Gesundheitsökonomie

Die gesundheitsökonomische Forschung des Instituts fokussiert sich auf zwei Schwerpunkte: (1) Gesundheitsökonomische Evaluation und (2) Analyse der Patientenpräferenzen.

Im Bereich der gesundheitsökonomischen Evaluation  wird  die Kosten-Effektivität von  präventiven und kurativen Interventionen, insbesondere unter Alltagsbedingungen und unter Berücksichtigung der Patientenperspektive, mittels etablierter Methoden  untersucht. Dadurch soll die Evidenz für Entwicklung und Implementierung zielgerichteter effizienter Interventionen generiert werden. Die Projekte im Bereich der Analyse von Patientenpräferenzen zielen darauf ab, die krankheitsbezogenen Bedürfnisse von Patienten zu verstehen und die Patienten im Selbstmanagement ihrer Krankheiten zu unterstützen. Durch die enge Verbindung des Instituts zum Deutschen Diabetes Zentrum (DDZ) werden viele Projekte zur Evaluation von Interventionen sowie zur Erhebung und Analyse von Patientenpräferenzen bei Patienten mit Diabetes Mellitus durchgeführt. 
     
Unser Ziel ist es, mit qualitativ hochwertiger, patientenzentrierter Forschung zur Verbesserung der Versorgung beizutragen und die Lebensqualität von chronisch Kranken nachhaltig zu verbessern. Unsere Forschung wird unter anderem durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung e.V. (DZD) und die Deutsche Diabetes Stiftung gefördert. Unterstützt werden wir in unseren Projekten durch die enge Zusammenarbeit mit internationalen und nationalen Kooperationspartnern mit ausgezeichneter klinischer und gesundheitsökonomischer Expertise. 

Gesundheitsökonomische Evaluation

Auf Grundlage von kontrolliert randomisierten klinischen Studien unserer Kooperationspartner führen wir Kosten-Effektivitätsanalysen oder Kosten-Nutzwertanalysen durch. Dadurch werden den Entscheidungsträgern und dem Fachpublikum Informationen über den Mehrwert der Interventionen aus gesellschaftlicher Perspektive und der Perspektive der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland bereitgestellt. Mit unseren Projekten bilden wir ein breites Spektrum vorrangig diabetesspezifischer Interventionen ab. Die Interventionen umfassen hierbei Programme zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und Verringerung der Begleiterkrankungen von Patienten

Analyse von Patientenpräferenzen

Die evidenzbasierte Medizin (ebM) sieht ausdrücklich die Einbeziehung der Patienten bzw. die Berücksichtigung der Patientenpräferenzen bei medizinischen Entscheidungen vor. Die Berücksichtigung von Patientenpräferenzen soll den Behandelnden in die Lage versetzen, die Behandlung für unterschiedliche Patientensubgruppen zu optimieren. Dies soll unter anderem helfen, Patienten beim Selbstmanagement der Erkrankung besser zu unterstützen und kann zur gesteigerten Therapieadhärenz beitragen, wodurch die Effektivität und Effizienz der medizinischen Versorgung verbessert wird.

Aktuelle Projekte:

(1) Lebensstilintervention bei Prädiabetes: Prediabetes Lifestyle Intervention Study

(2) Präferenzerhebung hinsichtlich Lifestyle-Interventionen bei Patienten mit Typ 2 Diabetes

(3) Gesundheitsökonomische Evaluation im Rahmen des Projekts „Familienkonferenzen bei Frailty: Erhöhung der Patientensicherheit durch gemeinsame Priorisierung (COFRAIL)“

(4) Gesundheitsökonomische Evaluation im Rahmen des Projekts „Interaktive Webplattform zum EmPOWERment bei Multipler Sklerose (POWER@MS)“

(5) Gesundheitsökonomische Evaluation im Rahmen des Projekts „Sektoren- und phasenübergreifende Unterstützung für Familien mit krebserkranktem Elternteil (Familien-SCOUT)“

(6) Gesundheitsökonomische Evaluation im Rahmen des Projekts "Wirksamkeit einer komplexen Intervention zur Verbesserung von Lebensqualität und sozialer Teilhabe von Pflegeheimbewohnern mit Gelenkkontraktur (JointConEval)"

Literatur zu abgeschlossenen Projekten:

(1) Chernyak N, Ernsting C, Icks A. Pre-test of questions on health-related resource use and expenditure, using behaviour coding and cognitive interviewing techniques. BMC Health Serv. Res. 2012 Sep 6;12(1):30

(2) Chernyak N, Kulzer B, Hermanns N, Schmitt A, Gahr A, Haak T, Kruse J, Ohmann C, Scheer M, Giani G, Icks A.: Within-trial economic evaluation of diabetes-specific cognitive behaviour therapy in patients with type 2 diabetes and subthreshold depression. BMC Public Health 2010 Oct 19; 10: 625

(3) Chernyak N, Petrak F, Plack K, Hautzinger M, Müller MJ, Giani G, Icks A.: Cost-effectiveness analysis of cognitive behaviour therapy for treatment of minor or mild-major depression in elderly patients with type 2 diabetes: study protocol for the economic evaluation alongside the MIND-DIA randomized controlled trial (MIND-DIA CEA). BMC Geriatrics 2009 Jul 1;9: 25

(4) Icks A, Claessen H, Strassburger K, Tepel M, Waldeyer R, Chernyak N, Albers B, Baechle C, Rathmann W, Meisinger C, Thorand B, Hunger M, Schunk M, Stark R, Rückert I, Peters A, Huth C, Stöckl D, Giani G, Holle R (2013): Drug Costs in prediabetes and undetected diabetes compared with diagnosed diabetes and normal glucose tolerance: results from the population-based KORA survey in Germany. Diabetes Care 36 (4): e53-354
(5) Claessen H, Strassburger K, Tepel M, Waldeyer R, Chernyak N, Jülich F, Albers B, Baechle C, Rathmann W, Meisinger C, Thorand B, Hunger M, Schunk M, Stark R, Rückert I, Peters A, Huth C, Stöckl D, Giani G, Holle R, Icks A (2013): Medication costs by glucose tolerance stage in younger and older people: Results from the population-based KORA survey in Germany. ECED 121 (10): 614-23
(6) Bächle C, Icks A, Straßburger K, Flechtner-Mors M, Hungele A, Beyer P, Placzek K, Hermann U, Schumacher A, Freff M, Stahl-Pehe A, Holl RW, Rosenbauer J (2013): Direct diabetes-related costs in young patients with early-onset, long-lasting type 1 diabetes. PLoS One 2013; 8: e70567.
(7) Bächle C, Holl RW, Strassburger K, Molz E, Chernyak N, Beyer P, Schimmel U, Rütschle H, Seidel J, Lepler R, Holder M, Rosenbauer J, Icks A (2000): Costs of paediatric diabetes care in Germany: current situation and comparison to the year 2000. Diabetic Medicine 2012; 29: 1327–1334.
(8) Icks A, Strassburger K, Baechle C, Rosenbauer J, Giani G, Beyer P, Holl RW (2013). Frequency and Cost of Diabetic Ketoacidosis in Germany - Study in 12 001 Paediatric Patients. Experimental and Clinical Endocrinology and Diabetes 121(1): 58-59.

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