PSA-Screening senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit durch Prostatakrebs
Ein aktualisierter Cochrane-Review zeigt: Bluttests zur Früherkennung möglicher Anzeichen von Prostatakrebs senken innerhalb der untersuchten Zeitspanne von 23 Jahren wahrscheinlich das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben. Erstautor des Review war der Düsseldorfer Forscher Dr. Juan Franco vom Institut für Allgemeinmedizin (ifam) an der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und dem Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD).
Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Die Diagnose und Behandlung konnten in den vergangenen Jahren stets verbessert werden, auch durch das PSA-Screening, das den Wert des prostataspezifischen Antigens misst und seit 2025 Teil der S3-Leitlinie ist.
Ein aktuelles Cochrane-Review zeigt nun, wie sich dieses PSA-Screening tatsächlich auf die Sterblichkeit auswirken kann. Ein internationales Forschungsteam rund um Erstautor Dr. Juan Franco hat im Rahmen eines des Reviews insgesamt sechs randomisiert-kontrollierte Studien mit fast 800.000 Teilnehmern untersucht. Die Studien wurden in Nordamerika und Europa durchgeführt. Mit Blick auf die Prostata-bedingte Sterblichkeit werteten die Review-Forschenden fünf dieser sechs Studien aus. Dabei zeigte sich, dass das PSA-Screening die Prostata-bedingte Sterblichkeit möglicherweise leicht verringert: Bei einem angenommenen Grundrisiko von 16 Todesfällen pro 1.000 Teilnehmern ohne PSA-Test würde die Sterblichkeit mit PSA-Test auf 15 Todesfälle pro 1000 Teilnehmern sinken.
Die Forschenden leiten daraus ab, dass diese neu verfügbaren Daten Hinweise darauf geben, dass das PSA-Screening Todesfälle durch Prostatakrebs bei Männern mit ausreichender Lebenserwartung verringert. Insbesondere in Studien mit langem Beobachtungszeitraum lässt sich diese Beobachtung machen. So führte das PSA-Screening etwa in einer großen europäischen Studie zu etwa 30 % mehr Prostatakrebs-Diagnosen. Die Forschenden betonen in diesem Zusammenhang, dass Screeningtests auch langsam wachsende Tumoren entdecken können, die möglicherweise nie Beschwerden verursacht hätten bzw. jahrelang keine Metastasen bilden.
Das Ergebnis des Reviews sei dennoch keine generelle Empfehlung für ein flächendeckendes Screening, betont Erstautor Dr. Franco: „Die Entscheidung für oder gegen ein Screening sollten der betroffene Mann und sein Arzt oder seine Ärztin immer gemeinsam treffen – mit einem guten Verständnis der möglichen Vorteile, aber auch der Risiken von Überdiagnosen und unnötigen Behandlungen.“
Vollpublikation
Prostate‐specific antigen (PSA) test for prostate cancer screening
Franco JVA, Hwang EC, Jung JH, Vaimberg O, Ilic D, Cleves A, Dahm P. Prostate‐specific antigen (PSA) test for prostate cancer screening. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 5. Art. No.: CD004720.