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Prof. Dr. Jörg Timm, Institut für Virologie, leitet die Geschäftsstelle der Allianz am Universitätsklinikum Düsseldorf (Foto: HHU)

Von: HHU

NRW Forschungsallianz VIRAL will Forschung zu SARS-CoV-2 koordinieren

Mit der Virus Allianz NRW „VIRAL“ werden die universitären Virologien an sechs Standorten des Landes NRW, koordiniert durch die Geschäftsstelle der Allianz am Universitätsklinikum Düsseldorf, ihre Forschung zu SARS-CoV-2 bündeln und vernetzen. Das Land NRW fördert dieses Projekt ab sofort für die kommenden drei Jahre. Die virologische Forschung zum neuen Coronavirus konzentriert sich dabei auf die drei Kernbereiche Immunität, Epidemiologie und Virus-Stabilität bzw. -Inaktivierung.

„Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig es ist, vorhandenes Wissen zusammenzuführen und daraus strategische Empfehlungen abzuleiten. Mit der ‚Virus Allianz‘ treiben wir daher die Vernetzung von verschiedenen Fächern der Infektionsmedizin mit weiteren Disziplinen, wie zum Beispiel Epidemiologie und Versorgungsforschung, voran. Durch eine standortübergreifende Forschung und Datengewinnung können wir das große Potenzial der Forschung in Nordrhein-Westfalen in diesen Feldern nutzen. Ein wichtiger Schritt, um zu einem umfassenden Verständnis von neuen Infektionskrankheiten zu gelangen“, sagt Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen.

Die virologische Forschung hat während der weltweiten pandemischen Entwicklung eine beispiellose Lernkurve gezeigt. „Es gibt aber immer noch viele Aspekte, die wir erforschen müssen. Wir haben in NRW das Glück, dass wir so viele starke Forschungsstandorte haben. Jede Virologie bringt sich mit ihren Schwerpunkten in die Allianz ein“, sagt Prof. Dr. Jörg Timm, Leiter des geschäftsführenden Instituts für Virologie in Düsseldorf.

Die großen Themenbereiche klären Fragen zur Immunität des Virus, u.a. welche Rolle die Immunantwort für die Erkrankungsschwere hat, wie lange Immunität nach Infektion oder Impfung besteht und welche Bedeutung Virusmutationen für die Immunität haben. Besonders drängend sind in der laufenden Pandemie naturgemäß epidemiologische Fragen. Dazu gehören Analysen des Infektionsgeschehens und daraus abgeleitete Prognosemodelle, aber auch die molekulare Epidemiologie zum Nachweis von Infektionsketten mit Hilfe der Vollgenomsequenzierung. Im Forschungsbereich „Virus-Stabilität und -Inaktivierung“ werden Analysen gebündelt, in denen die Nachweisbarkeit, Ansteckungsfähigkeit und Inaktivierung von SARS-CoV-2 z.B. in Abwässern, der Raumluft oder auf Oberflächen wissenschaftlich untersucht werden.

„Die strukturelle Vernetzung der Virusforschung in NRW mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft ist ein wichtiger Schritt in der Pandemiebekämpfung und beispielhaft für die standortübergreifende Zusammenarbeit in der Infektionsmedizin in NRW“, betont Prof. Dr. Jörg Timm. Mit dem Projekt soll nicht nur die Forschung an SARS-CoV-2 unterstützt werden, es werden damit auch die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche und langfristige Kooperation der Infektionsforschung in NRW gefestigt. Die großen Herausforderungen der Pandemie in den letzten zwölf Monaten haben gezeigt, dass nur gemeinsam und unter Nutzung der standortspezifischen Expertisen wichtige Forschungsfragen beantwortet werden können. Die Virus Allianz NRW versteht sich dabei als eine Plattform, die bewusst offen gestaltet ist und an der alle Forschungsinteressierte im Bereich der Virusinfektionen teilnehmen können.

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Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt. Die HHU begreift sich als Bürgeruniversität, die ihr Wissen kontinuierlich mit der Gesellschaft im Großraum Düsseldorf teilt. Ihre Verankerung in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist ebenso profilgebend wie ihre Ausrichtung als interdisziplinär agierende deutsche Volluniversität.

An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 35.000 Studierende. Im Fokus der Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften, ergänzt unter anderem durch Schwerpunkte wie Wettbewerbsforschung, Internet und Demokratie, Algebra und Geometrie sowie Sprache – Wissen – Kognition. 2018 wurde der seit 2012 bestehende HHU-Exzellenzcluster CEPLAS, der die künftige Welternährung durch Nutzpflanzen erforscht, im Rahmen der „Exzellenzstrategie“ von Bund und Ländern bestätigt.

Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de

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