Herztransplantation

Die Klinik für Herzchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf bietet als das komplette Spektrum der chirurgischen Therapie der terminalen Herzinsuffizienz an. Hierzu gehört auch eine etabliertes Herztransplantationsprogramm, welches seit Jahren zu den 3 größten in Deutschland gehört.

Unsere Informationsbroschüre finden Sie bitte hier.

Herztransplantation – aktuelle Situation in Deutschland

Die Herztransplantation (HTX) ist eine mögliche Therapie für ausgewählte Patienten mit terminaler, therapierefraktärer Herzinsuffizienz. Stellte sie für viele Jahre unter chirurgischen Gesichtspunkten die einzige, wirkliche Therapieoption mit Hinblick auf Lebensqualität aber auch auf die Prognose der Patienten dar, so gewinnt in den letzten Jahren die Versorgung solcher Patienten mittels mechanischer Kreislaufunterstützung (MKU) als alternative Behandlungsmöglichkeit zunehmend an Bedeutung1. Aufgrund einer seit 2002 wachsenden Warteliste im Eurotransplant-Raum (ET) und der gleichzeitig rückläufigen Zahl der durchgeführten Transplantationen, entwickelt sich eine immer grössere Diskrepanz mit immer längeren Wartezeiten bis zur Transplantation. Erst im Jahr 2018 war eine erstmalige Trendumkehr zu erkennen mit Abnahme der Warteliste bei gleichzeitig steigenden Transplantationszahlen (318 Herz-Transplantionen).

Abb.1: Entwickung der HTX-Zahlen in Deutschland 2011-2018, [DSO-Jahresbericht 2018]

Diese Entwicklung war Folge einer deutlichen Zunahme der Spendebereitschaft, zum einen sicherlich bedingt durch die Einführung des Gesetzes zur Verbesserung der Strukturen und der Zusammenarbeit bei der Organspende (GSZO) am 1. April 2019, zum anderen durch die intensive Diskussion rund um die angedachte Änderung hin zur Widerspruchslösung. Diese Gesetzesänderung wurde im Januar 2020 zwar abgelehnt, aber allein die mediale Aufmerksamkeit hat hier sicherlich zur Erhöhung der Spendebereitschaft beigetragen.

Abb.2: Entwickung der Organspende-Zahlen in Deutschland 2010-2019, [DSO-Jahresbericht 2019]

Dieser Aufwärtstrend hielt auch 2019 an, und bis zum 31.5.2020 sind trotz der Corona-bedingten Einschränkungen die Transplantationszahlen im Vergleich zu den ersten 5 Monaten des Vorjahres weiter ansteigend. 

Abb.3: Entwickung der HTX-Zahlen in Deutschland 2011-2020, [DSO-Statistik 2020]

Ergebnisse nach Herztransplantation

Nicht zuletzt aufgrund vielfältiger Weiterentwicklungen im Bereich der immunsuppressiven Therapie nach HTX ist das Outcome sowohl bezüglich Mortalität und Morbidität deutlich verbessert worden.Das 1-Jahres-Überleben nach HTX liegt derzeit bei etwa 80 %, das 5-Jahres-Überleben bei 70 %. Die Lebensqualität nach HTX ist sehr gut, da nach Ablauf des 1. Jahres über 90 % der Patienten keinerlei Einschränkung ihrer üblichen Alltags-Aktivitäten beschreiben.
Die gute Langzeitprognose macht die HTX in der Regel zu einer definitiven Therapie. Viele Patienten leben mehr als 15 Jahre ohne grössere Komplikationen mit dem Spenderorgan.
Für die Lebensqualität der Patienten nach HTX ist maßgeblich entscheidend, wie häufig eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist, unabhängig von der Ursache. Abbildung 4 zeigt, dass jenseits des 1. Jahres nach HTX fast 80 % aller Patienten nach Transplantation nicht mehr hospitalisiert werden müssen.

Abb.4: Re-Hospitalisierungsrate nach HTX [Zahlen der ISHLT 2019]

Ein weiteres entscheidendes Kriterium für das Outcome nach HTX bzw. für die Lebensqualität nach HTX ist die Alltagsbelastbarkeit der Patienten. Hier zeigt sich, dass ab dem 2. Jahr nach HTX über 90 % der Patienten keine oder nur eine geringfügige Einschränkung ihrer üblichen Aktivitäten beschreiben (Abb. 5). Im 1. Jahr gilt dies immerhin schon für 88 % der Patienten.
 

Abb.5: Alltagsbelastbarkeit nach HTX [Zahlen der ISHLT 2018]

Entwicklung im UKD

Im Jahr 2010 wurde unter Prof. Lichtenberg das Herztransplantationsprogramm am UKD wieder aufgenommen. Abgesehen von der deutschlandweiten Abnahme der Tx-Zahlen nach dem sog. “Transplantations-Skandal” konnten wir hier die Zahl der durchgeführten Tranplantationen jährlich steigern, zuletzt wurden im Jahr 2019 in unserer Klinik 34 Patienten transplantiert.

Eine stetige Verbesserung der notwendigen Infrastruktur, personelle Verstärkungen und die Anbindung vieler regionaler und überregionaler Kooperationspartner haben uns dieses Wachstum letztlich ermöglicht.

Selbstverständlich ist die naturgemäße enge Verzahnung zum gesamten Bereich der mechanischen Kreislaufunterstützung (MKU) eine weitere wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches HTX-Programm.

Abb.6: Entwicklung der HTx-Zahlen am UK Düsseldorf [Tätigkeitsbericht der DSO 2018], im Jahr 2019 wurden am UKD 34 HTx durchgeführt

Für ein auch langfristig erfolgreiches Transplantationsprogramm ist natürlich auch eine enge Kooperation z.B. mit Patientenverbänden und v.a. Selbsthilfegruppen essentiell. Im UKD praktizieren wir seit 2010 eine sehr enge Zusammenarbeit mit der “Selbsthilfe Organtransplantierter NRW e.V”. Die Vorsitzenden dieser Gruppe kümmern sich oft vor Ort in unserer Klinik um Patienten vor und nach HTX aber auch nach Kunstherz-Operationen. Unsere Patienten werden dann auf eigenen Wunsch hin auch in die weiteren Treffen und Aktivitäten dieser Gruppe eingebunden.

Abb.7:  Logo der “Selbsthilfe Organtransplantierter NRW e.V”.


Fazit

Bei terminaler Herzinssuffizienz stellt die Herztransplantation auch 2020 immer noch den chirurgisch-therapeutischen Goldstandard dar. Bezüglich der langfristigen Perspektive und auch der Lebensqualität gibt es auch im Jahr 2020 keine vergleichbaren Behandlungsoptionen.
Die Klinik für Herzchirurgie im UKD gehört hier seit Jahren zu den deutschlandweit größten Zentren für Herztransplantationen mit aktuell weiter wachsenden Zahlen sowohl bezüglich der durchgeführten Transplantationen als auch der Warteliste.


Kontakte

Nummer für Notfälle:  0211-81-07468 (jederzeit erreichbar)
Stationsärztin Herzinsuffizienz: 0211-81-07714

Programmleitung Herztransplantation:

Prof. Dr. med. Udo Boeken   
Tel: 0211-81-07466  
Email: udo.boeken@med.uni-duesseldorf.de

Univ.-Prof. Dr. med. Payam Akhyari   
Tel: 0211-81-07470  
Email: payam.akhyari@med.uni-duesseldorf.de


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