Scientific Highlight of the Month
Mai 2026
Posterpreis für Lea Aylin Yücel: Autophagie schützt Leberzellen davor, körpereigene RNA-Elemente anzusammeln, die eine antivirale Immunantwort auslösen. Wenn dieser Schutz fehlt, entsteht chronische Leberschädigung, die langfristig zur Tumorbildung beitragen kann.
• In diesem Projekt geht es um die Frage, wie gestörte Autophagie zur chronischen Leberschädigung und später zur Entstehung von Lebertumoren beitragen kann.
• Autophagie ist ein zellulärer Reinigungsmechanismus. Sie hilft der Zelle, beschädigte oder überflüssige Bestandteile abzubauen. Wenn dieser Prozess in Leberzellen gestört ist, kann es zu Zellstress, Entzündung, Fibrose und langfristig auch zu Tumorbildung kommen.
• Untersucht wurden Mäuse, bei denen das Autophagie-Protein ATG16L1 gezielt in Leberparenchymzellen ausgeschaltet wurde. Diese Tiere entwickeln spontan Leberschäden, später Steatohepatitis, Fibrose und Lebertumoren.
• Die Studie zeigt, dass sich in diesen Leberzellen körpereigene RNA-Strukturen ansammeln, die vom Immunsystem fälschlicherweise wie virale RNA erkannt werden. Dadurch wird eine Typ-I-Interferon-Antwort aktiviert. Diese Immunantwort trägt wesentlich zum Absterben von Hepatozyten und zur Leberschädigung bei.
• Besonders wichtig war dabei der Signalweg über MAVS (Mitochondrial Antiviral Signaling Protein). Außerdem konnte gezeigt werden, dass das Ausschalten des Typ-I-Interferon-Rezeptors IFNAR1 die Leberschädigung und Tumorbildung deutlich reduziert.
• Ein weiterer wichtiger Faktor ist p62, ein Autophagie-Rezeptor. Wenn p62 zusätzlich entfernt wurde, waren Leberschädigung, Lebervergrößerung und Tumorentwicklung abgeschwächt.