Sekretariat
Laila Buckner
Fon +49 (0) 211 81-18401

Maike Hellmann
Fon +49 (0) 211 81-19346

Diagnostik
Kristiane Knops
Laborleitung Zytopathologie
Fon +49 (0) 211 81-19446

Als Dienstleistungsbetrieb untersuchen wir Zellproben der gesamten Exfoliativ- und Punktionszytologie aus der Humanmedizin, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von adjuvanten Methoden, welche vornehmlich zur weiteren Abklärung mikroskopisch nicht eindeutiger zytologischer Befunde oder zur weiteren Tumortypisierung eingesetzt werden.
Falls Sie an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, können Sie bei uns eine prognostische DNA-Bildzytometrie durchführen lassen. Informationen zur Anforderung erhalten Sie unter nebenstehender Telefonnummer im Sekretariat des Funktionsbereichs Zytopathologie.

Folgende adjuvante Verfahren werden in der Zytopathologie Düsseldorf angeboten:

DNA-Bildzytometrie
AgNOR-Analyse
Immunzytochemie
Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH)
PCR-basierte molekularpathologische Untersuchungen an zytologischen Proben

DNA-Bildzytometrie und DNA-Karyometrie:
Die DNA-Bildzytometrie wurde maßgeblich vom ehemaligen Direktor des Instituts für Cytopathologie, Herrn Professor Böcking und auch seinem Nachfolger Herrn Professor Biesterfeld vorangebracht. Die Untersuchung bestimmt den DNA-Gehalt von Zellkernen nach Feulgen-Färbung eines Präparates. Die Intensität der Farbreaktion ist hierbei dem DNA-Gehalt proportional, so dass mit Hilfe eines Computer-gestützten Bildanalysesystems der DNA-Gehalt eines Zellkerns durch Messung der integrierten optischen Dichte (Messung von Kernfläche und Farbgehalt) bestimmt werden kann. Die Messung des DNA-Gehalts in einem zytologischen Präparat erfolgt an etwa 300 Analysezellen. Der DNA-Gehalt jeder einzelnen Zelle wird in einem Histogramm aufgetragen, welches so die Verteilung der zellulären DNA-Gehalte in einem Präparat zeigt. Zusätzlich wird der DNA-Gehalt von ca. 30 im Präparat enthaltenen unauffälligen Zellen (z.B. Granulozyten, normale Epithelien, Lymphozyten etc.) gemessen, welcher definitionsgemäß 2c ist, was einem diploiden Chromosomensatz entspricht.

Unabhängig davon, welches die Ursache einer malignen Transformation einer Zelle und ausgehend davon eines Tumors ist, wird jedoch in den allermeisten malignen Tumoren eine DNA-Aneuploidie beobachtet, welche diagnostisch genutzt werden kann. So kann der Nachweis von DNA-Aneuploidie mittels DNA-Bildzytometrie an für eine rein mikroskopische Tumordiagnose zu wenigen zytologisch auffälligen Zellen doch noch zu einer klaren Tumordiagnose führen. Korrelat einer DNA-Aneuploidie sind primäre, sekundäre, tertiäre und ggf. weitere numerische und/oder strukturelle Chromosomenaberrationen.

Die DNA-Bildzytometrie ist universell an allen zytologischen und auch histologischen Untersuchungsmaterialien anwendbar. Für die Diagnostik müssen allerdings ganze Zellkerne vorliegen, welches bei zytologischen Präparaten gegeben ist. Gewebe in Paraffinblöcken kann daher erst nach enzymatischer Zellvereinzelung untersucht werden. Histologische Schnittpräparate sind für die DNA-Bildzytometrie nicht geeignet. Die Anwendung der diagnostischen DNA-Bildzytometrie ist international standardisiert und erfolgt nach den Richtlinien der European Society for Analytical Cellular Pathology (ESACP) (Literaturübersicht am Ende dieses Artikels).

Die teilautomatische Messung des DNA-Gehaltes der im zytologischen Präparat enthaltenen Zellkerne wird als DNA-Karyometrie bezeichnet. Die DNA-Karyometrie ist allerdings derzeit im Funktionsbereich Zytopathologie nicht in der Routinediagnostik, sondern nur im Rahmen eines Forschungsvorhabens zur Mundschleimhautzytologie verfügbar. Mit Hilfe moderner digitaler Bildverarbeitung kann ein Bildanalysesystem nach Training durch Pathologen automatisch Zellkerne selektieren und klassifizieren. Dies erlaubt eine Messung deutlich höherer Zellzahlen (mindestens 1000, oft 10000 und mehr) als bei der DNA-Bildzytometrie und beschleunigt den Untersuchungsablauf. Der Pathologe sichtet und kontrolliert die richtige Selektion und Klassifikation der Zellkerne nach Beendigung des Messvorgangs anhand einer Bildgalerie.

Die DNA-Bildzytometrie kann prognostisch genutzt werden. So kann beispielsweise bei Patienten mit Karzinom der Prostata, die die in den aktuellen S3-Leitlinien Prostatakarzinom genannten Eingangskriterien für eine Strategie der Aktiven Überwachung (AS) erfüllen, die Entscheidung zur AS unterstützt werden. Die Färbung, Messung, Interpretation und Befunderstellung erfolgt hierbei nach den Vorgaben des "Frankfurter Konsenses".

Wir führen jährlich mehr als 600 DNA-zytometrische Messungen durch und halten derzeit zwei manuelle Geräte der Hersteller Zeiss (AutoCyte QUIC-DNA-Workstation) und Motic (MotiCyte-interactive DNA-Workstation), sowie in Kooperation mit der Deutschen Fanconi-Anämie-Hilfe e.V. ein automatisiertes Gerät (MotiCyte-auto) vor.

AgNOR-Analyse:
AgNORs sind mittels einer Silber-Färbung darstellbare Nukleolus organisierende Regionen. Ihre Anzahl und Größe ist mit der Proteinsynthese korreliert und kann zur Abgrenzung neoplastischer von nicht neoplastischen Zellveränderungen herangezogen werden. Insbesondere ist diese Methode hilfreich zur Abgrenzung einer nicht neoplastischen Mesothelhyperplasie von einem malignen Mesotheliom.

Immunzytochemie:
Da wir viele bereits fertig ausgestrichene Untersuchungsmaterialien (Lymphknotenpunktate, Punktate solider Raumforderungen innerer Organe) zur Untersuchung erhalten, ist die Immuncytochemie am alkoholisch fixierten Ausstrichpräparat etabliert. Es werden die auch in der Histopathologie bewährten Antikörper eingesetzt; bezüglich der Interpretation sind jedoch spezielle Kenntnisse am zytologischen Untersuchungsmaterial erforderlich. Mit etablierten Algorithmen ist beispielsweise in der Ergusszytologie bei zunächst unbekanntem Primärtumor in ca. 85% eine korrekte Vorhersage desselben möglich.

Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH):
Pankreatobiliäre Karzinome:
Aneusomie-Diagnostik mit Multicolour-FISH (UroVysion®, abbott molecular) wird zur weiteren Abklärung bei unklaren zytologischen Befunden der ableitenden Gallen- und Pankreasgänge (Bürstenabstriche) und in Feinnadelpunktaten des Pankreatobiliären Systems eingesetzt. Sowohl das duktale Pankreaskarzinom als auch das cholangiozelluläre Karzinom zeichnen sich durch einen hohen Grad der Aneusomie aus und können mittels FISH von entzündlichen oder reaktiven Zellveränderungen abgegrenzt werden.

Urothelkarzinom-Diagnostik:
Wir verwenden das UroVysion® kit darüber hinaus an Untersuchungsmaterialien der ableitenden Harnwege (Spontanurin, zystoskopisch gewonnene Spülflüssigkeiten der Harnblase, Ureteren oder Nierenbecken). Eine 9p21 Deletion ist ein frühes Ereignis in der Kanzerogenese urothelialer Tumoren und kann ebenso detektiert werden wie eine Aneusomie (Chromosomen 3, 7, und 17). Die molekularpathologische Untersuchung unterstützt so die Diagnostik an zytologischen Präparaten mit urothelialen Atypien, welche in Ihrer Ausprägung nicht für eine sichere allein cytologisch-morphologische Diagnose eines Urothelkarzinoms ausreichen.

Pulmonale Zytologie:
Multicolour FISH (Genortspezifische Sonden für 5p15.2, 7p12 und 8q24 sowie Centromersonde für Chromosom 6, abbott molecular) kann ebenfalls zur weiteren Abklärung bei zytologisch verdächtigen, aber nicht sicher tumorpositiven Untersuchungsmaterialien der pulmonalen Exfoliativ- und Punktionszytologie eingesetzt werden. Eine Aneusomie wird bei malignen Tumoren beobachtet, euploide Polyploidisierung (beispielsweise erhöhte Zahl tetrasomer oder oktasomer Zellen), wie sie oft bei Zellatypien regenerativer Prozesse beobachtet wird, ist hierbei im Auswertungsalgorithmus berücksichtigt.

Her2/neu-Amplifikation beim Mamma- oder Magenkarzinom:
Die Untersuchung einer Her2/neu-Genamplifikation mittels FISH bei Mamma- oder Magenkarzinomen bei Patienten, für die eine Therapie mit Trastuzumab (Herceptin™) in Betracht gezogen wird, ist auch am zytologischen Ausstrichpräparat möglich.

Malignes Mesotheliom:
Eine 9p21 Deletion ist in malignen Mesotheliomen häufig. Wir verwenden die FISH mit Sonden für 9p21 und das Centromer des Chromosoms 9 in den Fällen, in denen andere im Rahmen der cytologischen Mesotheliomdiagnostik eingesetzte Methoden wie die DNA-Bildzytometrie oder die AgNOR-Analyse nicht sicher zwischen reaktiv veränderten Mesothelien und Zellen eines malignen Mesothelioms unterscheiden lassen.

PCR-basierte molekularpathologische Untersuchungen an zytologischen Proben
PCR-basierte molekularpathologische Verfahren sind sowohl an alkoholisch fixiertem als auch an nativem zytologischem Untersuchungsgut möglich und werden in Kooperation mit der Abteilung für Molekularpathologie angeboten. Eine Auflistung der angebotenen Untersuchungen finden Sie unter folgendem link:

Leistungsspektrum für molekularpathologische Untersuchungen

Die Anforderung der Untersuchung erfolgt in der Zytopathologie. Die Beurteilung der Durchführbarkeit der Untersuchung und die Auswahl der zu untersuchenden Zellen und Zellgruppen, von denen DNA für die molekularpathologische Untersuchung extrahiert werden soll, geschieht durch die Fachärzte des Funktionsbereichs Cytopathologie.

Böcking A, Biesterfeld S, Dietz J, Haroske G, Kriegsmann J, Motherby H, Falk S. 
[Objective DNA malignancy grading as adjunct to the histological Gleason score: 
Frankfurt consensus]

Pathologe. 2015; 36(5): 498-502.

Onofre AS, Pomjanski N, Buckstegge B, Böcking A. 
Immunocytochemical diagnosis of hepatocellular carcinoma and identification of carcinomas 
of unknown primary metastatic to the liver on fine-needle aspiration cytologies

Cancer. 2007; 111(4): 259-68.

Pomjanski N, Grote HJ, Doganay P, Schmiemann V, Buckstegge B, Böcking A. 
Immunocytochemical identification of carcinomas of unknown primary in serous effusions
Diagn Cytopathol. 2005; 33(5): 309-15.

Haroske G, Baak JP, Danielsen H, Giroud F, Gschwendtner A, Oberholzer M, Reith A, Spieler P, Böcking A. 
Fourth updated ESACP consensus report on diagnostic DNA image cytometry
Anal Cell Pathol. 2001; 23: 89-95.

Giroud F, Haroske G, Reith A, Böcking A. 
1997 ESACP consensus report on diagnostic DNA image cytometry. 
Part II: Specific recommendations for quality assurance

European Society for Analytical Cellular Pathology.
Anal Cell Pathol. 1998; 17: 201-207.

Haroske G, Giroud F, Reith A, Böcking A. 
1997 ESACP consensus report on diagnostic DNA image cytometry. Part I: basic 
considerations and recommendations for preparation, measurement and interpretation

European Society for Analytical Cellular Pathology
Anal Cell Pathol. 1998; 17: 189-200.

Böcking A, Giroud F, Reith A.
Consensus report of the ESACP task force on standardization of diagnostic
DNA image cytometry

European Society for Analytical Cellular Pathology. Anal Cell Pathol. 1995; 8: 67-74.

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