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Multiparametrische MRT-Untersuchung der Prostata (3-Tesla)

Die multiparametrische oder auch funktionelle Magnetresonanztomographie (mp-MRT, Kernspintomographie) der Prostata ist eine sehr moderne und extrem genaue Diagnostik zur Suche und/oder Beurteilung eines Prostatakarzinoms. Anders als bei der Computertomographie werden zur Erzeugung der Bilder keine Röntgenstrahlen, sondern starke Magnetfelder eingesetzt.

Besonders sinnvoll ist die MRT der Prostata bei Patienten mit erhöhtem PSA-Wert, bei denen schon eine Biopsie (Probenentnahme) aus der Prostata erfolgt ist und kein Tumor gefunden werden konnte. Des Weiteren kann bei einem durch eine Biopsie gesichertem Prostatatumor eine Tumoranalyse (Staging) erfolgen und ggf. zur Therapieentscheidung beitragen.

Indikationen:

Tumorsuche (Detektion):

  • Erhöhter, auffälliger oder steigender PSA-Wert und/oder familiäre Belastung ohne vorheriger Biopsie (Primärindikation)
  • Nach erfolgter, aber negativer transrektaler Ultraschallbiopsie (TRUS-PE) bei weiterhin erhöhten, auffälligen oder steigendem PSA-Werten (Sekundärindikation)

Tumorausbreitung (Staging):

  • Über eine Biopsie bereits gesichertes oder zufällig gefundenes Prostatakarzinom zur Beurteilung der Ausdehnung, ggf. höhergradigerer/aggressiverer oder weiterer/zusätzlicher Tumorherde (Abstand zur Biopsie sollte möglichst ≥ 6 Wochen betragen)

Verlaufskontrolle bei bekanntem Niedrig-Risiko-Karzinom:

  • Bekanntes niedrig-gradiges Prostatakarzinom (Gleason-Score 6 oder ggf. 7a) vor ggf. erneuter Biopsie (Aktive Überwachung)

V.a. ein Prostatakarzinom-Rezidiv:

  • Posttherapeutischer PSA-Anstieg (Nach radikaler Prostataentfernung, Strahlentherapie, lokaler Bestrahlung/Seeds, etc.)

Weiteres:

  • Unklare klinische Befunde (z.B. unklare Hämatospermie, unklarer US-Befund, etc.)

Hochqualitative MRT-Untersuchung:

Die multiparametrische MRT (mp-MRT) der Prostata kombiniert standardmäßig hochauflösende anatomische mit zwei funktionellen Sequenzen.
Hochauflösende T1- sowie T2-gewichteten Sequenzen werden  zur exakten anatomischen Darstellung der Prostata und der angrenzenden Beckenstrukturen verwendet. Als  funktionelle Sequenzen werden die diffusionsgewichtete Bildgebung (DWI) zur Darstellung der Zelldichte und die dynamischen kontrastmittelverstärkten T1-Sequenzen (DCE) zur Darstellung der Durchblutung routinemäßig eingesetzt. Nur eine Kombination aus allen drei Pfeilern (T2, DWI und DCE) kann eine gute, qualitative und zuverlässige Prostatadiagnostik garantieren. Die teilweise noch verwendete Protonen-Magnetresonanz-Spektroskopie (MRS) zeigt ein ungünstiges Verhältnis bezüglich des Zeitaufwands und dem diagnostischen Mehrgewinn gegenüber den anderen funktionellen Sequenzen (DWI, DCE) und wird nur in Einzelfällen zusätzlich durchgeführt.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Während der Untersuchung liegt der Patient in bequemer Rückenlage und wird mit den Füßen voran in das MRT-Gerät gefahren. In der Regel bleibt der Kopf noch außerhalb der MRT-Röhre (70cm Durchmesser). Die vollständige Untersuchung dauert insgesamt ca. 30 Minuten.

Was muss man vor der Untersuchung beachten?

Sie müssen nicht nüchtern für die Untersuchung sein, sollten aber bis zu 4 Stunden vor der Untersuchung nichts mehr Essen oder Trinken. Kurz vor der Untersuchung sollten Sie auf die Toilette gehen um Darm und Blase zu entleeren. Bei vorheriger Ultraschallbiopsie sollte die MRT frühestens nach 4, besser erst nach 6 Wochen durchgeführt werden, da insbesondere Einblutungen die Diagnostik im MRT einschränken können. Da die sexuelle Aktivität Einfluss auf die Bildgebung und ihre Interpretation haben kann scheint es sinnvoll, zumindest 4 Tage vor einer geplanten Untersuchung enthaltsam zu sein.

Werden Medikamente oder Kontrastmittel benötigt?

Die natürliche Darmbewegung stört die Bilderstellung im MRT. Deshalb bekommt jeder Patient für die Untersuchung ein Medikament (Buscopan® oder alternativ Glucagon®) in die Venen gespritzt, sofern nicht gegen die Einnahme spricht.
Eine Kontraindikation für Buscopan® besteht für Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck („Grüner Star“) oder Herzrhythmusstörungen. Da es zudem die Pupillenreaktion und das Scharfstellen des Auges beeinträchtigt, sollten ambulante Patienten im Voraus eine Abholmöglichkeit einplanen, da sie für etwa 6 Stunden nicht am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Bei bestehendem Diabetes mellitus muss auf den Einsatz von Glucagon® verzichtet werden.

Für die Untersuchung der Prostata wird dem Patienten während der Untersuchung ein Standard-MRT-Kontrastmittel gespritzt. Dieses Kontrastmittel ist generell sehr gut verträglich und führt nur in seltenen Einzelfällen zu allergischen Reaktionen.

Können Patienten mit Herzschrittmacher oder Implantaten untersucht werden?

Patienten mit einem Herzschrittmacher, einer künstlichen Herzklappe, einer Innenohrprothese oder implantierten Medikamentenpumpen können im MRT nach jeweiliger Abklärung und Risiko-Nutzen-Abwägung in unserem Institut untersucht werden. Bringen Sie daher ihren entsprechenden Patientenpass mit.

Wer kann eine MRT Untersuchung der Prostata anordnen?

Die Indikation zu einer MRT-Untersuchung sollte immer von einem ärztlichen Kollegen (am besten Urologe oder Hausarzt) gestellt bzw. befürwortet werden.

Patienten mit einer privaten Krankenversicherung haben die Möglichkeit direkt über das Sekretariat von Prof. Antoch (0211/81-17752) einen Termin zu vereinbaren.

Weiterhin arbeiten wir eng mit der Klinik für Urologie (Prof. Albers, PD Dr. Arsov) zusammen, die uns Patienten über Ihre Ambulanz zuweisen (Allgemeine Ambulanz: 0211-81-18113; Privatambulanz: 0211-81-18424).

Sollten Sie Fragen haben, können Sie uns gerne tagsüber anrufen (0211/81-17754, Anmeldung Radiologie). Auch können Sie sich Fragen oder Unklarheiten per Email direkt an die Arbeitsgruppe Urologie (PD Dr. med. L. Schimmöller) versenden. Wir bemühen uns um eine schnellstmögliche Antwort.

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