Von: Jörn Grabert
Uniklinik Düsseldorf: Erstmals mehr als 50 Herztransplantationen in einem Jahr
Düsseldorf stellt auch 2025 das zweitgrößte Herztransplantationszentrum Deutschlands und im Eurotransplant-Raum
Düsseldorf (ukd). 52 Herztransplantationen: Im Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) konnten erstmals mehr als 50 Patientinnen und Patienten innerhalb eines Jahres mit einem Spenderherz versorgt werden. Damit festigt das UKD seine Position als zweigrößtes Herztransplantationszentrum Deutschlands.
„Was mich besonders freut, ist, dass wir in Düsseldorf stabil sehr gute Ergebnisse mit Blick auf Komplikationen haben, so dass über 90 Prozent der Patientinnen und Patienten den schweren Eingriff und das erste Jahr nach der Operation überstehen“, sagt Prof. Dr. Udo Boeken, Chirurgischer Leiter des Herztransplantationsprogramms am UKD. Das ist ein Nachweis für die große Kompetenz, die wir hier in Düsseldorf rund um Herztransplantationen aufbauen konnten – angefangen bei den Kardio-Technikern und der Pflege im OP und auf Station bis hin zu den Expertinnen und Experten in der Anästhesie, der Kardiologie und der Herzchirurgie“, so Prof. Boeken.
Das Altersspektrum der behandelten Patientinnen und Patienten ist breit: Der jüngste Patient, der 2025 ein Spenderherz erhalten hat, ist unter 30 Jahre alt. Der älteste Mann konnte mit 69 das Krankenhaus mit einem neuen Herz verlassen. Die älteste Frau war 68 Jahre alt. Der Patient mit der längsten Wartezeit musste fast sechs Jahre lang ausharren bis Ende 2025 endlich ein passendes Spenderherz gefunden werden konnte.
29-Jähriger erhält zweites Spenderherz
Einer der spektakulärsten Fälle aus dem vergangenen Jahr war die Operation von Sebastian Jost aus Solingen, der im Alter von 29 Jahren bereits sein zweites Spenderherz erhalten hat. „Schon im frühen Kindesalter musste bei ihm eine erste Transplantation vorgenommen werden“, sagt Dr. Bedri Ramadani, stellvertretender Direktor der Klinik für Herzchirurgie am UKD. Für den Eingriff wurde Sebastian Jost aus Köln nach Düsseldorf verlegt. „Die Unikliniken Köln und Düsseldorf kooperieren sehr eng, wenn es um Herztransplantationen geht“, sagt Prof. Dr. Artur Lichtenberg, Direktor der Klinik für Herzchirurgie in Düsseldorf. „Von dieser Regelung profitieren sowohl die beiden Kliniken als auch die Patientinnen und Patienten, die zu weiten Teilen ihres Krankenhausaufenthaltes heimatnah versorgt werden können.“ Sebastian Jost ist mittlerweile auf dem Weg, sein Fachabitur nachzuholen. Im August beginnt er eine Ausbildung zum Bankkaufmann. „Körperlich bin ich mittlerweile fitter als damals als ich stationär aufgenommen wurde und mache auch weiterhin sehr gute Fortschritte“, so der Solinger.
Insgesamt hat das Herztransplantationsprogramm der Uniklinik Düsseldorf ein sehr großes Einzugsgebiet, das sich weit über die Grenzen NRWs hinaus erstreckt. „Wir schätzen die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit anderen Krankenhäusern sehr und können auf diese Weise dafür sorgen, dass unsere gemeinsamen Patientinnen und Patienten die bestmögliche Behandlung erhalten“, unterstreicht Prof. Dr. Hug Aubin, leitender Oberarzt in der Klinik für Herzchirurgie.
Das Herztransplantationsprogramm an der Uniklinik Düsseldorf:
Mit 52 Herztransplantationen im Jahr 2025 ist das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) erneut zweitgrößtes deutsches Zentrum für Herztransplantationen geworden. Ein Jahr zuvor erhielten in Düsseldorf 44 Patientinnen und Patienten ein Spenderherz. 2023 waren es 47. „Dass unser Programm stetig weiter wachsen kann, verdanken wir dem großartigen Einsatz aller beteiligter Berufsgruppen“, so Prof. Lichtenberg. „Ich möchte mich bei allen sehr herzlich bedanken.“
Eurotransplant:
Der Eurotransplant-Raum ist ein Zusammenschluss von acht europäischen Ländern für die Vermittlung von Spenderorganen. Laut dem Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) wird bei der Vermittlung die größte Übereinstimmung von Spenderorgan und Empfängerin oder Empfänger angestrebt, um das Risiko einer Abstoßung des Organs zu minimieren. „Eurotransplant agiert anhand einer zentralen Datenbank mit sämtlichen wichtigen Informationen von Wartenden, Spendenden und gespendeten Organen.
Durch den länderübergreifenden Verbund können schnell passgenaue Transplantationen organisiert werden.“
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Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ist das größte Krankenhaus in der Landeshauptstadt und eines der wichtigsten medizinischen Zentren in NRW. Die 9.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in UKD und Tochterfirmen setzen sich dafür ein, dass jährlich über 45.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt und 270.000 ambulant versorgt werden können.
Das UKD steht für internationale Spitzenleistungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre, sowie für innovative und sichere Diagnostik, Therapie und Prävention. Patientinnen und Patienten profitieren von der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit der 60 Kliniken und Institute. Die besondere Stärke der Uniklinik ist die enge Verzahnung von Klinik und Forschung zur sicheren Anwendung neuer Methoden.
Am UKD entsteht die Medizin von morgen. Jeden Tag.