Demenzerkrankungen stellen für Betroffene und Angehörige eine große Belastung dar und werden laut Prognosen deutlich zunehmen. Eine Heilung ist bislang nicht möglich, doch präventive Maßnahmen bieten erhebliche Chancen:
In einer neuen gemeinsamen Stellungnahme - an der Frau Prof. Dr. Dr. Svenja Caspers als Leiterin der Arbeitsgruppe beteiligt war - skizzieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften sechs zentrale Ansätze. Im Fokus steht dabei eine stärker datenbasierte Prävention: Gesundheitsdaten können helfen, individuelle Risiken genauer zu bestimmen und die komplexen Zusammenhänge der Erkrankung besser zu verstehen.
Schätzungungen zu Folge ließe sich bis zu jede zweite Erkrankung durch gezielte Prävention anhand von 14 bekannten Risikofaktoren vermeiden, erklären Frau Prof. Dr. Dr. Caspers, Herr Prof. Dr. Joseph Priller von der Technischen Universität München und Herr Prof. Joachim Schultze vom DZNE in Bonn im Interview.
Unter anderem DIE ZEIT, SZ, BR 24, der Deutschlandfunk, die FAZ, Tagesspiegel Background und Heise.de berichteten.
Die Originalmeldung erschien unter: www.acatech.de/publikation/datengetriebene-demenzpraevention/
Brain Awareness Week Düsseldorf 2026
Vom Präparat zum digitalen Zwilling: Eine Reise durch die moderne Gehirnforschung
Hatten Sie schon einmal die Gelegenheit ein Modell von einem menschlichen Gehirn auseinander- und zusammenzubauen oder in ein Modell eines Schädels hineinzuschauen?
Im Haus der Universität stellten Wissenschaftlerinnen aus unserem Institut unsere Forschung im Rahmen der diesjährigen Brain Awareness Week einer breiten Öffentlichkeit vor – zusammen mit Kollegen:Innen des C.&O Vogt Institut für Hirnforschung.
Unter dem Motto „Anatomie hautnah“ stand die faszinierende Welt der Neuroanatomie im Mittelpunkt – Besucher:Innen konnten über die Modelle des menschlichen Gehirns sowie verschiedener Tierarten einen lebendiger Eindruck von der Komplexität und Vielfalt anatomischer Strukturen erhalten.
Außerdem präsentierten wir aktuelle Forschungsergebnisse zur Alterung des menschlichen Gehirns und wichtigen Einflussfaktoren – unter anderem aus der 1000Gehirne- und der NAKO-Gesundheitsstudie, wozu die Besucher:Innen im direkten Austausch ihre Fragen stellen konnten.
Die Ausstellung spannte dabei einen Bogen von der klassischen postmortalen Untersuchung gespendeter menschlicher Gehirne über die vergleichende Anatomie verschiedener Spezies bis hin zu modernen bildgebenden Verfahren mittels Kernspintomographie. Diese ermöglichen es heute, Prozesse im lebenden Gehirn sichtbar zu machen und individuelle „digitale Zwillinge“ zu entwickeln, um neue Perspektiven für Forschung und Medizin zu eröffnen.
Wir freuen uns Sie bei unserem nächsten Event zu sehen!
Mehr Informationen zur Brain Awareness Week 2026: https://www.ling.hhu.de/en/brain-awareness-week
Hier geht es zu den präsentierten Studien:
Freudenmacher et al., 2026, Brain Structure & Function. Eine direkte Kartierung von Faserverbindungen im menschlichen Gehirn (post-mortem) am Beispiel der Sehrinde wurde erstmals über mehrere Zentimeter ermöglicht.
Bittner et al., 2019, Nature Communications: Die Kombination verschiedener Lebensstile (sportliche Aktivität, Rauchen, soziale Integration) zeigt zusammengenommen eine andere Assoziation mit dem alternenden Gehirn, als jeder Faktor alleine.
Lavanga, …, Caspers, Jirsa 2023, NeuroImage: Basierend auf personalisierten, digitalen Zwillingsmodellen aus individuellen Daten zu Netzwerken des Gehirns konnten Netzwerkunterschiede während der Alterung vorhergesagt werden.