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Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt: Familien-SCOUTs helfen

Wenn ein Elternteil an Krebs erkrankt: Familien-SCOUTs helfen

Wenn in einer Familie mit minderjährigen Kindern ein Elternteil an Krebs erkrankt, belastet das die ganze Familie. Wie geht es mit der Behandlung weiter? Wo bekomme ich Hilfe? Und wie gehen die Kinder mit der psychischen Belastung um? Das Projekt Familien-SCOUT unterstützt diese Familien und steht ihnen beratend, begleitend und unterstützend zur Seite. Nun konnte für das Centrum für integrierte Onkologie an der Uniklinik RWTH Aachen (CIO-Aachen), an der Uniklinik Bonn (CIO-Bonn) und Uniklinik Düsseldorf (CIO-Düsseldorf) gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) und der AOK Rheinland/Hamburg, sowie weiterer Krankenkassen die Finanzierung des innovativen Angebots mit einem Überbrückungsvertrag sichern.

Familien-SCOUT ist die Abkürzung für „sectoren- und phasenübergreifende Unterstützung für Familien mit krebserkranktem Elternteil“. „Dahinter verbergen sich speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Psychosomatik am UKD sowie an den anderen Standorten“, erklärt Dr. André Karger, Kommissarischer Leiter des Klinischen Instituts für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Leiter des Bereichs Psychoonkologie am Universitätstumorzentrum der Uniklinik Düsseldorf. „Die SCOUTS koordinieren Hilfsangebote und sind Ansprechpartner für soziale wie psychische Ängste und Sorgen. Zusätzlich unterstützen sie die Familien auch bei sozialrechtlichen Fragen rund um den großen Verwaltungsaufwand, der auf viele Familien zukommt.“

Die Familien-SCOUTs ermutigen die betroffenen Familien zu offenen Gesprächen und ermöglichen ihnen den Zugang zu Unterstützungsangeboten. Die Familien-SCOUTs betreuen betroffene Familien auch zu Hause und schließen mit diesem Angebot eine Lücke, da es den Familien oft nicht möglich ist, die ihnen zustehenden Unterstützungen zu erreichen. „Es ist wichtig, dass neben den Patientinnen und Patienten auch unsere Angehörigen vermehrt Unterstützungsangebote erhalten, denn sie sind oft genauso belastet wie die Erkrankten“, sagt Univ.-Prof. Dr. med. Peter Albers, Leiter des CIO Düsseldorf am Universitätsklinikum Düsseldorf.

Die Finanzierung des seit 2018 durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderten Projekts endete zum 31. Dezember 2020. „Familien dürfen in einer solch belastenden Situation nicht allein gelassen werden – deswegen freuen wir uns sehr, dass die wichtige Unterstützung durch die Familien-SCOUTs weiterhin gesichert ist“, sagt Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg. „Mit der Teilnahme an dem Projekt, das in Aachen, Bonn und Düsseldorf durchgeführt wird, profitieren betroffene Familien in ihrer schweren Zeit vom innovativen Ansatz dieser Unterstützung", ergänzt Barbara Steffens, Leiterin der TK-Landesvertretung in NRW.

Im Rahmen der Förderung durch den Innovationsfonds wird die Arbeit der SCOUTs seit 2018 wissenschaftlich untersucht und ausgewertet. „Von Beginn an war unser Ziel, wissenschaftlich zu belegen, dass diese Form der Unterstützung die Familien entlastet und alle Familienmitglieder vor zukünftigen psychischen Belastungssymptomen und Erkrankungen schützen kann“, sagt Univ.-Prof. Dr. med. Tim H. Brümmendorf, Leiter des CIO-Aachen an der Uniklinik RWTH Aachen. Inzwischen konnten über 450 Familien in die Studie eingeschlossen werden. Ab Oktober 2021 ist die Datenauswertung geplant.

Durch die Überbrückungsfinanzierung können Familien mit krebserkranktem Elternteil und minderjährigen Kindern die Hilfe der Familien-SCOUTS bis zum Vorliegen der Studienergebnisse und der erhofften Übernahme in die bundesweite Regelversorgung weiterhin in Anspruch nehmen.

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Zum Universitätsklinikum Düsseldorf:

Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ist das größte Krankenhaus in der Landeshauptstadt und eines der wichtigsten medizinischen Zentren in NRW. Die 9.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in UKD und Tochterfirmen setzen sich dafür ein, dass jährlich über 50.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt und 300.000 ambulant versorgt werden können.

Das UKD steht für internationale Spitzenleistungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre, sowie für innovative und sichere Diagnostik, Therapie und Prävention. Patientinnen und Patienten profitieren von der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit der 60 Kliniken und Institute. Die besondere Stärke der Uniklinik ist die enge Verzahnung von Klinik und Forschung zur sicheren Anwendung neuer Methoden.

Am UKD entsteht die Medizin von morgen. Jeden Tag.

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