PATHOMECHANISMEN „UMWELTFAKTOREN“


NEUROIMMUNOLOGIE


Die Arbeitsgruppe Neuroimmunologie befasst sich vorwiegend mit der immun-externen Regulation von B-Zellen und anderen Immunzellen durch das sympathische Nervensystem und den Auswirkungen auf autoimmunologische Erkrankungen.

Das sympathische Nervensystem reguliert die B-Zell Funktion auf mehreren Ebenen. B-Zellen spielen nicht nur bei der Produktion von Antikörpern eine Rolle, sondern sind auch wichtig als antigen-präsentierende Zellen, zytokinproduzierende Zellen und regulatorische Zellen. Über Neurotransmitter, die entweder aus sympathischen Nervenendigungen oder aber von Immunzellen selbst produziert werden, können diese Funktionen der B-Zelle moduliert werden. Dies ist möglich, da B-Zellen, wie auch viele andere Immunzellen, adrenerge Rezeptoren tragen.

Auch körpereigene Cannabinoide (Endocannabinoide) regulieren über die Immunantwort indirekt über die Modulation verschiedener Neurotransmitter (z.B. Noradrenalin, GABA, Glutamat), aber auch direkt in Immunzellen. Zudem wirken Sie anti-inflammatorisch durch Desensibilisierung wichtiger Ionenkanäle der transient receptor potential-(TRP) -Familie.

Internes Team

- Prof. Dr. G. Pongratz, Dr. rer. nat. Torsten Lowin, Dr. rer. nat. Nadine Honke,
  Birgit Opgenoorth, Dennis Bleck MSc

Kooperationspartner

- Universitätsklinikum Regensburg: Prof. Dr. R.H. Straub
- Neurosciene Center Helsinki: Dr. L. Tian 

Ziele 2019/2020

Durch ein tieferes Verständnis der neuronalen Regulation von B-Zellen sollen neue Therapieziele oder Therapiestrategien bei Autoimmunerkrankungen, v.a. der Arthritis definiert werden. Wir wollen in diesem Zusammenhang das Potential definieren, das durch die neuronale Regulation der B-Zellen für die Beeinflussung der Arthritis vorhanden ist. Zudem wollen wir aus den Ergebnissen Biomarker definieren, die für die Behandlung und Prognose der Arthritis von Relevanz sein könnten.

Medizinisches Cannabis wird in Nordamerika bereits von vielen RA Patienten zur Schmerzreduktion eingesetzt. Durch die vielen Einzelbestandteile der Pflanze kann ein therapeutisches Target nicht definiert werden. Ziel unserer Arbeiten ist die Identifizierung therapeutisch relevanter Signalwege des Endocannabinoid-Systems in der RA und deren gezielte Modulation.

Referenzen

Referenzen Neuroimmunologie


ENDOKRINOIMMUNOLOGIE / BAFF

Die AG BAFF/Endokrinoimmunologie beschäftigt sich mit der hormonellen Regulation von Produktion und Wirkung des B-Zell aktivierenden Faktors der TNF Familie (BAFF), auch B-Lymphozyten-Stimulator-Protein, BLyS genannt.


Bei mehreren Autoimmunerkrankungen konnte auch ein korrelativer Zusammenhang der BAFF Serumspiegel mit der Krankheitsaktivität beobachtet werden. So besteht z.B. auch bei der Psoriasisarthritis ein positiv korrelativer Zusammenhang mit der Schwere der Gelenkentzündung. Die Regulation von BAFF über Sexualsteroide, sowie die Rolle und Regulation von BAFF im entzündeten Gelenk bei rheumatoider Arthritis und bei SLE, ist Gegenstand aktueller Forschung.

Internes Team

- Prof. Dr. G. Pongratz, Dr. rer. nat. Torsten Lowin

- PD Dr. R. Fischer-Betz, Dr. med. Isabell Haase

Kooperationspartner

-

Ziele 2019/2020

In diesem Projekt soll über die nächsten zwei Jahre die physiologische und pathophysiologische Rolle von BAFF, v.a. im arthritischen Gelenk besser definiert werden. Ein weiteres Ziel ist es die Regulation der BAFF Produktion über Sexualsteroide besser zu verstehen und daraus neue Therapieziele zu entwickeln. Zudem soll die Bedeutung von BAFF als akute Phase Protein und Biomarker der Entzündung weiter evaluiert werden.Referenzen Referenzen Endokrinoimmunologie/BAFF. Daneben sollen in den nächsten Jahren grundlagenexperimentelle Untersuchungen zum Einfluss der Schwangerschaft auf rheumatische Erkrankungen mit klinischen Parametern korreliert werden.

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Referenzen Endokrinoimmunologie / BAFF


ERNÄHRUNG

Die AG Ernährung befasst sich mit der immun-externen Regulation der B-Zell Funktion durch diätetische Einflüsse, z.B. Koffein.

 
Das Methylxanthin Koffein, was als potenter Adenosinrezeptor-Antagonist wirkt, verhindert den bekannten hemmenden Einfluss von Adenosin auf die Immunzellfunktion. Diese Aspekte sollen im Rahmen des systemischen Lupus erythematodes in einen klinischen Kontext gesetzt werden. Hierzu werden B-Zellen von Patienten mit SLE bzgl. ihrer Funktionalität unter dem Einfluss von Koffein, bzw. anderen spezifischen Agonisten und Antagonisten an Adenosinrezeptoren, charakterisiert.


An diesem Projekt sind aktuell Dr. med. Magdalena Sikierka Harreis (Ärztin, Poliklinik für Rheumatologie), Ralph Brinks (Biostatistiker, Hiller Stiftung), sowie drei medizinische Doktoranden: Madita Schrödter (schreibt), Merle Schallehn (schreibt) und Marie-Laure Schnieringer (schreibt) beteiligt.

 Internes Team

- Prof. Dr. G. Pongratz, Dr. T. Lowin, Dr. M. Siekierka-Harreis,sowie drei medizinische Doktorandinnen.

Kooperationspartner

- Universität Düsseldorf (molekulare Kardiologie): Prof. J. Schrader

Ziele 2019/2020

Das Ziel der Arbeitsgruppe ist den Einfluss verschiedener Nahrungsbestandteile auf die Immunfunktion so gut zu charakterisieren, dass es möglich wird, Ernährungsempfehlungen zu erarbeiten, die zur adjuvanten Immuntherapie oder Optimierung von Impfungen bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden können. 

Referenzen

Referenzen Ernährung


MOLEKULARE ERNÄHRUNG


Im Einklang mit der Ausrichtung des Hiller Forschungszentrums Rheumatologie auf die Erforschung exogener Kontrollmechanismen und Einflüsse auf das Immunsystem beschäftigt sich das Projekt mit der Auswirkung von Ernährungsgewohnheiten auf epigenetische Modifikationen und die Krankheitsaktivität bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Derzeit wird eine Untersuchung zum systemischen Lupus erythematodes durchgeführt.

Internes Team

- PD Dr. S. Vordenbäumen, Prof. Dr. G. Pongratz, cand. med. A. Rosenbaum, E. Bleck, Prof. Dr. M. Schneider

Ziele 2016/2017

Abschluss der Entwicklung der Messinstrumente und einer Studie zum Einfluss von Ernährungsgewohnheiten auf epigenetische Modifikationen und der Krankheitsaktivität bei Patienten mit systemischem Lupus.

Referenzen

Referenzen Molekulare Ernährung


CASEIN


Casein ist ein Milchprotein, dessen Produktion kürzlich auch außerhalb der Brustdrüse in der Gelenkinnenhaut (Synovialis) nachgewiesen wurde. Analysen des Proteins haben ergeben, dass es proinflammatorische Eigenschaften aufweist und daher an der Pathogenese der Erkrankung beteiligt sein könnte. Die AG erforscht die Proteinbiochemie und die Funktionen der Proteingruppe mit den Zielen, den Einfluss der Caseine auf die Ausbildung des Immunsystems besser zur verstehen und den Einfluss von Caseinen bei Entzündungsprozessen zu ermitteln. Hierdurch können sich zukünftig evtl. neue Therapien ableiten.

Internes Team

- PD Dr. S. Vordenbäumen, Dr. J. Mucke, E. Bleck, Prof. Dr. G. Pongratz, Prof. Dr. M. Schneider

Kooperationspartner

- Institut für Pharmazeutischen und Medizinische Chemie der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster: Prof. Dr. J. Jose, T. Saenger, T. Tahan
- Klinik für Unfall- und Handchirurgie: Prof. Dr. T. Lögters
- Rheinisches Rheumazentrum Meerbusch, Orthopädie: PD Dr. T. Pauly
- Universität Jena, Experimentelle Orthopädie: Prof. Dr. Kinne

Ziele 2016/2017

Erforschung, ob CSN1S1 als therapeutisches target genutzt werden kann:
- Erforschung der Regulationsmöglichkeiten von Caseinen durch postranslationale Modifikationen
- Etablierung eines in vitro-Synovialismodells zur Durchführung funktioneller Studien
- Identifikation von Casein-Rezeptoren auf Immunzellen 

Referenzen

Referenzen Casein

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