Stillen, impfen, Kita!
Expertinnen und Experten aus der Kinder-Onkologie der Uniklinik Düsseldorf informierten über Möglichkeiten, das Krebs-Risiko für Kinder zu senken.
Düsseldorf (ukd/joe). Mit welchen Maßnahmen kann das Leukämie-Risiko bei Kindern verringert werden? Wie lässt sich eine Krebserkrankungen im Kindesalter erkennen? Und welche Folgen verursachen die Erkrankung selbst und die daraufhin eingeleitete Krebstherapie? Raum für diese Fragen und viele Antworten bot der Patient:innenkongress „Krebs im Kindesalter – Schutz, Behandlung, Nachsorge“, der im Haus der Universität in Düsseldorf stattfand. Hier nutzten fast 100 Interessierte – werdende und junge Eltern, betroffene Familien sowie viele Expertinnen und Experten – die Gelegenheit, Vorträge anzuhören oder sich im direkten Gespräch auszutauschen.
Eine wesentliche Erkenntnis aus der Veranstaltung: Eltern können aktiv dazu beitragen, dass die Wahrscheinlichkeit für ihr Kind sinkt, an Krebs zu erkranken. Die üblichen Verdächtigen sind schnell ausgemacht: Ein Verzicht auf Nikotin und Alkohol wirkt sich natürlich positiv aus. Dr. Ute Fischer, Laborleitung in der Klinik für Kinder-Onkologie, Hämatologie und Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD), gab in ihrem Vortrag weitere Hinweise. Sie leitet das Verbundforschungsprojekt EDI-4-ALL, das sich mit den Möglichkeiten einer Krebsfrüherkennung beschäftigt, um Risikofaktoren zu identifizieren und ein Screening zu entwickeln. Beteiligt sind neben dem UKD viele weitere Universitätsklinika im In- und Ausland.
Das Immunsystem frühzeitig aktivieren und trainieren
Vorteilhaft, so Dr. Ute Fischer, seien eine gesunde, ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft, falls möglich das Stillen des neugeborenen Kindes für die Dauer von sechs Monaten, die Beachtung der Impfempfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) auch im Hinblick auf das empfohlene Lebensalter sowie das Ermöglichen des Kita-Besuchs. „Alle Maßnahmen tragen dazu bei, das Immunsystem frühzeitig zu aktivieren und zu trainieren“, so das Mantra von Prof. Dr. Arndt Borkhardt, Direktor der Klinik für Kinder-Onkologie, Hämatologie und Klinische Immunologie am UKD.
Im Mittelpunkt des Interesses stand auch die Frage, wie sich eine Krebserkrankung erkennen lässt. PD Dr. med Florian Babor, Oberarzt im Bereich Kinder-Hämato-Onkologie, gab hierauf Antworten. Letztlich sei das Bauchgefühl der Eltern von größter Bedeutung, weil es keine eindeutige Krebssymptomatik gebe. Längeres Fieber könnte ein Hinweis sein, lasse sich aber eben auch über eine Erkältung oder Grippe erklären. Auch längere Phasen von Müdigkeit und Abgeschlagenheit oder aber auch unspezifische Knochenschmerzen könnten auf eine Krebserkrankung hindeuten. PD Dr. Florian Babor empfahl: „Bei anhaltenden Symptomen sollten Eltern den Kinderarzt einbeziehen - lieber einmal zu viel als zu spät.“
Im zweiten Teil der Veranstaltung standen die Krebstherapie und begleitende Maßnahmen für die betroffenen Kinder und ihre Familien im Fokus. Einen Überblick über Hörschädigungen, die als Folge der Chemotherapie auftreten können, gab zum Beispiel Prof. Dr. med. Antoinette G. am Zehnhoff-Dinnesen, Past-Direktorin der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie, Universitätsklinikum Münster. Mit Spätfolgen in der Kinderonkologie beschäftigte sich auch Prof. Dr. med. Thorsten Langer, Leitung der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie, Team Langzeitnachsorge, am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck.
Die Bedeutung von Unterstützungsangeboten abseits der rein medizinischen Akutversorgung wie die psychoonkologische Nachsorge, die psychosoziale Versorgung sowie die medizinische und soziale Rehabilitation stellte ein Team aus der Uniklinik Düsseldorf vor.
Ermöglicht wurde die Veranstaltung aufgrund der großzügigen Förderung durch die Deutsche Krebshilfe und mit Unterstützung durch Löwenstern, Förderverein zugunsten krebskranker Kinder am Universitätsklinikum Düsseldorf e.V..
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