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Internationales Symposium zur Versorgungsforschung im Geburtshaus von Alois Alzheimer

Internationales Symposium zur Versorgungsforschung im Geburtshaus von Alois Alzheimer

Düsseldorf

Versorgungsforschung muss interdisziplinär ausgelegt und international vernetzt sein. Das ist eine zentrale These des Internationalen Symposiums zu dem PD Dr. Horst Christian Vollmar vom Institut für Allgemeinmedizin des Universitätsklinikum Düsseldorf und PD Dr. René Thyrian vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) eingeladen haben.

Vom 27.-28. Mai 2016 folgten Spitzenforscher aus Deutschland, den USA, Großbritannien und den Niederlanden der Einladung in das Geburtshaus von Alois Alzheimer in Marktbreit/ Unterfranken, um über den aktuellen Stand der Alzheimerforschung zu diskutieren und Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Anlass des Symposiums war das 110-jährige Jubiläum der Entdeckung der Alzheimer-Krankheit durch den deutschen Psychiater und Neuropathologe im Jahr 1906.

Vor 110 Jahren berichtete Alois Alzheimer zum ersten Mal über seine Patientin Auguste Deter. Deren Mann erklärte damals, dass sie sich innerhalb eines Jahres stark verändert habe, verwirrt war, sehr eifersüchtig wurde und unter Verfolgungswahn litt. Ihr Fall ist der Beginn der Forschung über eine Krankheit, die man seither die Alzheimer-Demenz nennt. Alleine in Deutschland leiden 1,5 Millionen Menschen an Demenz – weltweit sind es ca. 47 Millionen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für eine Demenz: Ihre ursächliche Behandlung ist 110 Jahre nach ihrer Entdeckung noch nicht möglich.

Der demographische Wandel stellt die Gesellschaft und das Gesundheitssystem vor eine große Herausforderung. Die Versorgungsforschung bietet hier wichtige Beiträge, Konzepte und Unterstützung, die in absehbarer Zeit eine Verbesserung der Versorgung von dementen Menschen ermöglichen können. Ein zentrales Thema des Symposiums war daher, die Forderung nach Forschung, die am aktuellen Versorgungssystem ausgerichtet ist.

Wir müssen uns international vernetzen und voneinander lernen“, schildert PD Dr. Thyrian vom DZNE. „Die Herausforderung ist zu groß, die Forschung zu aufwändig, als dass ein Land oder eine Institution dies alleine bewältigen könnte.“ PD Dr. Vollmar von der Uniklinik Düsseldorf ergänzt: „Wir wollen hier gemeinsame Strategien entwickeln und die Zusammenarbeit stärken. Unser Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Versorgung.“

Versorgungsforschung muss zudem interdisziplinär angelegt sein. Zu diesem Schluss kommen die Teilnehmer des Symposiums schlussendlich. Präventionsstrategien aus anderen Forschungsbereichen sollten integriert und die Zusammenarbeit mit der klinischen Forschung sollte fokussiert werden.

Die größte Herausforderung ist und bleibt jedoch die Übertragung von Forschungsergebnissen in die Krankenversorgung. Der Großteil der an Demenz erkrankten Menschen wird durch den niedergelassenen Hausarzt und im ambulanten Bereich versorgt. In vielen Vorträgen des Symposiums ging es daher unter anderem um Maßnahmen zur Schulung von niedergelassenen Hausärzten oder um ethische Herausforderungen in der Versorgung älterer Menschen. Auch die Einbeziehung von pflegenden Angehörigen in die Behandlung thematisierten die Mediziner. Zuletzt wurde über die Etablierung von Demenznetzwerken diskutiert, bei denen Ärzte, Verbände und Institutionen zusammenarbeiten, um an Demenz erkrankten Menschen und deren Angehörigen zu helfen.

Die Ansätze und Ergebnisse des Symposiums werden im Nachgang in einer wissenschaftlichen Publikation der Öffentlichkeit verfügbar gemacht.

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