Prof. Dr. med. Peter Mirtschink leitet das Zentralinstitut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik
Darüber hinaus Professur für Laboratoriumsmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf angetreten.
Düsseldorf (ukd). Zum 1. Mai 2026 ist Prof. Dr. Peter Mirtschink die Professur für Laboratoriumsmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und die Leitung des Zentralinstituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) angetreten. Zuvor war er als Professor für Zellmetabolismus an der Technischen Universität Dresden und Ärztlicher Leiter des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin am Universitätsklinikum Dresden tätig. Die Ernennung durch die Rektorin ist am 26. April erfolgt.
Peter Mirtschink absolvierte sein Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden und promovierte am dortigen Institut für Physiologie. Seine klinische Laufbahn begann er in der Medizinischen Klinik I des Universitätsklinikums Heidelberg. Zur Vertiefung seines wissenschaftlichen Interesses an den Wechselwirkungen zwischen Stoffwechsel und Genregulation wechselte er 2009 als Postdoktorand an die ETH Zürich, wo er am Institute of Molecular Health Science schließlich zum Oberassistenten ernannt wurde. Die Weiterbildung zum Facharzt für Laboratoriumsmedizin absolvierte er anschließend am Universitätsklinikum Dresden. Es folgten die Ernennung zum Oberarzt sowie ab 2023 die Position des Ärztlichen Leiters und W2-Professors für Zellmetabolismus.
„Mit dem Zentralinstitut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik möchten wir die Labormedizin am UKD zu einem zentralen Motor der Präzisionsdiagnostik weiterentwickeln, von hochqualitativer Routine- und Spezialdiagnostik bis hin zur molekular gestützten Prävention“, so Prof. Mirtschink. „Durch die Integration etablierter und neuer Biomarker in klinische Verläufe wollen wir dazu beitragen, Erkrankungen früher zu erkennen und Therapien präziser auf unsere Patientinnen und Patienten zuzuschneiden." Grundvoraussetzungen hierfür seien eine konsequente Digitalisierung sowie eine intensivere, insbesondere auch digitale Vernetzung mit den Zentren, in denen die Versorgung der Patientinnen und Patienten stattfindet, aber auch mit Einrichtungen wie dem Datenintegrationszentrum (DIZ) und der Biobank. Auch die Netzwerkbildung mit anderen Universitätsklinika soll forciert werden.
„Die Labormedizin ist dann am stärksten, wenn sie vernetzt denkt: gemeinsam mit den Einsendern der klinischen Fachdisziplinen, mit der Biobank und mit modernen Datenplattformen“, betont Prof. Mirtschink. „In Düsseldorf möchte ich die Spezialdiagnostik so ausbauen, dass wir komplexe Fragestellungen schneller und effizient vor Ort beantworten können und das UKD als führenden Standort für Präzisionsmedizin weiter stärken." Den geeigneten Rahmen für diese Vorhaben wird das neue Zentrallabor bieten, das sich derzeit in der Planungsphase befindet. Das Zentralinstitut für Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik wird hier mit anderen Instituten in einigen Jahren eine neue Heimat finden.
Prof. Mirtschinks Forschungsschwerpunkt liegt auf frühen molekularen Veränderungen, dem Zellmetabolismus und Inflammaging als gemeinsamer Treiber kardiovaskulärer, metabolischer und entzündlicher Erkrankungen. Ziel seiner Arbeit ist es, die mechanistischen Grundlagen dieser Prozesse aufzuklären und daraus präsymptomatische Marker für individuelle Risikoprofile und eine präzise Verlaufsbeurteilung chronischer nicht-übertragbarer Erkrankungen zu entwickeln. So sollen Therapien gezielter ausgewählt, unnötige Behandlungsversuche eher vermieden und Rückfälle, etwa bei Tumorerkrankungen, früher erkannt werden.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird er künftig auch eng mit dem neuen Sonderforschungsbereich „CARDIO-DIABETES-CROSSTALK“ (SFB 1774) und dem Graduiertenkolleg „Zelluläre und Molekulare Plastizität im kardiovaskulären System“ (IRTG 3109) zusammenarbeiten. Außerdem ist er aktuell an mehrere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Verbundprojekten beteiligt. So wird er etwa seine Mitarbeit am Projekt FOR 5953 „ETNA – Modulation der angeborenen Immunreaktion in der Frühphase des Myokardinfarkts“ (Leitung TU Dresden) künftig von Düsseldorf aus weiterführen.
Aufbauend auf bestehenden Strukturen möchte Prof. Mirtschink in Düsseldorf schrittweise eine translationale Plattform für molekulare Prävention entwickeln. Hier sollen Blut- Immunzell- und Mikrobiomproben aus verschiedenen Krankheitsphasen mit modernen molekularen, Stoffwechsel und Proteinanalysen untersucht werden. Ziel ist es, daraus immunometabolische Signaturen abzuleiten, die den Verlauf von Erkrankungen und das Ansprechen auf Therapien besser vorhersagbar machen und behandelnden Ärztinnen und Ärzten künftig als zusätzliche Entscheidungshilfe zur Verfügung stehen. „Die Entwicklung einer evidenzbasierten, molekular gestützten Präventions- und Prognosemedizin, die individuelle Risikoprofile berücksichtigt, sowohl wissenschaftlich als auch in der klinischen Versorgung von hoher Relevanz“, erläutert Prof. Mirtschink. Deshalb will er den Standort Düsseldorf gemeinsam mit Partnerinstitutionen zu einem national und international sichtbaren Zentrum für integrative Laboratoriumsmedizin und molekulare Präzisionsdiagnostik etablieren.
[Quelle: HHU, Anne Wansing]
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