Aktuelles aus dem Institut für Antomie I

Aktuelles aus dem Institut für Anatomie I

Neue Studie verfolgt den Verlauf einzelner Nervenzellfortsätze im menschlichen Gehirn

Wie Nervenzellen im menschlichen Gehirn im Detail miteinander verschaltet sind, ist bislang nur unzureichend bekannt. Während in Tiermodellen invasive Tracer-Methoden die Verfolgung einzelner Nervenfortsätze erlauben, sind gängige Verfahren beim Menschen – etwa die Magnetresonanztomographie oder Untersuchungen an Körperspenden – auf die Darstellung größerer Faserbahnen beschränkt.

In der Studie „Mapping intralobar fiber connections in the human occipital lobe by tracer electrophoresis“ zeigt Dr. Lars Freudenmacher, dass sich diese Grenzen überwinden lassen. Durch die Kombination klassischen Tract-Tracings mit elektrophoretisch beschleunigtem Farbstofftransport können Nervenfortsätze über mehrere Zentimeter hinweg im menschlichen Gehirn verfolgt werden – ein Bereich, der zuvor experimentell nicht zugänglich war.

Am Beispiel der Sehrinde im Okzipitallappen wurden so Verbindungen des visuellen Kortex innerhalb des Lappens direkt im menschlichen Gewebe nachvollzogen. Die Methode eröffnet neue Möglichkeiten, die Verschaltung menschlicher Hirnnetzwerke direkt zu untersuchen, statt sie allein aus Tierdaten oder Modellen abzuleiten.

Die Studie erschien im Januar 2026 in Brain Structure & Function: https://doi.org/10.1007/s00429-025-03031-2.


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