zurück zur Übersicht
Neuer Klinikdirektor: Prof. Hänggi übernimmt Neurochirurgie der Uniklinik
Seit dem 1. September ist Prof. Dr. Daniel Hänggi neuer Klinikdirektor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD). (Foto: Universitätsklinikum Düsseldorf/UKD)

Von: Tobias Pott

Neuer Klinikdirektor: Prof. Hänggi übernimmt Neurochirurgie der Uniklinik

Seit dem 1. September ist Prof. Dr. Daniel Hänggi neuer Klinikdirektor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD). Damit konnte das UKD einen der renommiertesten Neurochirurgen Deutschlands für Düsseldorf gewinnen, der auch international hohes Ansehen genießt. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Hans-Jakob Steiger an, der in den Ruhestand wechselt. Prof. Steiger hatte die Klinik seit dem Jahr 2002 geleitet und zu einer der wesentlichen Säulen des UKD ausgebaut.

„Mit Herrn Professor Steiger verlässt uns ein hier im Haus sehr geschätzter Klinikdirektor, Chefarzt und Förderer des medizinischen Nachwuchses“, sagt Prof. Dr. Dr. Frank Schneider, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Düsseldorf. „Er hat in vielen Bereichen seines Fachs Akzente gesetzt und genießt in der neurochirurgischen Fachwelt großes Renommée. Der Vorstand des UKD dankt ihm sehr und von Herzen für sein außerordentliches Engagement.“

Mit Prof. Hänggi übernimmt nun ein Rückkehrer die Klinik, der das UKD bereits sehr gut kennt, da er von 2004 bis 2015 mit Prof. Steiger in Düsseldorf zusammengearbeitet hat. Von 2009 bis 2015 war er zudem stellvertretender Direktor der Neurochirurgischen Klinik am UKD. Der gebürtige Schweizer mit doppelter Staatsbürgerschaft war zuletzt Direktor der Neurochirurgischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim als Klinik der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Für die neue Position ist er mit seiner Frau und den vier Kindern nach Düsseldorf gezogen.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit Prof. Hänggi für dieses so wichtige Fach den besten Nachfolger gewinnen konnten, den man sich denken kann. Die Patientinnen und Patienten in der Region können sich darauf verlassen, dass am UKD eine herausragende Kapazität rund um Eingriffe an Nerven und Gehirn tätig ist. Zudem hat Prof. Hänggi auch in der Forschungswelt mit zahlreichen, auch internationalen Studien und Publikationen schon große Spuren hinterlassen und wird für unsere angehenden Mediziner eine Bereicherung in der Lehre sein,“ resümiert Prof. Nikolaj Klöcker, Dekan der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des UKD.

Seine Schwerpunkte setzt Prof. Hänggi in der vaskulären Neurochirurgie – also bei der operativen Behandlung der Gefäße im Gehirn. In diesem Bereich gehört er zu den zehn weltweit meist zitierten Fachautoren. Ein Beispiel dafür ist die Erkennung und Behandlung von Aneurysmen im Gehirn. Dies sind Gefäßaussackungen, die im schlimmsten Fall platzen und damit lebensbedrohlich werden können. Aber auch das Setzen von Bypässen im Gehirn fällt in seinen Bereich. Zudem stehen die Schädelbasis-Chirurgie und die Minimal-invasive Wirbelsäulenchirurgie bei ihm besonders im Fokus –ebenfalls ist die Behandlung von Patienten nach schweren Unfällen ein relevantes Thema und daher ein wichtiges Signal für die Notfallversorgung im Großraum Düsseldorf.

„Ich arbeite in einem chirurgischen Fachbereich, bei dem höchste Präzision gefragt ist, vielleicht passt dies gut zu meinen Schweizer Wurzeln, wo die Feinmechanik schon immer einen hohen Stellenwert genießt. In Düsseldorf möchte ich vor allem die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern. Insbesondere Herz und Hirn sollen fächerübergreifen am UKD in besten Händen sein“, erläutert der 49-jährige Mediziner.

Ein Thema, das Prof. Hänggi in Düsseldorf unter anderem weiter erforschen will, ist die Frage, wann ein Aneurysma im Gehirn gefährlich ist und wann nicht. Eine nicht unerhebliche Frage, da man davon ausgeht, dass weltweit ca. zwei bis drei Prozent der Bevölkerung eine solche bisher unentdeckte Aussackung an einem Gefäß im Gehirn haben.

„Nicht alle Gefäß Aussackungen haben ein Risiko zu platzen. Es ist also entscheidend herauszufinden, in welchen Fällen eine operative Behandlung indiziert ist “, erläutert Prof. Hänggi.

Kurzlebenslauf:

  • Geboren 1970 in Basel (Schweiz)
  • Abitur und Maturität in Deutschland und der Schweiz
  • Studium der Humanmedizin an der Universität Basel (Schweiz) mit zahlreichen Auslandsaufenthalten
  • 1999: Promotion zum Dr. med. an der Universität Basel
  • 1999 bis 2004: Verschiedene ärztliche Positionen im Universitätsklinikum Basel und Bern, zuletzt dort als Oberarzt der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikum Basel
  • 2004 bis 2012: Verschiedene Oberarztpositionen in der Klinik für Neurochirurgie des UKD, seit 2009 als Stellvertreter des Klinikdirektors
  • 2006 (verlängert 2008): Forschungs-Förderung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • 2008: Erhalt der venia legendi für das Lehrgebiet Neurochirurgie und Ernennung zum Privatdozenten an der Universität Düsseldorf. Titel der Habilitationsschrift: „Der multimodale Therapieansatz in der Behandlung des zerebralen Vasospasmus nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung“
  • 2010: Zusatzausbildung Neurochirurgische Intensivmedizin
  • 2012: Verleihung der außerplanmäßigen Professur für das Fach Neurochirurgie
  • 2015: Direktor der Neurochirurgischen Klinik, Neurochirurgische Klinik, Universitätsmedizin Mannheim, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • 2019: Direktor der Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf
  • Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften und auch Expertengremien
zurück zur Übersicht
MediathekInformation und Wissen
LageplanSo finden Sie uns