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Seit mehr als 50 Jahre am UKD im Einsatz
Seit mehr als 50 Jahre am UKD im Einsatz

Von: Susanne Blödgen

Seit mehr als 50 Jahre am UKD im Einsatz

Gabi Hänsel ist im Vorstand der Elterninitiative Kinderkrebsklinik e.V. und hat in den 1960er Jahren am UKD ihre Ausbildung als Kinderkrankenschwester begonnen

Mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf verbindet sie viele Erinnerungen. Seit mehr als 50 Jahren ist Gabi Hänsel mit dem Haus verbunden. Erst als Mitarbeiterin, dann als Vorstandsmitglied der Elterninitiative Kinderkrebsklinik e.V., die seit 40 Jahren Geld sammelt und spendet, um die Situation von krebserkrankten Kindern an der Uniklinik Düsseldorf zu verbessern. „Ich habe in den 1960er Jahren meine Ausbildung als Kinderkrankenschwester an den damals Städtischen Krankenanstalten Düsseldorf begonnen. Damals noch in einer Schwesternschaft mit Tracht. Also keine Hosen, sondern Kleider mit Schürze und ein Schwesternhäubchen auf dem Kopf“, erinnert sie sich schmunzelnd.

„Ich habe hier mit 17 Jahren angefangen. Den ersten Nachtdienst gab es dann mit 18 Jahren. Die Nachtschichten hatten wir dann immer vier Wochen am Stück ohne Unterbrechung – das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen!“

Auch die Betreuung der Kinder war ganz anderes als heute: „Die meiste Zeit von uns Schwesternschülerinnen wurde mit Putzen der Räumlichkeiten verbracht – für die Kinder blieb da manchmal kaum Zeit. Auch die Besuchszeiten für die Eltern der kleinen Patientinnen war stark eingeschränkt: mittwochs und sonntags durften sie zwei Stunden kommen.“ Auf Station lag die Oberaufsicht und Hoheit bei den Stationsschwestern.

„Manchmal wenn ich von der Zeit erzähle, hat man das Gefühl es ist schon hunderte Jahre her, weil die Arbeit sich so verändert und die Gesellschaft und die Medizin sich so rasant weiterentwickelt haben. Als ich in den 1960er Jahren hier in der Kinderklinik angefangen habe, gab es Sammelstellen für Muttermilch, damit insbesondere Frühchen ausreichend versorgt werden konnten. Und nach der Essensausgabe, wenn noch etwas übrig war, kam es hinter dem Haus in einen Eimer. Das haben dann die Schweinebauern der Umgebung bekommen.“

Nach ihren Schichten hat Gabi Hänsel im Schwesternwohnheim auf dem UKD-Gelände gewohnt: Unter anderem im Gebäude der heutigen Hautklinik und sogar in der oberen Etage des Verwaltungsgebäudes. Hier ist heute die Finanzabteilung untergebracht. Im ersten Stock sitzen der Vorstand der Uniklinik Düsseldorf und alle Stabsstellen des Vorstands. Die Pflegeschule befand sich in der ehemaligen Direktorenvilla, heute findet man hier die Personalabteilung.

„Als ich meine Ausbildung angefangen habe, war ich ja noch minderjährig. Volljährig wurde man ja damals auch erst mit 21 Jahren. Jeder Flur im Schwesternwohnheim hatte deshalb eine Aufpasserin und man musste um 22 Uhr zuhause sein. Essen und Getränke haben wir zum Kühlen aus dem Fenster gehangen. War man länger unterwegs, gab es Ärger. Bei mir hat Schwester Hedwig aufgepasst, sich an ihr vorbei zu schleichen, war gar nicht so einfach“, erinnert sich Gabi Hänsel und muss grinsen.

Bis heute ist Gabi Hänsel dem UKD treu geblieben. 1979 ist sie kurzzeitig aus der Klinik ausgeschieden und hat nach einer Kinderpause erst auf der KMT-Station und später bis zum Rentenalter in der KMT Ambulanz in der Funktion der Pflegesektetärin gearbeitet. In der Zeit hat sie sich bereits nebenberuflich und ehrenamtlich bei der Elterninitiative engagiert.

Insgesamt sind es nun 40 Jahren Engagement bei der Elterninitiative Kinderkrebsklinik e.V., die sich unermüdlich für die Patientinnen und Patienten auf der UKD-Kinderonkologie einsetzt. „Als wir angefangen haben, waren die Zustände der Kindermedizin in Düsseldorf nicht gut. Hier fehlte es dringend an einem eigenen Klinikgebäude. Heute sind wir froh, dass wir mit unserer Unterstützung so viel erreichen konnten“, freut sich Gabi Hänsel.

Heute geht es der Initiative vor allem darum, dass den Patienten die bestmögliche Betreuung zukommt. Sie hat deshalb in den vergangenen Jahren unter anderem ein Elternhaus gebaut, damit die Angehörigen von Kindern und Jugendlichen mit einer Krebserkrankung nah an der Klinik übernachten können und unterstützt die Klinik bei der Anschaffung von medizinischen Großgeräten. Zudem finanziert sie Musik- und Bewegungstherapie, Klinikclowns sowie verschiedene Freizeiten, damit Patienten, Geschwisterkinder und Angehörige auch einmal eine Auszeit vom Krankenhausalltag nehmen können.

Gabi Hänsel ist stolz auf die Arbeit der Elterninitiative: „Jeder gespendete Euro geht direkt an die Kinder. Wir haben hier so viel erreichen können. Das fängt an mit dem Bau der neuen Kinderklinik und reicht bis zu jedem kleinen Projekt, das wir unterstützen. Ich bin froh, dass ich mich so auf dem Klinikgelände einsetzen kann. Ich habe hier so viele tolle Erinnerungen!“

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