Koordinatorinnen des Ehrenamtes

Etwas Sinnvolles tun - etwas zurückgeben

Ehrenamtliche Mitarbeiter berichten über ihre Beweggründe, die Arbeit auf der Palliativstation zu unterstützen:

Ute Pascher 

„Warum suche ich ein Ehrenamt?

Es gibt vielfältige Gründe: ein inneres Bedürfnis, etwas Sinnvolles zu tun, helfen zu wollen, nützlich zu sein,  Anteilnahme und Beteiligung an etwas, was nichts mit der Arbeit zu tun hat, Dankbarkeit und deswegen etwas zurückgeben zu wollen, denn mir geht es gut. 

Warum auf der Palliativstation?

Auch hier gibt es ganz vielfältige Gründe. Mit dem Sterben zu leben – ist wohl eine wichtige Essenz für mich.“


Walter Kreutner

"Warum betätige ich mich ehrenamtlich?

Wir leben heute in einer Zeit, die es ermöglicht, uns in unserer Freizeit in unendlich vielen verschiedenen Bereichen „selbst zu verwirklichen“ und auf mannigfaltige Weise jeder erdenklichen Art von Hobbys und Interessen nachzugehen. Auch ich tue das mit großer Intensität und noch größerer Begeisterung. Im Sport, in der Arbeit mit Hunden und vielem anderen mehr.

Und habe dabei irgendwann festgestellt, dass man bei so viel Freizeitaktivitäten ohne Mühe auch einen weiteren und nicht einmal großen Teil seiner Zeit darauf verwenden kann, sich zumindest ein bisschen sozial zu engagieren, ohne dafür gleich sein ganzes Leben umkrempeln zu müssen.

Und das ganz einfach aus der Überlegung heraus, dass man als Mensch dankbar sein sollte, wenn es einem selbst gut geht.  Und einem das auch bewusst wird.

Warum auf der Palliativstation?

Bei unserer Geburt sind wir nicht alleine, sondern der Mittelpunkt des Geschehens, mehr oder minder freudig erwartet von Eltern und Verwandten und oft genug mit Liebe geradezu überschüttet.

Es gibt daher keinen Grund, hinzunehmen, dass ein Mensch ausgerechnet beim zweiten und für ihn noch bedeutsameren Ereignis am Ende seines Lebens einsam und allein ist. Mutterseelenallein, sozusagen. Niemand hat ein solches Ende verdient.

Für mich stellt die Arbeit auf der Palliativstation die Möglichkeit dar, mit vergleichbar bescheidenem  Einsatz da zu helfen, wo es direkter als irgendwo sonst ankommt: im richtigen Moment für einen Menschen, den ich im normalen Leben nie kennenlernen konnte, einfach nur „da zu sein“."


Beate Albers 

Warum Ehrenamt?
Weil ich ein Teil des „GANZEN“ bin!
Weil ich etwas zurückgeben möchte!
Weil es ein Teil meiner Lebensgestaltung im Bereich „SINNVOLL LEBEN“ ist!
Weil ich wunderbaren Menschen begegne!

Warum Palliativmedizin?
Weil viele Menschen vor dem Thema „ÜBER DIE BRÜCKE GEHEN“ noch Angst haben.
Weil Geburt und Tod aus meiner Sicht die wichtigsten Momente im Leben eines Menschen sind – es ist erfüllend, einen Menschen dabei begleiten zu dürfen.
Weil die Zeit am Lebensende genauso lebenswert sein soll wie die davor.
Weil es mir gut geht!


Agnes Lücker

Ehrenamt - eine Bereicherung

Wenn ich Freunden erzähle, dass ich in meiner Freizeit ab und zu als Ehrenamtliche auf die Palliativstation der Uni Düsseldorf gehe, sagen viele: "Das könnte ich nicht!"

Es ist wie mit vielen anderen Dingen auch. Ich kann etwas, wenn ich es wirklich will und ich schaffe es gut, wenn es mir Freude macht. Und beides trifft hier für mich zu.

Wenn ich auf die Palliativstation komme, kehrt in meinem Innern Ruhe ein. Diese Station, wo schwerkranke Menschen liegen, strahlt eine innere und äußere Ruhe aus. Es tut mir gut hier zu sein, den Alltag hinter mir zu lassen und mir Zeit für andere zu nehmen. Es gibt Kranke, die wenig Besuch bekommen und sie sind froh, wenn jemand bei ihnen ist, mit ihnen spricht, zuhört, vorliest, mit ihnen weint und lacht und manchmal auch nur die Hand hält. Dann fühlen sie sich nicht allein.

Warum ich dieses Ehrenamt gewählt habe?

Ich habe in meinem Leben immer gern ehrenamtlich gearbeitet. Aber was ich hier mache, hat einen tiefen Sinn, einmal ist es die Hilfe für die Menschen auf der Station, zum anderen ist es für mich eine immerwährende Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Sterben. Das ist für mich ein faszinierendes Thema.

Diese ehrenamtliche Arbeit hat viel mit Geben und Nehmen zu tun. Es findet ein gesunder Austausch statt. Ich bringe meine Zeit und mein Herz mit ein und bekomme dafür eine herzliche Anerkennung, viel Dank und tief berührende Erlebnisse. Wo gibt es das im Ehrenamt?


Nora Puls

„Was bewegt mich als so junger Mensch ehrenamtlich und (gerade) auf einer Palliativstation tätig zu sein?
Die Einfachheit, mit welcher einem anderen Menschen etwas Gutes getan werden kann. Man schenkt eines der Güter, welches jeder hat, welches unbezahlbar ist und dennoch entbehrt werden kann: Zeit!

In Bezug auf die palliative Versorgung: 
Die besondere Begegnung, welche genau auf diesem Gegensatz von Beginn und Ende und somit viel und wenig Zeit des Lebens beruht.

Und die Menschen, welche in ihrer letzten Lebensphase nochmal auf eine offene und bereichernde Art und Weise erstrahlen. Sie sind es, denen ich auch nur durch meine pure Anwesenheit eine Freude bereiten kann, welche mir aber auch immer wieder einzigartige Dinge über das Leben lehren und mich für dieses sensibilisieren.

Gerade weil sie nicht mehr dort stehen, wo ich jetzt stehe, sondern da, wo ich und wir alle einmal stehen werden.“


Sabine Kieber

Motivation Ehrenamt – im Wandel

Warum bin ich im Ehrenamt? Und warum auf der Palliativstation?

Durch eine Freundin, die auf der Palliativstation als Schwester arbeitet, erfuhr ich vom Neuaufbau des Ehrenamtes auf der Palliativstation.

Als ich mit dem Basiskurs zur psychosozialen Sterbebegleitung begann, hatte ich das Bedürfnis, mich für meine Gesundheit und meine positiven Lebensumstände zu bedanken, indem ich etwas zurückgebe: Zeit. Ich hatte das Gefühl, dass ich etwas Nützliches kann: Zuhören. Und ich wollte etwas tun: Helfen.

Anfangs habe ich im Sekretariat geholfen, bei Sonderaktionen mitgewirkt und die Gartenplanung betreut, wodurch ich weniger Kontakt zu Patienten hatte und eher durch mein Tun für die Station da war.

Bald hatte ich den Wunsch, direkt für die Patienten da zu sein und bin seit zwei Jahren immer Donnerstagnachmittag auf der Station. Über das Angebot von Kaffee und Kuchen an Patienten und Angehörige kommen oft spontan Gespräche auf, kurze informative „Küchengespräche“, organisatorische Bitten, aber manchmal erfahre ich auch ganze Lebensgeschichten. So bekomme auch ich etwas: fremde Menschen schenken mir ihr Vertrauen und lassen mich an ihrer letzten Lebensphase teilhaben. Ich erkenne Zusammenhänge, lerne und wachse. Was für ein Geschenk! 

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