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Arbeiten interdisziplinär an der Studie (v.l.n.r.) Prof. Jörg Distler, Dr, Johannes Fischer, Dr. Christina Düsing, Dr. Ben-Niklas Bärmann, Prof. Sascha Dietrich.

Allogene CAR-T-Zelltherapie: Neue Hoffnung für Menschen mit Autoimmunerkrankungen?

Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben eine weitere Studie gestartet, in der es darum geht, wirksame Therapieoptionen für Patientinnen und Patienten mit systemischen Autoimmunerkrankungen zu untersuchen. Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte allogene CAR-T-Zelltherapie, eine Immuntherapie, in deren Rahmen weiße Blutkörperchen (T-Zellen) gentechnisch im Labor so optimiert werden, dass sie anschließend fehlgeleitete B-Zellen des eigenen Abwehrsystems erkennen und attackieren können. Diese B-Zellen richten sich im Fall einer systemischen Autoimmunerkrankung gegen den eigenen Körper, greifen zum Beispiel Organe oder Muskelgewebe an. Mit Hilfe diese Phase-1-Studie sollen Erkenntnisse zur optimalen Dosis der CAR-T Zelltherapie gewonnen werden. Für Patientinnen und Patienten sind Studien zu Behandlungsmöglichkeiten von Autoimmunerkrankungen eine Hoffnung auf bessere Therapieoptionen.

Die allogene Variante der CAR-T-Zelltherapie greift auf weiße Blutkörperchen von gesunden Spenderinnen und Spendern zurück. Die Zellen werden so aufbereitet, dass sie vom aufnehmenden Organismus nicht als Fremdkörper wahrgenommen werden. Die Forschenden gehen davon aus, dass CAR-T-Zelltherapien, bei denen Spenderzellen zum Einsatz kommen, planbarer, flexibler einzusetzen und schneller verfügbar sind. Bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen ist der Ansatz neu. Die Anwendung der allogenen CAR-T-Zelltherapie erfolgt im Rahmen der Studie erstmals an Patientinnen und Patienten. Zuvor wurden lediglich weiße Blutkörperchen verwendet, die den jeweiligen Betroffenen entnommen worden sind. Im Rahmen von individuellen Heilversuchen konnten dabei bereits vielversprechende Ergebnisse erzielt werden.

Abseits der CAR-T-Zelltherapie hält die Medizin für Patientinnen und Patienten mit systemischen Autoimmunerkrankungen keine Therapie bereit, die das Fortschreiten der Erkrankung wirksam aufhält. Wer unter autoimmunen Bindegewebserkrankungen ((Systemischer Lupus erythematodes, Systemischer Sklerose), Muskelentzündungen (Myositiden), ) oder entzündlichen Gelenkveränderungen (rheumatoider Arthritis) leidet, absolviert oftmals viele Besuche bei Ärztinnen und Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen, um wenigstens einzelnen Symptomen etwas entgegenzusetzen. Bei vielen Betroffenen zeigen die vorhandenen Therapien nicht die erhoffte Wirkung. So kann es im weiteren Verlauf zu Organ- und Gewebeschäden bis hin zum Tod kommen.

Das UKD gehört in der Anwendung und Weiterentwicklung der CAR-T-Zelltherapie zu den führenden Zentren. „Hier funktioniert die Kooperation zwischen der Hämatologie, die bereits über umfangreiche Erfahrungen beim Einsatz der CAR-T-Zelltherapie gegen Krebs verfügt, der Rheumatologie und dem Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika ganz hervorragend“, stellt Dr. Christina Düsing fest. Sie ist Oberärztin der Klinik für Rheumatologie und Leiterin der Studienambulanz. „Die enge Zusammenarbeit über Fachabteilungsgrenzen hinweg ist Voraussetzung dafür, dass wir als Haus bei großen international angelegten Studien überhaupt zum Zuge kommen“, ergänzt Dr. Ben-Niklas Bärmann, geschäftsführender Direktor des DCG sowie Oberarzt am Institut für Transplantationsdiagnostik und Zelltherapeutika .

Die Studie wird in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie unter dem Dach des Düsseldorf Center for Cell and Gene Therapy (DCG) am UKD durchgeführt. Beteiligt sind bislang auch die Charité in Berlin und Unikliniken in Dresden und Kiel. Darüber hinaus nehmen Zentren in den USA, Frankreich und in Israel teil. Untersucht wird die Wirksamkeit der allogenen CAR-T-Zelltherapie bei Systemischem Lupus erythematodes, Myositiden, Systemischer Sklerose und rheumatoider Arthritis. „Es handelt sich um eine sogenannte Basket-Studie mit zwei bis drei Patientinnen und Patienten pro Erkrankung und Zentrum“, so Dr. Christina Düsing.

Weitere Informationen: https://www.bmsclinicaltrials.com/de/de/clinical-trials/NCT07115745 

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Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ist das größte Krankenhaus in der Landeshauptstadt und eines der wichtigsten medizinischen Zentren in NRW. Die 9.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in UKD und Tochterfirmen setzen sich dafür ein, dass jährlich über 45.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt und 270.000 ambulant versorgt werden können.

Das UKD steht für internationale Spitzenleistungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre, sowie für innovative und sichere Diagnostik, Therapie und Prävention. Patientinnen und Patienten profitieren von der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit der 60 Kliniken und Institute. Die besondere Stärke der Uniklinik ist die enge Verzahnung von Klinik und Forschung zur sicheren Anwendung neuer Methoden.

Am UKD entsteht die Medizin von morgen. Jeden Tag.

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