Digitale Krebsnachsorge mit Smartphone und VR-Brille: Forschungsprojekt MOTIVATE startet an HHU und UKD
Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) startet gemeinsam mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft das Forschungsprojekt MOTIVATE zur digitalen Krebsnachsorge. Ziel ist es, Herzprobleme bei Krebspatientinnen und -patienten frühzeitig zu erkennen und langfristige Folgeschäden der Therapie zu vermeiden. Das Projekt erhält künftig unter anderem durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) eine Förderung in Höhe von 1,83 Millionen Euro.
Die Prognose vieler von Krebs betroffener Patientinnen und Patienten hat sich in den vergangenen Jahren durch die stetige Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten deutlich verbessert. Diese positive Entwicklung kann jedoch mit einem erhöhten Risiko für therapiebedingte Nachfolgen bei den Betroffenen einher gehen.
Insbesondere das Herz kann durch Krebstherapien dauerhaft belastet werden. Viele Betroffene entwickeln erst Jahre nach der Behandlung Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Forschenden hinter dem Projekt MOTIVATE (Multimodale digitale Technologien zur Verbesserung der Nachsorge, Lebensqualität und der Früherkennung von kardialen Komplikationen bei Immuno-onkologischen Interventionen) haben sich daher zum Ziel gesetzt, digitale Methoden zur Nachsorge und Überprüfung der kardiologischen Gesundheit zu entwickeln und so die Langzeitprognose ehemaliger Krebspatientinnen und -patienten zu verbessern. Dazu setzen die Forschenden auf eine Kombination innovativer Technologien, die gemeinsam mit Patientenvertretungen entwickelt werden sollen: Eine Smartphone-App, Wearables zur Erfassung von Kreislaufparametern sowie eine Virtual-Reality-Umgebung zur interaktiven Patientenaufklärung begleiten Patientinnen und Patienten in der Nachsorge.
Über die App, die im Rahmen des Projekts weiterentwickelt wird, können Symptome strukturiert erfasst und direkt mit dem Behandlungsteam kommuniziert werden. Gleichzeitig liefern Wearables kontinuierliche Gesundheitsdaten, und eine Virtual Reality (VR)-Umgebung unterstützt die Betroffenen, ihre eigene Gesundheit besser einzuschätzen. Dieser neue digitalisierte Ansatz wird anschließend im Rahmen einer prospektiven, randomisierten Machbarkeitsstudie untersucht und unter anderem die Umsetzbarkeit und Akzeptanz der Tools ermittelt. Mithilfe der Daten sollen gezielt Algorithmen entwickelt werden, die Herzprobleme frühzeitig erkennen können und damit individuelle Risiken besser vorhersagen.
Das Projekt wird über eine Laufzeit von drei Jahre mit 1,83 Millionen Euro gefördert – hauptsächlich vom BMFTR. An der HHU und dem UKD arbeiten mehrere Kliniken interdisziplinär im Projekt zusammen, darunter die Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie, die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie das Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Weitere Partner sind die Klinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Aachen, das Institut für mathematische Modellierung biologischer Systeme der HHU sowie ein Softwareunternehmen aus Köln. Die wissenschaftliche Koordination übernimmt Dr. Fabian Voß (Klinik für Kardiologie, Pneumologie & Angiologie, UKD), Sprecher ist Prof. Dr. Malte Kelm (Direktor der Klinik für Kardiologie, Pneumologie & Angiologie, UKD).
Die Forschenden erwarten, dass die im Projekt entwickelten digitalen Lösungen künftig nicht nur in der Krebsnachsorge eingesetzt werden können, sondern auch in anderen Bereichen der medizinischen Versorgung.