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MRT-gesteuerte Biopsie der Prostata

Insgesamt unterscheidet man drei verschiedene Techniken der MR-gestützten Prostatabiopsie:

  1. Kognitive US/MRT-Biopsie: "gezielte" TRUS-Biopsie anhand des schriftlichen MRT-Befundes bzw. den Original-MRT-Bildern (oder einer Grafik) durch eine kognitive Korrelation und Zielführung
  2. US/MR-Fusions-Biopsie: gezielte US-geführte Biopsie mittels Fusion der Ultraschall-mit den MRT-Bildern
  3. MRT-inbore-Biopsie: gezielte Biopsie direkt in der MRT

MRT-inbore-Biopsie - direkte Biopsie der Prostata in der MRT-Röhre

Das genauste MR-gestützte Biopsieverfahren zur histologischen Sicherung von Läsionen, die in der diagnostischen Prostata-MRT erkannt und beschrieben wurden, stellt die gezielte Biopsie direkt in der MRT-Röhre dar. Durch die Sicherstellung der korrekten Entnahmestelle in ein bis zwei Raumebenen (Needle-in-Scan) können Herde zielsicher biopsiert werden.

Wie wird die MRT-inbore-Biopsie durchgeführt?

Die Biopsie findet im MRT im Untergeschoss der MNR-Klinik (MRT 2) statt. Bei der Biopsie liegen Sie auf dem Bauch. Der vorsichtig transrektal eingeführte Nadelhalter wird mit einer speziellen Führungs-Vorrichtung verbunden. Über diese Führung wird der suspekte Befund zielgerichtet biopsiert. Die Biopsie kann zwischen 20 und 45Minuten Zeit erfordern. Die entnommenen Gewebezylinder werden im Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Düsseldorf untersucht.

Erfolgt die MRT-Biopsie immer transrektal?

Bei Patienten mit verschlossenem Rektum oder nicht passierbaren Stenosen kann eine transgluteale Biopsie in der MRT-Röhre durchgeführt werden. Hierfür liegt der Patient in Rückenlage und mittels Koaxial-Nadel wird die Prostata über das Gesäß anvisiert. Über diese Führungsnadel kann der suspekte Befund dann zielgerichtet biopsiert werden. Die Biopsie dauert ungefähr 30 Minuten.

Was muss man vor der Biopsie beachten?

Sie müssen nicht nüchtern für die Biopsie sein. Kurz vor der Biopsie sollten Sie auf die Toilette gehen um Darm und Blase zu entleeren. Bitte denken Sie daran das Antibiotikum, dass Sie verschrieben bekommen haben als Vorbereitung auf die Biopsie einzunehmen.

Zur Reduktion des Blutungsrisikos erfolgt vor der Biopsie eine Kontrolle der wichtigsten Blutgerinnungsparameter mittels venöser Blutentnahme. Patienten, die aufgrund einer anderen Erkrankung dauerhaft blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen diese Medikamente in Rücksprache mit ihren behandelnden Ärzten pausieren. Teilen Sie uns daher bitte alle Medikamente mit, die Sie regelmäßig bzw. auch nur gelegentlich (z.B. Schmerzmittel) einnehmen.

Werden Medikamente oder Kontrastmittel benötigt?

Für die MRT gesteuerte Biopsie der Prostata werden keine Medikamente oder Kontrastmittel benötigt.

Welche Risiken bestehen bei der MRT-Biopsie?

Für die MRT-gestützten Biopsie gelten die gleichen Risiken wie für die klassische ultraschallgestützte Biopsie, wenngleich das Risiko der MRT-inbore-Biopsie etwas geringer ist. Die Biopsie verläuft im Regelfall komplikationslos. Die Komplikationsrate liegt bei sachgerechter Vorbereitung und Durchführung im Bereich von ca. 1% und ist damit sehr niedrig. Zu den potentiellen Komplikationen zählt eine Entzündung der Prostata (Prostatitis, selten Prostataabszess) die mit Fieber einhergehen kann. Um dieses Risiko niedrig zu halten wird vor der Biopsie ein Harnwegsinfekt ausgeschlossen und Ihnen prophylaktisch ein Antibiotikum verschrieben, dass Sie bereits am Vorabend der Biopsie einnehmen sowie an den ersten Tagen nach der Biopsie. Verletzungen der Harnröhre oder Harnblase und des Enddarms sind ebenfalls selten. Leichte Blutbeimengungen im Urin bzw. beim Stuhlgang in den Tagen nach der Biopsie sind häufiger zu beobachten, jedoch harmlos. Bei Unsicherheiten oder Fragen kontaktieren Sie bitte Ihren Urologen oder einen Kollegen unserer Urologie. Eine Verschleppung von bösartigen Tumorzellen durch die Biopsienadel kann heutzutage nahezu sicher ausgeschlossen werden.

Was müssen Sie nach der Biopsie beachten?

Im Anschluss an die Biopsie werden Sie noch für einen kurzen Zeitraum überwacht. Nach der Biopsie sollten Sie sich körperlich schonen und nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

In den folgenden Fällen sollten Sie nach der Biopsie umgehend Kontakt zu Ihrem Arzt aufnehmen:

  • zunehmende Blutungen über den Enddarm
  • zunehmend blutiger Urin
  • Temperaturerhöhung bzw. Schüttelfrost
  • zunehmende Schmerzen im Dammbereich / beim Stuhlgang

Wer kann eine MRT-gesteuerte Biopsie der Prostata anordnen?

Die Indikation zu einer MRT-Biopsie sollte immer von einem urologischen Kollegen gestellt bzw. befürwortet werden. Biopsiert werden Patienten die eine auffällige diagnostische MRT im Vorfeld erhalten haben.

Patienten mit einer privaten Krankenversicherung haben die Möglichkeit direkt über das Sekretariat von Prof. Antoch (0211/81-17752) einen Termin zu vereinbaren.

Weiterhin arbeiten wir eng mit der Klinik für Urologie (Prof. Albers, PD Dr. Arsov) zusammen, die uns Patienten über Ihre Ambulanz zuweisen (Allgemeine Ambulanz: 0211-81-18113; Privatambulanz: 0211-81-18424).

Sollten Sie Fragen haben, können Sie uns gerne tagsüber anrufen (0211/81-17754, Anmeldung Radiologie). Auch können Sie sich Fragen oder Unklarheiten per Email direkt an die Arbeitsgruppe Urologie (PD Dr. med. L. Schimmöller) versenden. Wir bemühen uns um eine schnellstmögliche Antwort.

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