Bindegewebsstammzellen – eine neuartige Behandlungsmöglichkeit?

Übersicht über die Forschungsziele

Für Kinder, die unter einer besonders aggressiven Tumorerkrankung leiden, aber auch für Kinder mit angeborenen Störungen des Immunsystems oder der Blutbildung, ist eine Knochenmark- oder Blutstammzelltransplantation oft die einzige Behandlungs-möglichkeit. Obwohl heute viele dieser Kinder mittels einer Blutstammzelltransplantation geheilt werden können, treten dennoch weiterhin verschiedene Komplikationen auf, zu denen auch überschiessende Abwehrreaktionen gehören, die sowohl zur Transplantatabstoßung als auch zur sogenannten Spender-gegen-Empfänger-Erkrankung (GvHD) führen können.

In unserem Labor werden seit einigen Jahren Bindegewebstammzellen oder mesenchymale Stammzellen (MSZ), die relativ einfach aus Knochenmark gewonnen und vermehrt werden können, untersucht. Neben ihrer Fähigkeit, verschiedene Gewebetypen wie Knorpel oder Knochen zu bilden, zeichnen sich diese Zellen dadurch aus, dass sie immunologische Abwehrreaktionen effektiv unterdrücken können. Ein weiterer Vorteil dieser Zellen ist, dass sie nach einer Transfusion im Körper insbesondere an solche Stellen gelangen, an denen  Entzündungen oder Gewebeschädigungen auftreten. In unsere Arbeitsgruppe untersuchen wir daher nicht nur die Fähigkeit dieser Zellen, zur Regeneration von Knochengewebe beizutragen, sondern auch inwieweit mesenchymale Stammzellen das Anwachsen des blutbildenden und des immunologischen Systems nach Blustammzelltransplantation unterstützen und überschiessende Reaktionen des Immunsystems dämpfen können. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen könnten neben Kindern nach einer Stammzelltransplantation auch anderen Patienten mit Krankheiten, die auf einer Überreaktion des Immunsystems beruhen, zu Gute kommen. Hier sind Erkrankungen wie die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder die Multiple Sklerose zu nennen. Die mögliche Verwendung von mesenchymalen Stammzellen zur Zelltherapie beim Diabetes Mellitus wird im Rahmen eines vom BMBF geförderten multizentrischen Forschungsverbundes untersucht, der von unserer Arbeitsgruppe koordiniert wird.

Ansprechpartner

Mesenchymale Stamm- und Stromazellen

Prof. Dr. med. Roland Meisel

Stellvertretender Klinikdirektor, Leiter des Bereichs Pädiatrische Stammzelltherapie
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Schwerpunkt Kinder-Hämatologie und -Onkologie

Mesenchymale Stamm- und Stromazellen

Dr. rer. nat. Özer Degistirici

wissenschaftlicher Mitarbeiter (Arbeitsgebiet: Herstellungsbereich/GMP-Team)

MediathekInformation und Wissen
LageplanSo finden Sie uns