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Janet Goetzie, Stefanie Schmidt, Patientin Manu Müller und Prof. Dr. Guido Kobbe (v.l.n.r.) nach Abschluss der Therapie vor der KMT-Ambulanz

Neue Versorgungsform: Uniklinik Düsseldorf führt spezielle Blutstammzelltransplantationen erstmals im Großraum Düsseldorf teilweise ambulant durch

Mehr Zeit zuhause in gewohnter Umgebung, kürzerer Aufenthalt im Krankenhaus, mehr Lebensqualität

Neu entwickeltes Konzept am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD): Für Betroffene bedeutet es mehr Zeit zuhause in ihrer gewohnten Umgebung und kürzere Klinikaufenthalte. Erstmals wurden am UKD im Juli zwei sogenannte autologe Blutstammzelltransplantationen bei Betroffenen mit Multiplem Myelom (umgangssprachlich auch Knochenmarkskrebs genannt) vollständig teilstationär – also zum Teil ambulant – durchgeführt. Das ist nur in ganz wenigen Kliniken in Deutschland möglich.

Bei der autologen Blutstammzelltransplantationen handelt es sich um eine Form der Stammzelltransplantation, bei der Blutstammzellen eingesetzt werden, die man den Patientinnen und Patienten zuvor selbst entnommen hat.  Die beiden Patienten konnten die gesamte Therapie ganz ohne stationären Krankenhausaufenthalt absolvieren und verbrachten die Nächte in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung. Der teilstationäre Ansatz ist ein wichtiger Meilenstein für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom.

Damit sich das blutbildende System nach intensiver Behandlung wieder regenerieren kann: Körpereigene Blutsstammzellen werden zurückgegeben

Die autologe Blutstammzelltransplantation ist ein zentraler Baustein in der Behandlung jüngerer und körperlich belastbarer Patientinnen und Patienten mit Multiplem Myelom. Nach einer hochdosierten, speziellen Chemotherapie werden zuvor gewonnene körpereigene Blutstammzellen zurückgegeben. Diese sorgen dafür, dass sich das blutbildende System nach der intensiven Behandlung wieder regenerieren kann. 

„Die Therapie gilt als sehr wirksam, ist jedoch mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Während der Phase nach der Hochdosistherapie kommt die Blutbildung für einige Tage nahezu vollständig zum Erliegen. Dadurch besteht ein hohes Risiko für Infektionen und Blutungskomplikationen“, erklärt Prof. Dr. Sascha Dietrich, Direktor der UKD-Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie. „Zusätzlich können Nebenwirkungen an den Schleimhäuten, der Leber oder dem Magen-Darm-Trakt auftreten. Aus diesem Grund werden autologe Blutstammzelltransplantationen traditionell stationär durchgeführt – meist mit einer Krankenhausverweildauer von etwa drei Wochen.“

Unter der Leitung von Professor Dr. Sascha Dietrich hat das Team der Klinik Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie nun ein innovatives Konzept entwickelt, das eine sichere teilstationäre Durchführung dieser anspruchsvollen Therapie ermöglicht. Für die erfolgreiche Durchsetzung des neuen Versorgungskonzeptes mussten auch neue organisatorischen und administrativen Voraussetzungen geschaffen werden.

Eine Schlüsselrolle spielte dabei das engagierte Pflegeteam um Janet Goetzie und Stefanie Schmidt, das ein speziell auf diese Patientengruppe zugeschnittenes Betreuungskonzept entwickelte und die Patientinnen und Patienten sicher durch die Behandlung begleitete. Die ärztliche Betreuung erfolgte durch das Team der Knochenmarkstransplanations-/KMT-Ambulanz unter der Leitung von Professor Dr. Guido Kobbe. 

Behandlung tagsüber in der Klinik, abends wieder im eigenen Bett: Für Notfälle steht eine telefonische Rufbereitschaft der Klinik zur Verfügung

Das Neue: Die Patientinnen und Patienten wurden täglich in der Ambulanz untersucht und behandelt. Anschließend konnten sie wieder über Nacht nach Hause in ihre vertraute Umgebung zurückkehren. Für Notfälle stand rund um die Uhr eine telefonische Rufbereitschaft der Klinik zur Verfügung.

„Ein weiterer wichtiger Baustein des Behandlungskonzeptes war eine spezielle Kältebehandlung der Mundschleimhaut während der Chemotherapie. Dadurch konnten bei beiden Patienten schwere Entzündungen im Mund verhindert werden – eine häufige und belastende Nebenwirkung dieser Therapie, die auch die Nahrungsaufnahme stark einschränken kann“, erklärt Prof. Dr. Guido Kobbe.

Parallel nahmen beide Patienten an einer klinischen Studie teil, in der ihre Vitalparameter mithilfe tragbarer Sensoren (sogenannten Wearables wie man sie zum Beispiel auch von Smartwatches kennt) kontinuierlich erfasst wurden. Die Daten werden auf einem sicheren Server des UKD gespeichert und mithilfe künstlicher Intelligenz ausgewertet. Ziel des Projekts ist es, künftig ein digitales Frühwarnsystem zu etablieren, das Komplikationen frühzeitig erkennt und damit die ambulante Durchführung komplexer Zelltherapien weiter absichert.

Auch aus Sicht der Patienten war das neue Behandlungskonzept ein voller Erfolg. Sie schätzten insbesondere die Möglichkeit, die Nächte in der vertrauten häuslichen Umgebung verbringen zu können, und berichteten über eine deutlich höhere Lebensqualität während der Therapie.

Nach den erfolgreichen ersten Behandlungen werden bereits weitere Patientinnen und Patienten für das teilstationäre Programm ausgewählt. Langfristig soll das Konzept auch auf andere moderne Zelltherapien am UKD ausgeweitet werden und damit einen wichtigen Beitrag zu einer patientenorientierten, innovativen und digitalen Krebsmedizin leisten.

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Das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) ist das größte Krankenhaus in der Landeshauptstadt und eines der wichtigsten medizinischen Zentren in NRW. Die 9.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in UKD und Tochterfirmen setzen sich dafür ein, dass jährlich über 45.000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt und 270.000 ambulant versorgt werden können.

Das UKD steht für internationale Spitzenleistungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre, sowie für innovative und sichere Diagnostik, Therapie und Prävention. Patientinnen und Patienten profitieren von der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit der 60 Kliniken und Institute. Die besondere Stärke der Uniklinik ist die enge Verzahnung von Klinik und Forschung zur sicheren Anwendung neuer Methoden.

Am UKD entsteht die Medizin von morgen. Jeden Tag.

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