Medical Humanities

Die sogenannten Medical Humanities erkunden die Grenzbereiche zwischen Medizin und den Geisteswissenschaften. Sie verstehen und verorten Medizin als Teil einer wissenschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung und dienen so der interdisziplinären Diskussion. Reflexion, fachliche, aber auch persönliche Weiterentwicklung stehen im Zentrum eines Fachgebiets, das medizinisches Handeln und Denken in einen größeren Kontext einordnet und so kontroverse Debatten und produktive interdisziplinäre Projekte ermöglicht.

Ein Projekt der Düsseldorfer Medical Humanities hat sich zu einem feststehenden Angebot entwickelt. Seit Oktober 2021 heißt es deshalb: aus dem Hörsaal auf die Bühne (Wahlfach Q1/Q2).

Das interdisziplinäre Medizintheater der HHU spielte Ende Juli 2022 die sarkastisch-kritische Medizinsatire von Jules Romains „Dr. Knock oder Der Triumph der Medizin“. Das Stück zeigt, wie der durchtriebene Mediziner eine Gesellschaft Kranker erschafft. Lange bevor Begriffe wie Medikalisierung, individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL-Leistungen), Medizinmanagement oder Gesundheitsmarketing geprägt wurden, brachte Romains die grenzenlose Medizin auf die Bühne. So wird aus der gesunden Bäuerin binnen kürzester Zeit die bettlägerige Dauerpatientin, die Lehrerin wird zur Zentrale für gesundheitliche Aufklärung und die resolute Hotelbetreiberin wird zur erfolgreichen Leiterin eines Krankenhauses. Ungebrochen aktuell, kritisch, lustig und spritzig setzen sich Studierende der Medizinischen und der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität mit zentralen Fragen des Stücks auseinander: Was macht Mediziner*innen aus? Wo sind die Grenzen medizinischen Wirkens? Wie weit dürfen Ärzt*innen gehen? Massenpsychose, Verführbarkeit und eine große Portion schwarzer Humor machen diese Medizinsatire zu einem besonderen Erlebnis, bei dem den Zuschauer*innen das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt.

Wiederaufnahme von "Knock oder Der Triumph der Medizin" Ende Oktober 2022.

Das neue Projekt "Theater und Medizin - Utopien und Dystopien medizinischer Forschung" startet im kommenden Wintersemester 22/23 und steht Studierenden aller Fakultäten offen (via HISLSF).

Informationen und Kontakt:
Daniela Link M.A. (daniela.link@hhu.de)

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