Aktuelle Neuigkeiten

Aktuelles aus dem Institut für Anatomie I

Neue Studie beschreibt erstmals detailliert die Nervenarchitektur des menschlichen Klitorisorgans

Eine neue Studie „Ramification of the Dorsal Clitoral Nerve along its Course on the Human Clitoris“ von Dr. med. Wolf‑Vollenbröker und Co-Autor:innen beschreibt erstmals detailliert die Nervenarchitektur des in Teilen noch unerforschten menschlichen Klitorisorgans, insbesondere den Verlauf und das Spektrum der interindividuell unterschiedlichen Verzweigungen des für die Sensibilität zentralen dorsalen Klitorisnervs.

Die Kooperation zwischen unserer Arbeitsgruppe für Klinische Anatomie um die klinischen Anatomen Prof. Dr. med. Timm Filler und Dr. med. Michael Wolf-Vollenbröker und PD Dr. med. Dan mon O‘Dey, einem international ausgewiesenen Experten der vulvo‑clitoralen, rekonstruktiven Chirurgie, basiert auf speziellen Färbe- und Mikrodissektionsverfahren an postmortem Gewebe. Die Verbindung anatomischer Grundlagenforschung und chirurgischer Expertise hat hierbei die Basis für diesen relevanten Erkenntnisgewinn gelegt.

Die Ergebnisse können dazu beitragen, die chirurgische Versorgung von Patientinnen – etwa nach Operationen, Erkrankungen, Beschneidungen oder anderen Verletzungen – maßgeblich zu verbessern und neue operative Ansätze zur Wiederherstellung klitoraler Funktion, u.a. durch die nun verbessert mögliche Schonung feinster Nerven, zu entwickeln. Zudem erweitern sie das grundlegende Verständnis des anatomischen Aufbaus und der komplexen Nervenversorgung.

Die Studie erschien in Folia Morphologica am 03. April 2026 (DOI: 10.5603/fm.107254)


Neue Studie verfolgt den Verlauf einzelner Nervenzellfortsätze im menschlichen Gehirn

Wie Nervenzellen im menschlichen Gehirn im Detail miteinander verschaltet sind, ist bislang nur unzureichend bekannt. Während in Tiermodellen invasive Tracer-Methoden die Verfolgung einzelner Nervenfortsätze erlauben, sind gängige Verfahren beim Menschen – etwa die Magnetresonanztomographie oder Untersuchungen an Körperspenden – auf die Darstellung größerer Faserbahnen beschränkt.

In der Studie „Mapping intralobar fiber connections in the human occipital lobe by tracer electrophoresis“ zeigt Dr. Lars Freudenmacher, dass sich diese Grenzen überwinden lassen. Durch die Kombination klassischen Tract-Tracings mit elektrophoretisch beschleunigtem Farbstofftransport können Nervenfortsätze über mehrere Zentimeter hinweg im menschlichen Gehirn verfolgt werden – ein Bereich, der zuvor experimentell nicht zugänglich war.

Am Beispiel der Sehrinde im Okzipitallappen wurden so Verbindungen des visuellen Kortex innerhalb des Lappens direkt im menschlichen Gewebe nachvollzogen. Die Methode eröffnet neue Möglichkeiten, die Verschaltung menschlicher Hirnnetzwerke direkt zu untersuchen, statt sie allein aus Tierdaten oder Modellen abzuleiten.

Die Studie erschien im Januar 2026 in Brain Structure & Function: https://doi.org/10.1007/s00429-025-03031-2.


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