Nachsorge Schwangerschaftsdiabetes: Was ist wichtig?

Worum geht es in dem Projekt konkret?

Schwangerschaftsdiabetes (Diabetes = Zuckerkrankheit) tritt vermutlich bei etwa jeder 10. Frau während der Schwangerschaft auf. Danach ist der Blutzucker aber meist wieder normal. Nach der Schwangerschaft soll der Blutzucker weiterhin untersucht werden. Ein strukturiertes Programm dafür existiert jedoch nicht. Ein solches möchten wir entwickeln. Zu diesem Zweck wollen wir im Projekt zunächst erforschen, ob und wie der Blutzucker nach der Schwangerschaft untersucht wird, und wie die Frauen selbst und die Behandelnden die Nachsorgesituation einschätzen. Das Projekt ist Teil eines größeren Forschungsvorhabens in dem wir bereits u.a. mit Krankenkassen, HausärztInnen, DiabetologInnen, Frauen- und KinderärztInnen und Hebammen zusammenarbeiten.

In einer ersten Phase des Projektes können sich Frauen mit (ehemaligem) Schwangerschaftsdiabetes als auch interessierte Bürger und Bürgerinnen als „Co-Forschende“ einbringen, beispielsweise bei der Erstellung von Fragebögen für Patientinnen oder bei der Auswertung von bereits durchgeführten Interviews mit Patientinnen und behandelnden ÄrztInnen. In einer zweiten Phase können sie sich bei der Entwicklung von Kommunikationsstrategien beteiligen, die dazu dienen soll die wissenschaftlichen Ergebnisse nutzerfreundlich aufzubereiten und Interessierten zugänglich zu machen. In einer dritten Phase kann an der Weiterentwicklung des Beteiligungsprozesses von PatientInnen und BürgerInnen in der Forschung mitgearbeitet werden.

Wie können die Patientinnen und BürgerInnen mitforschen?

Bis Ende 2021 können Interessierte an unserem Projekt als Co-Forschende mitwirken. Da die Planung der Versorgung ein gesamt-gesellschaftliches Thema ist, möchten wir Frauen mit (ehemaligem) Schwangerschaftsdiabetes aber auch bewusst interessierte Bürger und Bürgerinnen einladen, an der Gruppe der Co-Forschenden teilzunehmen. Aus früheren Projekten wissen wir, dass auch BürgerInnen wichtige Ideen und Kompetenzen in Forschungsprojekten haben. Es sind keine Vorkenntnisse für das wissenschaftliche Arbeiten erforderlich, wir bieten eine vorbereitende Schulung an.

Unser Ziel ist es, möglichst unterschiedliche Menschen in der Gruppe zu beteiligen, die durch ihre verschiedenen Erfahrungen und Fähigkeiten den Prozess bereichern. Um diese Vielseitigkeit zu erreichen, wünschen wir uns, dass teilnehmende Co-Forschende Männer wie Frauen sind, aus verschiedenen Altersgruppen und Berufen kommen, auch Menschen mit Migrationshintergrund vertreten sind.

Die Arbeitszeit kann individuell besprochen werden und wird vergütet. Inhalte der gemeinsamen Arbeit sind beispielweise die Erstellung von Fragebögen, die Auswertung von Interviews, und die Diskussion darüber, wie eine Nachsorge des Schwangerschaftsdiabetes gut und patientinnenorientiert organisiert werden kann. Auch die Mitwirkung in Arbeitsgruppen kann an die eigenen Wünsche angepasst werden.

In der folgenden Abbildung wird die Zusammenarbeit im Projekt dargestellt: 

Abb. Darstellung der Zusammenarbeit von Forschenden und Co-Forschenden im Forschungsprozess

Was passiert mit den Ergebnissen?

Innerhalb des Projekts gibt es regelmäßige Treffen, Telefonkonferenzen, Protokolle und Austausch auf einer gemeinsamen Internetplattform. Die Co-Forschenden sind, wenn sie es wünschen, wie die anderen ProjektpartnerInnen in alle Kommunikationsprozesse eingebunden und haben Zugang zu allen Informationen. Sie werden auch in die wissenschaftlichen und an die allgemeine Öffentlichkeit gerichteten Veröffentlichungen eingebunden. Am Ende wird es ein Feedback-Treffen zur gemeinsamen Forschung mit allen ProjektpartnerInnen geben.

Die Erkenntnisse des Projektes sollen genutzt werden, um die Nachsorge bei Schwangerschaftsdiabetes patientinnenorientiert zu verbessern. Zusätzlich sollen die wissenschaftlichen Ergebnisse in einer angemessenen Sprache und mit angemessenen Inhalten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Erfahrungen in der Zusammenarbeit sollen bei weiteren Projekten Anwendung finden, um den Prozess der Beteiligung von Co-Forschenden zu verbessern.

Projektlaufzeit:
Januar 2020 bis Dezember 2021

Förderung:
Heinrich-Heine-Universität (HHU) Düsseldorf

Projektleitung:
Prof. Dr. Dr. Andrea Icks, MBA, Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Centre for Health and Society, Medizin. Fakultät, HHU Düsseldorf

KooperationspartnerInnen:
Prof. Dr. Stefan Wilm und Dr. Olivier Rudolf Herber, Institut für Allgemeinmedizin, Centre for Health and Society, Medizin. Fakultät, HHU Düsseldorf; Prof. Dr. Heiner Fangerau, Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Centre for Health and Society, Medizin. Fakultät, HHU Düsseldorf; Ute Jüngling, Deutsche Diabetes-Hilfe, Menschen mit Diabetes NRW e.V., Patienten/-innenvertretung

Weitere Informationen:

Mehr Informationen über die Förderung finden Sie unter diesem Link.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie unter:


Sie interessieren sich für das Projekt und möchten mitforschen? Dann wenden Sie sich gerne an unsere Ansprechpartnerin:

Sandra Grobosch
Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie (IVG)
Medizinische Fakultät
Heinrich Heine-Universität Düsseldorf
Gebäude 17.11., 2.OG
Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf
Tel. +49 211 81-06534
e-Mail: sandra.grobosch@ddz.de

 

 

 

 

 

 

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