Neues PET/CT: Weniger Strahlendosis und mehr Details in der Krebsdiagnostik
Nuklearmedizin und Radiologie der Uniklinik Düsseldorf betreiben seit Anfang Mai gemeinsam ein neues PET/CT und bieten damit modernste Diagnostik – zum Vorteil von Patientinnen und Patienten.
Düsseldorf (ukd). Von „bedeutsamster onkologischer Bildgebung für die Primärdiagnostik und für das weitere Therapiemanagement“ spricht Prof. Dr. Frederik L. Giesel, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD). Von einem „Riesenschritt nach vorne“ berichtet Prof. Dr. Gerald Antoch, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Beide beziehen sich auf das neue PET/CT, das sie seit Mai am UKD gemeinsam betreiben. Das Gerät im Gegenwert von mehreren Einfamilienhäusern soll neue Maßstäbe setzen.
Mit einem PET-CT können in einer bildgebenden Untersuchung Körperstrukturen und Stoffwechselvorgänge mit sehr hoher Ortsauflösung dargestellt werden. Hierfür kombiniert das Gerät Darstellungen aus der Computertomographie (CT) mit Abbildungen aus einer Positronenemissionstomographie (PET). Es erfolgt zeitgleich eine Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen und die Erfassung von Signalen eines schwach radioaktiven Stoffs, der vor der Untersuchung verabreicht wird. Das diagnostische Verfahren eignet sich hervorragend, um Krebstumoren zu erkennen, Entzündungen sichtbar zu machen – zum Beispiel im Zusammenhang mit Rheuma oder Fehlfunktionen des Herzens – oder Funktionseinschränkungen im Gehirn zu entdecken.
Aufspüren von Tumoren und Entzündungsherden
Für den PET-Anteil kommen sogenannte Tracer zur Anwendung. Sie werden an das Untersuchungsziel angepasst. In der Regel handelt es sich um radioaktiv markierten Zucker, der sich im Körper dort anreichert, wo sich Bereiche mit erhöhtem Stoffwechsel befinden. Das ist zum Beispiel in Tumoren oder Entzündungsherden der Fall. Spezielle Detektoren erfassen dann diese besonders aktiven und kenntlich gemachten Bereiche.
Laut Prof. Giesel ist das neue Gerät deutlich sensitiver als das Vorgängermodell. Die Bildauflösung ist deutlich besser und die Untersuchungsdauer ist ebenfalls verkürzt. „Der Mehrwert für die Patientinnen und Patienten liegt darüber hinaus in der geringeren Strahlenbelastung.“ Und Prof. Antoch ordnet ein: „Wir sprechen von Diagnose auf höchstem Niveau. Wir können genauer diagnostizieren und finden kleinere Tumore.“
Der Institutsdirektor der Radiologie hebt die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen seiner Abteilung und der Nuklearmedizin hervor: „Hier am UKD wird das Gerät gemeinsam betrieben. Dadurch werden die Befunde allumfassend.“ Im Grunde genommen gilt für die Auswertung der gewonnenen Aufnahmen ein Sechs-Augen-Prinzip. Die erste Begutachtung erfolgt durch Assistenzärztinnen und -ärzte. Danach prüfen Fachinnen und -ärzte – immer sowohl aus der Radiologie als auch aus der Nuklearmedizin – das Ergebnis der Diagnostik. Die Patientinnen und Patienten erhalten danach ein Untersuchungsergebnis aus einer Hand.
„Das PET-CT wird immer relevanter“ sagt Prof. Giesel. Bei vielen Krebserkrankungen werde es vor Einleitung der Therapie, als Interim-Untersuchung zur frühzeitigen Beurteilung des Therapieansprechens während der Therapie und im Rahmen eines Stagings nach Abschluss der Behandlung eingesetzt. Darüber hinaus erweitern recht neue Tracer das Einsatzgebiet des PET/CT. Der sogenannte PSMA-Tracer, seit gut zehn Jahren routinemäßig im Einsatz, bindet sich beispielweise an ein Eiweiß, das in hoher Konzentration auf der Oberfläche von Prostatakrebszellen anzutreffen ist. „Unter anderem können wir nun deutlich früher eine Ausbreitung in Richtung der Lymphknoten erkennen“, erklärt Prof. Giesel. Da die Tracer abhängig von der Fragestellung sehr zielgerichtet eingesetzt werden können, spricht der Direktor der Klinik für Nuklearmedizin von einer Entwicklung hin zur personalisierten Medizin.
Patientinnen und Patienten können Farbe der Beleuchtung wählen
Auch in Sachen Patientenkomfort kann das neue PET/CT punkten. Es ist mit Licht-Farbleisten ausgestattet. Die Patientinnen und Patienten können beim Betreten des Untersuchungsraumes festlegen, in welchen Farben der Raum erstrahlen soll. Das sorgt für eine deutlich entspanntere Atmosphäre. Dass mit Ankauf und Einrichtung des neuen Gerätes auch der Umkleidetrakt umgestaltet worden ist, wirkt sich zusätzlich positiv auf das Ambiente aus.
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