„Nur zwei Monate später wäre ich wahrscheinlich weg gewesen.“
Horst Heinzl ist heute sportlich aktiv und steht mitten im Berufsleben. Vor zwei Jahren hing sein Leben aber am seidenen Faden. Eine Lebertransplantation rettete ihn.
Düsseldorf (ukd). „Ich fühle mich wie neu geboren“, sagt Horst Heinzl. „Ich hatte keine Vorstellung davon, wie gut ein Leben nach einer Lebertransplantation sein kann.“ Der Duisburger spielt Volleyball im Verein. Er ist zudem aktiver Teilnehmer an den von der Organisation TransDia organisierten Deutschen Meisterschaften der Transplantierten und Dialysepatienten im Mai und den European Transplant Games im niederländischen Arnheim, die im Juni stattfinden. „Bei diesen Events wollen wir als Teilnehmerinnen und Teilnehmer in erster Linie unser zweites Leben feiern und Transplantierte dazu animieren, Sport zu machen“, so Heinzl. Bei den europäischen Meisterschaften tritt er im 5000-Meter-Lauf, beim Bowling und im Beach-Volleyball an.
Noch vor zwei Jahren kämpfte der 46-Jährige ums Überleben. Aufgrund einer seltenen chronisch-entzündlichen Gallen- und Lebererkrankung – medizinisch: primäre sklerosierende Cholangitis (PSC) – hatte seine Leber zunehmend ihre Arbeit eingestellt. „Es handelt sich um eine chronisch-entzündliche, immunologisch vermittelte Erkrankung der Gallenwege in- und außerhalb der Leber, in deren Folge sich eine Leberzirrhose ausbildet. Am Ende droht ein Organversagen“, ordnet Dr. Christian Weigel ein. Er ist Funktionsoberarzt in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). „Für diese Erkrankung steht aktuell keine kausale medikamentöse Therapie zur Verfügung“, so Dr. Weigel weiter. Und so wurden am UKD die Symptome behandelt – sowohl endoskopisch als auch medikamentös. Die Schädigung der Leber schreitet bei PSC aber trotz Behandlung voran. Deshalb wurde Horst Heinzl auf die Warteliste für eine Spenderleber gesetzt.
„Belastbarkeit bei nahezu null“
„Bei Herrn Heinzl hatte sich der Gesundheitszustand vor der Transplantation rapide verschlechtert“, erinnert sich Dr. Weigel. Horst Heinzl bestätigt das: „Meine gelben Augen hat jeder gleich gesehen. Über zwei Jahre war ich fast jeden Monat im Krankenhaus. Meine Belastbarkeit lag am Ende bei nahezu null. Und zwei Monate später wäre ich wahrscheinlich weg gewesen.“ Allerdings habe er auch in dieser kritischen Phase immer eine große Grundzuversicht gehabt. Er war frisch verheiratet und Vater von zwei Söhnen, der jüngere erst drei Jahre alt. „Großes Glück und großes Unglück lagen zu diesem Zeitpunkt sehr eng beieinander“, so Horst Heinzl. „Und die Transplantation hat dann den Ausschlag gegeben.“
Sein Spenderorgan hat der Duisburger in der Uniklinik RWTH Aachen bekommen, mit der das UKD bei Lebertransplantationen kooperiert. „Es war, als ob jemand einen Schalter in meinem Körper umlegt und auf einmal wieder jeder Teil des Körpers weiß, wo er hingehört“, sagt Horst Heinzl im Rückblick. „Schon auf der Intensivstation habe ich mich richtig auf das neue Leben nach der Transplantation gefreut.“ Und ab da ging es für ihn gesundheitlich steil bergauf.
„An Herrn Heinzl sieht man, dass er sofort angefangen hat, aktiv zu sein“, stellt Dr. Weigel fest, der Horst Heinzl seit der Transplantation wieder betreut. „Die viele Bewegung hat dazu geführt, dass er heute mehr als nur aktiv am Leben teilnehmen kann.“ Für Horst Heinzl war es die richtige Entscheidung, sich nicht auf die Einschränkungen zu fokussieren, die ein Spenderorgan mit sich bringt, sondern die positiven Seiten zu betonen. „Manche Transplantierte sind sehr ängstlich – und das kann einschränken“, stellt er fest. „Der Sport und dieses Umfeld bei den nationalen und internationalen Meisterschaften haben für Transplantierte eine positive Wirkung.“ Und die aktive Lebensweise ist für Horst Heinzl auch eine Art Versicherung: „Sollte es noch einmal zu einer kritischen Situation mit längerem Krankenhausaufenthalt kommen, dient die Muskelmasse für mich als Powerbank.“
An weitere medizinische Behandlungen will Horst Heinzl aber gar nicht denken. Er konzentriert sich lieber auf die anstehenden Sport-Events.
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