Mehr als 80 Organisationen aus ganz Europa: Die EU muss den Hitzeschutz endlich ernst nehmen
Der Juni 2026 war der heißeste Juni, der jemals in Westeuropa gemessen wurde. Allein in der Woche mit der stärksten Hitzewelle wurden mehrere tausend zusätzliche Todesfälle verzeichnet, und die Zahl steigt weiter – parallel zu Waldbränden und Ernteausfällen auf dem gesamten Kontinent. Und doch handelt es sich hierbei nicht um ein Versagen der Planung. Die meisten europäischen Länder verfügen über Aktionspläne zum Schutz der Gesundheit bei Hitzewellen und Frühwarnsysteme. Die EU hat 2021 eine Anpassungsstrategie verabschiedet und bereits 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Wir kennen die Gefahr. Es wird zu wenig unternommen.
Die Europäische Kommission bereitet derzeit den Europäischen Rahmen für Klimaresilienz vor, der Ende 2026 verabschiedet werden soll. Er wird darüber entscheiden, ob dieser Sommer endlich zu verbindlichen Verpflichtungen führt – oder zu einer weiteren Strategie ohne Konsequenzen. Deshalb haben sich die Cochrane Planetary Health Group und das Centre for Health and Society (chs) dem European Hub der Planetary Health Alliance und mehr als 80 Organisationen in der Europäischen Erklärung zu Hitze und Gesundheit angeschlossen. Sie fordern die EU auf, die Gesundheit in den Mittelpunkt ihrer Klimapolitik zu stellen: mit rechtsverbindlichen Anpassungsverpflichtungen, messbaren Gesundheitszielen und einem europäischen Aktionsplan für Hitze und Gesundheit mit einem Notfallfonds für Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindertagesstätten und Schulen.
Hitzeschutz kostet Geld. Bei weitem nicht so viel wie wiederkehrende Hitzewellen. Und wir nehmen uns selbst nicht aus. Als Gesundheitssektor müssen wir mit gutem Beispiel vorangehen: mit Hitzeschutzplänen in unseren eigenen Einrichtungen, die Patient*innen und Mitarbeiter*innen gleichermaßen schützen.
Lesen Sie die vollständige Erklärung:https://planetaryhealthalliance.org/european-declaration-on-heat-and-health