Hantavirus-Kontaktperson nach Kreuzfahrt vorsorglich in Uniklinik Düsseldorf untersucht
Feuerwehr Düsseldorf und Universitätsklinikum Düsseldorf übernehmen gemeinsam Transport und infektiologische Abklärung
Düsseldorf (ukd/tpo). Die Feuerwehr Düsseldorf und das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) übernehmen heute gemeinsam den Transport und die vorsorgliche medizinische Abklärung einer Kontaktperson eines auf einem Kreuzfahrtschiff aufgetretenen Hantavirus-Falls. Die betreffende Person wird durch spezialisierte Einsatzkräfte der Feuerwehr Düsseldorf von einem Flughafen in die Niederlande nach Düsseldorf transportiert.
Bei der Person handelt es sich ausdrücklich nicht um einen bestätigten Infektionsfall, sondern um eine bisher asymptomatische Kontaktperson, bei der vorsorglich auf der Infektionsstation des UKD eine klinische Ersteinschätzung sowie infektiologische Untersuchungen erfolgen sollen.
Der Einsatz und die weiteren medizinischen Maßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit den zuständigen Gesundheitsbehörden sowie den beteiligten medizinischen und rettungsdienstlichen Partnern.
Die Feuerwehr Düsseldorf verfügt über speziell geschulte Einheiten, entsprechende Technik und umfangreiche Erfahrung beim Transport infektiologischer Patienten. Gemeinsam mit dem UKD, den Gesundheitsbehörden und weiteren Partnern werden entsprechende Szenarien regelmäßig trainiert und fortlaufend weiterentwickelt. Dabei stehen insbesondere sichere Transportabläufe, abgestimmte Kommunikationswege und standardisierte Schutzmaßnahmen im Mittelpunkt.
Das UKD verfügt über besondere infektiologische Expertise und langjährige Erfahrung im Umgang mit komplexen infektiologischen Fragestellungen und hält eine Sonderisolierstation für die Versorgung von Erkrankungen durch hochpathogene Erreger wie z. B. das Ebolavirus vor, die in diesem Fall jedoch nicht zum Einsatz kommen muss. Die enge Zusammenarbeit zwischen Universitätsmedizin, Rettungsdienst, Feuerwehr und den Gesundheitsbehörden ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Sicherheits- und Versorgungsstrukturen in Nordrhein-Westfalen. Durch die interdisziplinäre Vernetzung unterschiedlicher Fachbereiche können auch seltene infektiologische Lagen sicher und koordiniert versorgt werden.
Solche Einsatzlagen erfordern eingespielte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Partner. Feuerwehr, Rettungsdienst und Kliniken trainieren entsprechende Szenarien regelmäßig gemeinsam, um jederzeit vorbereitet zu sein.
Die medizinische und infektiologische Ersteinschätzung erfolgen auf der Infektionsstation des Universitätsklinikums Düsseldorf. Geplant sind unter anderem weiterführende virologische Laboruntersuchungen. Anschließend soll die Person zeitnah an ihren Heimatort in Deutschland weiterverlegt werden.
„Es handelt sich um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion. Die Aufnahme erfolgt rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung. Solche Situationen gehören zum infektiologischen Versorgungsauftrag eines universitätsmedizinischen Zentrums wie des UKD“, erklärt Prof. Torsten Feldt, Bereichsleiter Tropenmedizin der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf.
Hintergrund: Hantavirus
Hantaviren kommen weltweit vor und werden überwiegend durch Nagetiere übertragen. Menschen infizieren sich typischerweise über den Kontakt mit virushaltigen Ausscheidungen infizierter Nager, beispielsweise durch aufgewirbelten Staub. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist für den in Südamerika vorkommenden Virustyp, der als Ursache der Erkrankungen vermutet wird, beschrieben.
Der genaue Virustyp wird aktuell noch untersucht. Gesundheitsbehörden wie das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation WHO bewerten das Risiko für die allgemeine Bevölkerung in Europa derzeit ausdrücklich als „sehr gering“.
Weitere Informationen zum Hantavirus bietet das Robert Koch-Institut unter: https://www.rki.de/hantaviren
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Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ist das größte Krankenhaus in der Landeshauptstadt und eines der wichtigsten medizinischen Zentren in NRW. Die 9.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in UKD und Tochterfirmen setzen sich dafür ein, dass jährlich über 45.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt und 270.000 ambulant versorgt werden können.
Das UKD steht für internationale Spitzenleistungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre, sowie für innovative und sichere Diagnostik, Therapie und Prävention. Patientinnen und Patienten profitieren von der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit der 60 Kliniken und Institute. Die besondere Stärke der Uniklinik ist die enge Verzahnung von Klinik und Forschung zur sicheren Anwendung neuer Methoden.
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