. Dezember in Bonn / Siegburg wurden nun neue Forschungsergebnisse des KNDD vorgestellt.

Aktuell leiden mehr als 1,4 Millionen Menschen in Deutschland an einer degenerativen Demenz – mit steigender Tendenz. Hauptsymptom der Erkrankung ist die fortschreitende Abnahme des geistigen Leistungsvermögens: Konflikte innerhalb der Familie, soziale Isolation, inadäquate Medikamenteneinnahme und Fehlernährung sind nur einige mögliche Folgen einer zu spät einsetzenden Begleitung: „Insbesondere im Anfangsstadium der Erkrankung spielen Unsicherheiten bei Betroffenen und Angehörigen eine große Rolle. Für sie ist der Hausarzt der wichtigste Ansprechpartner im Gesundheitssystem“, sagt Dr. Michael Pentzek, Sprecher des Forschungsverbundes „Intervention / CADIF“ vom Institut für Allgemeinmedizin (ifam) am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Wir haben innerhalb unserer Projekte ein allgemeinmedizinisches Konzept entwickelt, um die Rolle der Hausärzte zu stärken und so den Betroffenen eine frühe Erkennung und rechtzeitig einsetzende Begleitung zu ermöglichen.“

Im Rahmen des KNDD werden mehrere tausend Patienten mit den unterschiedlichsten Formen der Demenz – wie Alzheimer oder Parkinsondemenz – engmaschig und langfristig untersucht. „Diese klinische Forschung verbindet das KNDD mit Grundlagenforschung zu Krankheitsmechanismen und neuen Therapiestrategien“, sagt Prof. Dr. Sascha Weggen, Sprecher des Forschungsverbundes „Amyloid-basierte Strategien zur Früherkennung und Prävention der Alzheimer Erkrankung“ vom Institut für Neuropathologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „So ist es uns etwa gelungen, den Mechanismus einer vielversprechenden Wirkstoffklasse für die Therapie der Alzheimer-Erkrankung aufzuklären.“

Das Kompetenznetz Degenerative Demenzen (KNDD) ist ein Forschungsnetzwerk zu neurodegenerativen Demenzerkrankungen mit Arbeitsgruppen an 22 deutschen Universitätsstandorten. Es besteht aus 8 Forschungsverbünden, die wiederum in Projekte zu spezifischen Fragestellungen unterteilt sind. Neben den in Düsseldorf koordinierten Verbünden werden zwei weitere Teilprojekte des KNDD von Prof. Carsten Korth, Institut für Neuropathologie, und Prof. Dr. Dieter Willbold, Institut für Physikalische Biologie, an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf geleitet. Die KNDD-Verbünde decken die Bereiche Ursachen- und Pathogeneseforschung, experimentelle präklinische Therapie- und Präventionsforschung, klinische Studien, Epidemiologie und Versorgungsforschung ab. Nach Ansicht der beteiligten Forscher sind erhöhte Investitionen insbesondere zur Unterstützung der Demenzforschung an den Universitäten erforderlich, um das gesellschaftliche Problem der Demenzen langfristig lösen zu können.

 

Weiterführende Informationen: http://www.knd-demenzen.de

Kontakt:

Prof. Dr. Sascha Weggen, Institut für Neuropathologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-04506,

Dr. Michael Pentzek, Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf, Tel.: 0211 / 81-17771

 

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